Ouzo gehört fest zur Tischkultur in Griechenland und ist die griechische Nationalspirituose. (Foto: Konstantinos Papadopoulos / Unsplash)
Ouzo gehört fest zur Tischkultur in Griechenland und ist die griechische Nationalspirituose. (Foto: Konstantinos Papadopoulos / Unsplash)

Ouzo (auch Oύζο geschrieben) ist eine griechische Spirituose die überwiegend mit Anis und Fenchelsamen aromatisiert wird. Die Geschichte des Branntweines lässt sich nicht einwandfrei zurückverfolgen, vermutlich entstand der Ouzo aber aus dem türkischen Anisschnaps Raki. Dieser wurde bereits im 15. Jahrhundert im Osmanischen Reich sowohl von Griechen, als auch von Türken gebrannt. Wohl auch aus diesem Grund ist die ursprüngliche Erfindung von Ouzo und Raki zwischen Griechenland und der Türkei umstritten. Aber auch Pastís und Sambuca sind nahe Verwandte des Ouzos.

Die Legende des Ouzos

Der Legende nach bekam der Ouzo seinen Namen wie folgt: Einige Männer saßen in einem Kafenion am Hafen und tranken Raki. Ein Glas nach dem anderen leerte sich, ihre Reden wurden patriotischer. Prompt stellte einer fest, dass es ein Unding sei dass die Griechen keinen eigenen Namen für den von ihnen gebrannten Schnaps hätten. Der Name Raki sei schließlich nur von den Türken übernommen. Die anderen stimmten zu.  Genau in diesem Moment fuhr ein Schiff an ihnen vorbei, das Raki für den Export nach Italien geladen hatte. Auf einer der Kisten stand zu lesen „Uso di Roma“ – „Bestimmt für Rom“ (nach manchen Quellen auch Uso di Massalio – „Bestimmt für Marseille“). Aus dem Wort Uso wurde so Ouzo und die Griechen hatten endlich einen eigenen Namen für ihr Nationalgetränk.

Griechenland ist bekannt für seine zahlreichen historischen Stätten und gilt auch als Geburtsstätte der Demokratie. Auch hochwertiges Olivenöl und Ouzo stammen aus dem Land am Mittelmeer. (Foto: Alkoblog)
Griechenland ist bekannt für seine zahlreichen historischen Stätten und gilt auch als Geburtsstätte der Demokratie. Auch hochwertiges Olivenöl und Ouzo stammen aus dem Land am Mittelmeer. (Foto: Alkoblog)

Ouzo als geschützte Herkunftsbezeichnung

Ob die oben erzählte Legende zur Entstehung der Bezeichnung von Ouzo wahr ist, wird wohl nie eindeutig geklärt werden. Sicher ist jedoch, dass Ouzo heute innerhalb der EU eine geschützte Herkunftsbezeichnung ist. Ouzo darf gemäß der EU-Verordnung 110/2008 ausschließlich in Griechenland sowie in Teilen Zyperns hergestellt werden. Auch die näheren Beschreibungen der Herkunft wie, Ouzo aus Mitilene, Ouzo aus Plomari oder Ouzo Kalamata sind gesondert geschützt.

Wie wird Ouzo hergestellt?

Die Grundlage für die Herstellung von Ouzo ist jeweils Rohalkohol, welcher traditionell in Kupferbrennblasen (Pot Stills) gebrannt wird. Dies ist jedoch nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Anschließend werden Kräuter und Gewürze zum Alkohol gegeben, um diesem sein charakteristisches Aroma zu verleihen. Hierfür werden insbesondere Anis- und Fenchel-Samen verwendet, welche auch die Hauptrolle in Ouzo spielen (müssen) und charakteristisch für den Geschmack sind. Ouzo besteht also aus Alkohol und Gewürzen.

Kräuter und Gewürze im Ouzo

Darüber hinaus spielen aber auch Mastix (Harz der Pistazienbäume), Kardamom, Koriander, Gewürznelken und Zimt bei der Aromatisierung von Ouzo eine Rolle. Das Rezept jeder Destillerie ist individuell, geheim und wird aus diesem Grund streng gehütet. Das Einlegen von Kräutern und Gewürzen in Alkohol zur Aromatisierung wird auch als Mazeration bezeichnet. Eine Methode, die unter anderem auch bei der Gin-Herstellung beliebt ist und häufig zur Anwendung kommt.

Die Mazeration bei Ouzo

Nach einigen Stunden, häufig auch über Nacht, ist die Mazeration abschlossen und der Alkohol hat die gewünschten Aromen aus den Kräutern- und Gewürzen gelöst. Ein Zwischenprodukt des Ouzos ist entstanden, welches auf Griechisch als μαγιά ούζου bezeichnet wird. Ein Begriff, den man auf Englisch als „Ouzo yeast“ übersetzen kann. Die Übersetzung mit „Hefe“ macht deutlich, dass dieser Schritt für die Griechen als der eigentliche Start der Ouzo-Herstellung gesehen wird.

Traditionelle Destillation in Pot Stills

Denn nach der Mazeration wird die „Ouzo yeast“ erneut gebrannt. Erst nach mehreren Stunden der Destillation entsteht der entgültige Ouzo. Wie bei der Destillation in traditionellen Pot Stills (Kupferbrennblasen) üblich, wird der Brand in Kopf, Herz und Schwanz geteilt (griechisch: Kefali, Kardia und Oura).  Üblicherweise werden Kefali und Oura des Brandes abgetrennt, da diese Fuselalkohole enthalten und ggf. erneut gebrannt und veredelt werden. Nur der Mittelteil des Brandes wird üblicherweise verwendet. In der Regel werden Ouzos zweifach destilliert, um den gewünschten Alkoholgehalt, aber auch eine größere Reinheit des Alkohols zu erreichen. Das Abtrennen des Brandes entfällt, wenn in kontinuierlicher Destillation (Column Stills) gebrannt wird.

Ouzo 12 und Plomari sind die bekanntesten Ouzos aus Griechenland. (Foto: Alkoblog)
Ouzo 12 und Plomari sind die bekanntesten Ouzos aus Griechenland. (Foto: Alkoblog)

Ouzo und Destillierter Anis im EU-Recht

Die Anforderungen an die Herstellung von Ouzo haben sich mit der EU-Verordnung 110/2008 geändert, welche die Verordnung 1576/89 abgelöst hat. Nach der alten Verordnung war für Ouzo die Herstellung in traditionellen Kupferbrennblasen mit einer Kapazität von maximal 1.000 Litern vorgeschrieben. Diese Regelung ist weggefallen. Darüber hinaus durfte Ouzo zu einem Alkoholgehalt von mindestens 55 % und maximal 80 % destilliert werden, welches ebenfalls in der neueren Verordnung wegfällt.

Der neuen Verordnung 110/2008 folgend, gehört Ouzo zur Kategorie „Destillierter Anis“, dessen Alkoholgehalt zu mindestens 20 % aus Alkohol bestehen muss, deren charakteristischer Geschmack ausschließlich von Anis (Pimpinella anisum) und/oder Sternanis (Illicium verum) und/oder Fenchel (Foeniculum vulgare) stammt. Der restliche Alkoholanteil kann  aus anderen Quellen, wie zum Beispiel kontiniuerlicher Destillation in Column Still stammen und anderweitig aromatisiert werden.

Die Destillation in kleinen Pot Stills unter 1.000 Litern ist nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Weitere Regelungen sind, dass Ouzo (destillierter Anis) einen Alkoholgehalt von 35 % aufweisen muss. Zum erlaubten Zuckeranteil im Ouzo (früher weniger als 50 Gramm pro Liter) und zur Farblosigkeit der Spirituose äußert sich die neue Verordnung nicht mehr.

Wie viel Prozent hat Ouzo?

Der Mindestalkoholgehalt von destilliertem Anis, muss gemäß der EU-Verordnung mindestens 35 % betragen. Dies ist demnach auch der Mindestalkoholgehalt von Ouzo, da dieser ein destillierter Anis ist. In der Praxis werden Ouzos jedoch mindestens mit 37,5 % abgefüllt. Die gängigsten Marken wie Ouzo 12 oder Ouzo Plomari werden mit 38 % und 40 % abgefüllt.

Ouzo trinken – Wie macht man es richtig?

Üblicherweise trinkt man Ouzo in Griechenland gekühlt mit etwas Wasser und Eis aus großen schlanken Gläsern. Auf diese Weise wird er auch in vielen griechischen Restaurants in Deutschland serviert, wobei der Ouzo aufs Haus vor nach und beim Essen häufig zum guten Ton gehört. Das griechische Pendant  zu „Prost!“ und der gängigste Trinkspruch ist übrigens „Jamas!“

Durch die Kälte wird der Geschmack des Ouzos auch milder und ist nicht mehr so scharf. Wenn man Ouzo mit Eis und Wasser mischt, kann man eine Besonderheit von Anis-Spirituosen bewundern – den sogenannten Louche-Effekt.

Wenn man etwas mehr von seinem Ouzo schmecken und auf Aromen-Erkundung gehen möchte, kann man Ouzo natürlich auch pur und ohne Eis verkosten. Hier kommen die scharfen Aromen des Ouzos besser zur Geltung. Wie man Ouzo trinken möchte ist also letztendlich auch Geschmackssache.

Ouzo-Marken im Überblick

  • Ouzo 12
  • Plomari
  • Mini
  • Pilavas
  • Tsantali

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