Victoria González-Gordon im Gespräch mit Alkoblog-Redakteur Lukas (Foto: Alkoblog)
Victoria González-Gordon im Gespräch mit Alkoblog-Redakteur Lukas (Foto: Alkoblog)

González Byass gehört international zu den bekanntesten Sherry-Herstellern und blickt stolz auf eine über 200-jährige Tradition zurück. In der historischen Bodega der Familie in Jerez trafen wir Victoria González-Gordon, die International Brand Managerin, zum Interview. Ein Gespräch über die Faszination Sherry und seinen Genuss.

Was macht Sherry so faszinierend für dich?

Sherry ist ein Teil von mir. Er fasziniert mich schon, seit ich ein Kind war und ich hier auf dem Gelände herumgelaufen bin. Sherry ist jedoch nicht nur ein Teil meiner Identität. Sherry ist zugleich elementarer Bestandteil der spanischen Kultur, speziell hier in Jerez de la Frontera.

Darüber hinaus finde Sherry so faszinierend, weil man erst lernen muss ihn zu lieben: Beim ersten Probieren fällt es dir nicht ganz so einfach. Das zweite Probieren geht schon besser und beim dritten Probieren fängst du plötzlich an Sherry zu lieben. Und hast du dich einmal in Sherry verliebt, dann bleibst du es…

Besonders mag ich an Sherry, dass er häufig so trocken ist. Er lässt sich sehr einfach und unkompliziert trinken und passt zu vielen verschiedenen Speisen und Gelegenheiten. Da man einige Sherry-Sorten wie zum Beispiel Tio Pepe Palomino Fino auch gekühlt trinken kann, ist er auch bei warmen Temperaturen sehr erfrischend.

Was macht die Sherrys von González Byass so einzigartig?

Wir stellen seit fast 200 Jahren Sherrys her und haben so eine große Expertise entwickelt. Ich denke es ist aber auch wichtig, dass es sich bei González Byass um ein Familienunternehmen handelt und wir so ein großes Bewusstsein für die Qualität des Sherrys haben. Wir schauen auf fünf Generationen zurück, in denen das Wissen und die Expertise stets weitergegeben wird.

Sherry ist für uns bei González Byass also nicht nur ein Geschäft, wir möchten den Sherry und unsere Marke für die nächsten Generationen bewahren und behutsam weiterentwickeln.

Schon unser Gründer hat damals in Weingüter rund um Jerez investiert. Ihm war bewusst, dass schon die Trauben von höchster Qualität sein müssen, wenn man exzellente Sherry-Weine herstellen möchte. Unser Winzer ist aktuell Antonio Flores. Seine Tochter Silvia ist seit kurzem auch in seinem Team und lernt das Geschäft. Schon der Großvater von Antonio arbeitete bereits im Winzer-Team. Sherry ist Tradition und Familie.

Schmeckt man das wirklich?

Ich glaube schon. Die Herstellung von Sherrys kann man nicht unbedingt mit der Herstellung von Weinen vergleichen. Ein Wein kann je nach Jahrgang unterschiedlich schmecken. Ein Sherry hingegen sollte immer den selben Stil und Geschmack aufweisen. Es ist eine große Herausforderung den Hausstil über Jahre und Jahrzehnte immer wieder zu reproduzieren.

Wir haben während unseres Rundgangs beide Produktionen gesehen: Die traditionelle und die heutige moderne Herstellung, die in viel größerem Maßstab stattfindet. Wie viel Tradition steckt heute wirklich noch in der Herstellung von Sherry?

Ich denke immer noch sehr viel. Unsere Winzer verkosten immer noch jedes der rund 85.000 Fässer, welche wir derzeit lagern. In diesem Punkt ist die Herstellung sehr von den menschlichen Fähigkeiten abhängig. Klar, es gibt auch technische Unterstützung, die man nutzen kann. Aber am Ende verkostet ein Mensch die Fässer und muss viele hoffentlich richtige Entscheidungen treffen, um am Ende die gewünschte Qualität und den besten Geschmack zu erhalten.

Dasselbe ist es bei den Weingütern: Ein Teil der Ernte erfolgt immer noch von Hand. Und selbst wenn Maschinen bei der Weinlese zum Einsatz kommen, muss doch immer ein Mensch überwachen, dass alles die richtigen Wege geht und funktioniert.

Ohne das Fachwissen der Mitarbeiter, welchen in vielen Bereichen benötigt wird, kann Sherry nicht in dieser Qualität produziert werden. Sehr viele Mitarbeiter arbeiten schon seit Jahrzehnten für González Byass und verfügen so über ein viel Fachwissen und praktische Expertise, die sie für die Herstellung des Sherrys täglich einsetzen.

Victoria González-Gordon und Alkoblog-Redakteur Lukas stoßen an – im Glas der naturbelassene Fino En Rama der Marke (Foto: Alkoblog)
Victoria González-Gordon und Alkoblog-Redakteur Lukas stoßen an – im Glas der naturbelassene Fino En Rama der Marke (Foto: Alkoblog)

Nehmen wir an, ein Neuling möchte Sherry probieren. Welche drei Sherrys von González Byass sollte er unbedingt probieren?

Wenn dieser Neueinsteiger bereits regelmäßig Wein genießt und etwas Erfahrung hat, würde ich ihm zu unseren trockenen Sherrys raten. Zum Beispiel unseren Fino, Oloroso, Palo Cortado oder Eleonor. Wer sich mit Wein generell noch nicht so gut auskennt, sollte hingegen vielleicht eher zu einem Medium-Sherry wie Cristina greifen. Dieser ist einfacher zu trinken, da er nicht so trocken und zugleich nicht zu süß ist und so ganz gut die gesamte Bandbreite von Sherry gut abdeckt. Generell lohnt es sich aber, verschiedene Sherrys parallel zu verkosten und so herauszufinden, welcher einem persönlich am besten schmeckt.

Was ist der perfekte Moment um einen Sherry zu genießen?

Für mich ist das, wenn ich nach einem langen Tag nach Hause komme, mich an die Zubereitung des Essens mache und mir ein kleines Glas Sherry gönne. Der Abend beginnt für mich mit diesem Genussmoment.

Was kommt dann bei dir ins Glas?

Meistens einer meiner Lieblings-Sherrys, der Tio Pepe Palomino Fino.

Trinkst du den Sherry dann pur oder gemixt, auf Eis oder gekühlt?

Ich trinke meinen Sherry in der Regel kühl und pur. Eine geöffnete Flasche bewahre ich dabei stets im Kühlschrank auf, da sie so eine gute Trinktemperatur hat. Im Sommer, wenn es sehr heiß ist, kann man aber auch etwas Eis mit in das Sherryglas tun. Das ist das Schöne an Sherry: Er ist so angenehm unkompliziert zu Genießen!

Wir danken vielmals für das Gespräch!

Gonzalez Byass hat uns im Rahmen einer Pressereise nach Jerez eingeladen. In diesem Zusammenhang haben wir auch das Interview mit Victoria González-Gordon geführt.

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