Was hat es mit dem Wurm im Tequila auf sich? (Foto: Renatto Mora / Unsplash)
Was hat es mit dem Wurm im Tequila auf sich? (Foto: Renatto Mora / Unsplash)

Die Legende vom Tequila mit Wurm ist auch nach vielen Jahren noch ein beliebter Party-Talk. Doch gibt es tatsächlich Tequilas in denen Würmer, Insekten oder andere Tiere eingelegt wurden oder handelt es sich nur um ein hartnäckiges Gerücht? In unserem Artikel erfahrt ihr, was sich hinter dem Tequila-Wurm verbirgt, wie der Mythos entstanden ist und ob ein Krabbeltier im Agavenbrand tatsächlich als Merkmal für Qualität herhalten kann.

Gibt es wirklich Tequila mit Wurm?

Die Legende vom Wurm im Tequila ist eine beliebte urbane Legende. Tatsächlich ist sie allerdings falsch, in Tequila wird traditionell nie ein Wurm eingelegt und ist laut mexikanischem Gesetz auch nicht erlaubt. Dennoch hat die Geschichte einen wahren Kern, denn in der Agavenspirituose Mezcal werden mitunter durchaus Raupen oder Würmer eingelegt und auf diese Weise „verfeinert“ verkauft. Bei Mezcal handelt es sich um die Oberbezeichnung für in Mexiko aus Agaven gebrannte Spirituosen. So ist jeder Tequila automatisch ein Mezcal, aber nicht jeder Mezcal ein Tequila. Wohl auch weil der Unterschied zwischen Mezcal und Tequila dem normalen Trinker nicht unbedingt geläufig ist, konnte sich die urbane Legende vom Tequila mit Wurm so lange halten.

Tequila-Wurm: Der wahre Kern im Mythos

Hinter der Geschichte vom Tequila mit Wurm steckt wie so oft eine wahre Geschichte. Und die geht auf einen Marketing-Gag aus den 1950er-Jahren zurück. Beim Experimentieren mit verschiedenen Agaven stellte Jacobo Lozano Páez fest, dass der Mezcal jeweils anders schmeckte. Dies hing jedoch nicht mit den verschiedenen Agaven-Sorten zusammen. Vielmehr war der Befall der Agavenblätter mit den Raupen des Dickkopffalters (Aegiale hesperiaris) für die Veränderung im Geschmack verantwortlich. Dies brachte Jacobo auf die Idee den besonderen Mezcal zukünftig mit einer eingelegten Schmetterlingsraupe (Gusano del Maguey) zu verkaufen. Die ungewöhnliche Maßnahme führte zu einer großen Bekanntheit der Marke und wirkt, wie man sehen kann, bis in die heutige Zeit fort.

Ist ein eingelegter Wurm oder eine Raupe ein Qualitätsmerkmal?

Nein, es ist kein Merkmal für eine besondere Qualität, wenn ein Wurm, eine Raupe oder ein anderes Tier im Mezcal eingelegt wurde und wirkt darüber hinaus auch nicht potenzsteigernd, wie teilweise zu lesen ist. In den meisten Fällen handelt es sich bei Wurm-Mezcals noch nicht mal um besonders gute Agavenbrände.  Vielmehr sind Mezcals mit Wurm ein lustiger Gag oder als Geschenk zum Mitbringen auf einer Party gedacht. Und natürlich ist es auch eine Mutprobe ein Glas des mit Wurm verfeinerten Mezcals zu trinken. Die meisten Mezcals kommen allerdings ganz ohne Raupen oder Würmer aus.

Wo kann man Mezcal mit Wurm kaufen?

Der Mezcal mit in der Flasche enthaltenem Wurm ist eher die Ausnahme als die Regel. Wir haben mittlerweile schon einige Mezcals verkostet und getestet, dennoch war darunter kein Mezcal, der standardmässig mit Raupe abgefüllt wird. Dennoch gibt es auch Mezcals, die ganz auf den Marketing-Effekt der Raupe setzen. Mezcal wird bis heute eher selten in Supermärkten angeboten. Um einen Mezcal mit Wurm zu kaufen ist daher meistens der Gang in ein Fachgeschäft eine gute Wahl. Wer keinen guten Spirituosenladen in der Nähe hat, wird jedoch auch online fündig. Zu den bekannten Mezcal-Marken mit Wurm zählen Gusano Rojo Mezcal, welcher den Wurm bereits im Namen trägt (Gusano heißt übersetzt Wurm) sowie Lajita Mezcal. Auch der Mezcal Oro de Oaxaca wird mit Wurm in der Flasche angeboten.

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