London Dry Gin mit Tradition: Tanqueray. (Foto: Alkoblog)
London Dry Gin mit Tradition: Tanqueray. (Foto: Alkoblog)

Mit seiner grünen Flasche, dessen Gestaltung an einen Cocktailshaker erinnern soll, ist der Tanqueray Gin aus der Barszene schon lange nicht mehr wegzudenken. Dabei kann die britische Gin-Marke auf eine lange Tradition zurückblicken, die bereits im Jahr 1830 beginnt. Wir haben uns den Tanqueray London Dry Gin für unseren Test genauer angesehen.

Die Geschichte von Tanqueray

Wie viele andere Destillerien auch, wird Tanqueray Gin etwa Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet. Das sich zu Beginn des Jahrhunderts so viele Destillerien gründen, hängt stark mit der industriellen Revolution zusammen. Mit dem Wachstum der Bevölkerung steigt die Nachfrage nach günstigem Alkohol. Gleichzeitig werden durch technische Neuerung wie das Patent Still Verfahren neue und effiziente Möglichkeiten der Destillation möglich. Diese Möglichkeiten und wohl auch ein gutes Geschäft sieht auch Charles Tanqueray, als er im Jahr 1830 die Tanqueray Distillery im Londoner Stadtteil Bloomsbury gründet.

Schon nach wenigen Jahren setzt die noch relativ junge Brennerei ihren Fokus auf den Export und beginnt bis zur damaligen britischen Kolonie Jamaika zu exportieren. Auch nach dem Tod des Gründers im Jahr 1868 blieb man dieser Strategie treu und wurde vor allem in den USA zu einer der bekanntesten Gin-Marken. Im Jahr 1898 fusionierte man schließlich mit dem ebenfalls sehr populären Gin-Hersteller Gordon’s. Heute gehört Tanqueray zum internationalen Spirituosenkonzern Diageo.

Klassiker in Drinks und Cocktails: Tanqueray London Dry Gin

Der Gin von Tanqueray wird heute hauptsächlich nicht mehr in London produziert, sondern in einer Destillerie in Cameronbridge/Schottland. Tatsächlich gab es in ganz London längere Zeit bis auf Beefeater keine einzige Gin-Destillerie mehr, mit Sipsmith kam im Jahr 2009 ein weiterer Hersteller hinzu. Ihr fragt euch warum sich viele Gins dennoch als London Dry Gin bezeichnen dürfen? Bei der Bezeichnung „London Dry“ handelt es sich nicht wie häufig vermutet um eine Herkunftsbezeichnung, sondern um eine Gin-Sorte, welche nach gewissen Maßgaben hergestellt werden muss. So dürfen keine Farbstoffe und Süßungsmittel hinzu gegeben werden und auch Aromastoffe sind nach der Destillation verboten. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5 %.

Die bekannteste Abfüllung von Tanqueray Gin hat mit dem Mindestalkoholgehalt ohnehin kein Problem. Der Tanqueray London Dry Gin wird mit kräftigen 47,3 % abgefüllt. Eine Zeit lang wurde auch ein Tanqueray Gin mit 40 % angeboten. Nach aktueller Marktrecherche ist dieser Gin jedoch aktuell nicht mehr zu haben. Weitere Gins der Marke sind unter anderem der Tanqueray No. 10 sowie der Tanqueray Flor de Sevilla. Eine limitierte und teuere Sonderedition ist der Tanqueray Malacca Gin.

Herstellung und Botanicals

Über den Herstellungsmethoden des Tanqueray London Dry Gins liegt weitestgehend ein Mantel des Schweigens. Doch einige Details sind dennoch bekannt oder können als gesichert angenommen werden. So werden als Botanicals unter anderem Wacholder, Koriander, Süßholz und Angelikawurz verwendet. Darüber hinaus sind mit Sicherheit auch Schalen von Zitrusfrüchten wie Zitronen oder Orangen enthalten. Der Gin erhält seine Aromen durch Mazeration und wird laut Herstellerangaben vierfach destilliert. Kann der Gin im Glas überzeugen?

Unser Tasting des Tanqueray London Dry Gin

Wie riecht er?

Der Geruch des Tanqueray Gin ist für unsere Nasen zunächst überraschend mild. Angesichts von relativ starken 47,3 % wäre das nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Wir riechen Süßholzwurzel, Anis, Wacholder und einen klaren Einschlag von Zitronen- und Orangenschalen. Der Geruch ist dabei geradlinig und harmonisch hält aber auch keine besonderen Highlights parat.

Wie schmeckt er?

Auch im Mund präsentiert sich der Tanqueray London Dry zunächst moderat. Zwar kann man hier den erhöhten Alkoholgehalt stärker spüren, doch er steht nicht im Fokus. Viel mehr drängen sich jetzt herbe Noten von Wacholder auf, die zunehmend von bitteren Zitrusschalennoten flankiert werden. Nach dem diese Schwere verfliegt, bleibt der Geschmack von Lakritz, Zitrusschalen und Tannenholz im Mund zurück.

Tanqueray London Dry Gin
Gestaltung & Story75
Geruch70
Geschmack73
Preis-Leistung85
76
Sehr gut
Fazit
Der Tanqueray London Dry Gin mit 47,3 % präsentiert sich in der Nase zunächst mild, im Mund dann aber zunehmend kräftig, wobei jedoch nicht der Alkohol im Fokus steht. Das Geschmackserlebnis ist geprägt durch den Einfluss von Wacholder, Süßholzwurzel und Zitrusschalen. Als Geschmacksträger im G&T weist er genug eigene Aromatik auf, um gut mit fruchtig-süßen Tonics gemischt werden zu können.

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