Der Martell VSOP reift in sogenannten 'Red Barrels' die ihm seine Farbe sowie charakteristischen Geschmack verleihen. (Foto: Alkoblog)
Der Martell VSOP reift in sogenannten ‚Red Barrels‘ die ihm seine Farbe sowie charakteristischen Geschmack verleihen. (Foto: Alkoblog)

Mit einer Gründungsgeschichte die mehr als 300 Jahre bis in das Jahr 1715 zurückreicht, gehört Martell zu den renommiertesten Cognac-Häusern Frankreichs. Ein Blick auf die Webseite des Konzerns verrät, dass Martell-Cognac weltweit geschätzt und schon auf dem Orient Express, bei Polar-Expeditionen sowie bei Concorde-Flügen serviert und genossen wurde. Die Auswahl stammt aus vergangenen Zeiten. So rollt der Orient Express nur noch  als Sonderzug aus dem Depot, die Zeit der großen Polar-Expeditionen ist schon länger vorbei und die Concorde hebt schon seit 2003 nicht mehr ab. Ist Martell-Cognac also eine aus der Zeit gefallene Spirituose oder ist der Martell VSOP state of the art?

Was ist drin wo Martell VSOP drauf steht?

Als Einsteiger ist es am Anfang nicht ganz leicht bei den verschiedenen Qualitätsstufen von Cognac den Durchblick zu behalten. Bei dem VSOP-Cognac, den wir gerade von Martell in den Händen halten, handelt es sich um einen Cognac, der mindestens 4 Jahre in Eichenholzfässern gereift wurde. In der Regel sollen VSOP-Cognacs allerdings häufig sogar ein Alter zwischen 7 und 12 Jahren aufweisen. Die Abkürzung VSOP steht dabei für Very Superior Old Pale. Diese Qualitätsstufe gilt neben VS (Very Special) als Einstieg in die Welt des Cognacs.

Der Martell VSOP reift in ‚Red Barrels‘

Der Red Barrel Martell ist übrigens der Nachfolger des Martell Medaillon Cognac, welcher ebenfalls als VSOP-Cognac produziert wurde. Für den „neuen“ Martell VSOP werden laut Hersteller Weine aus den vier feinsten Lagen der Cognac-Region (dies wären: Grande Champagne, Petite Champagne, Borderies und Fins Bois) verwendet. Martell geht allerdings mit der genauen Zusammensetzung nicht näher ins Detail. Der Martell VSOP wurde in sogenannten Red Barrels gereift, welche aus der französischen Tronçais-Eiche gefertigt wurden. Die Tronçais-Eiche weist ein besonders feinporiges Holz auf und wird in Frankreich traditionell für die Herstellung von hochwertigen Barrique-Weinfässern (z. B. Bordeaux) verwendet. Das Holz ist leicht rötlich eingefärbt und wirkt sich so dass sich die roten Fässer auch auf die Farbe des Cognacs auswirken. Wichtiger als für die Farbe sind die Fässer jedoch für den späteren Geschmack des VSOP-Cognacs. Weswegen wir den Martell VSOP nun in unserem Tasting auf die Probe stellen wollen.

Unser Tasting des Martell VSOP

Wie riecht er?

Der erste Eindruck des Martell VSOP ist mild, fruchtig und würzig. Wir riechen reife Pflaumen, Rosinen, Schwarzkirschen, Milchschokolade, Feigen und alkoholische Kirschpraline. Ein relativ glatter und anschmiegsamer Duft, der nicht sehr auffällig ist. Hinter der milden Fassade ist würziges und dunkles Eichenholz. Ein Duft der uns an feuchtes Fass oder Holz erinnert. Insgesamt ist der Geruch des VSOP eher ernst.

Wie schmeckt er?

Im Mund präsentiert sich der VSOP zunächst seidig und mild, nur um dann mit Noten von würzigem Eichenholz kräftiger zu werden. Auch auf der Zunge liegen die fruchtigen Noten im Vordergrund. Wir schmecken dunkle Früchte wie Pflaumen, getrocknete Aprikosen, Pfirsiche, alkoholische Rosinen und Gewürznelken. Im Abgang ist der Martell VSOP würzig und leicht trocken.

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Martell VSOP
Gestaltung & Story79
Geruch78
Geschmack76
Preis-Leistung80
78
Sehr gut
Fazit
Die Melange aus Milde, Frucht und Würze gelingt dem Martell VSOP elegant. Die geschmackliche Bandbreite reicht dabei von Früchten, Trockenobst und Gewürzen bis hin zu markanten Eichenholznoten. Der vielschichtige Cognac ist dabei angenehm im Mund und wirkt insgesamt gut ausgereift und ist für den Einstieg gut geeignet. Wenn der Preis (aktuell ca. 40 Euro) stimmt kann man hier zugreifen.

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