Ein Abenteuer wert: Ben Bracken Single Malt Whiskys als Miniaturen in der Verkostungsbox (Foto: Alkoblog)
Ein Abenteuer wert: Ben Bracken Single Malt Whiskys als Miniaturen in der Verkostungsbox (Foto: Alkoblog)

Es sich mit warmen Socken auf dem Sofa gemütlich machen und dabei eine kleine Whiskyreise durch die Highlands, die Speyside und die Whisky-Insel Islay unternehmen. Klingt das für euch auch nach einer verlockenden Idee? Mit der Ben Bracken Whisky-Probierbox von Lidl wird dieser Streifzug durch drei ganz unterschiedliche schottische Whiskyregionen erschwinglich. Gerade einmal 7,99 Euro kosten die Single Malt Miniaturen. Wir haben ausprobiert, ob sich der Weg zur nächsten Filiale lohnt.

Hinter dem Namen Ben Bracken verbirgt sich eine Serie von schottischen Single Malt Whiskys, die der bekannte Discounter Lidl anbietet. So haben wir letztes Jahr bereits den Ben Bracken 25 Jahre aus der Speyside verkostet (und für gut befunden). In der neuen Verkostungsbox, die ab Montag, den 11. Dezember in allen Filialen sowie online auf Lidl.de erhältlich ist, sind drei Single Malts aus den Highlands, der Speyside und von Islay enthalten.

Die drei Single Malts sind als 5 cl Miniatur in der Verkostungsbox enthalten (Foto: Alkoblog)
Die drei Single Malts sind als 5 cl Miniatur in der Verkostungsbox enthalten (Foto: Alkoblog)

Die Whiskys werden aus gemälzter Gerste gebrannt und stammen aus nur einer Destillerie. Sie haben keine Altersangabe auf dem Etikett, was man für den günstigen Preis aber auch nicht erwarten kann.

Der Clou bei Ben Bracken: Da man nicht erfährt aus welcher Destillerie der jeweilige Whisky stammt, zahlt man auch nicht für die Marke mit. So sind die Ben Bracken Malts deutlich günstiger als etablierte Abfüllungen. Zudem erhält man Whiskys ins Glas, die man sonst vielleicht nie probiert hätte. Wir hatten vorab die exklusive Gelegenheit, die diesjährigen Abfüllungen von Ben Bracken zu verkosten.

Speyside Single Malt von Ben Bracken mit roter Banderole (Foto: Alkoblog)
Speyside Single Malt von Ben Bracken mit roter Banderole (Foto: Alkoblog)

Ben Bracken Speyside Single Malt

Wie riecht er?

Im Ben Bracken Speyside dominieren zunächst getreidige Aromen wie Heu und Heidegras den Geruch. Auch speyside-typische Noten von Apfel, Birne, Zitronenschale, sowie Honig und Bienenwachs sind enthalten. Der Duft ist ausgesprochen voluminös und gehaltvoll, wir fühlen uns spontan an einen Sahnelikör erinnert. Gibt man dem Whisky etwas Zeit zur Entfaltung, können Noten von frischgebackenem Panettone entdeckt werden. Interessanterweise ist kein New Make zu riechen, der Whisky scheint nicht ganz jung zu sein.

Wie schmeckt er?

Im Mund ist der Whisky überraschend cremig, mild und süß mit Geschmacksnoten, die uns an dänische Vanillesoße oder spanische Orchata (Mandelmilch) erinnern. Aromen von Bienenwachs, Honig sowie mehligen Äpfeln treten hinzu. Ein Hauch Zimt und Orangenschalen runden die abermals üppige Mischung ab. Im Abgang verbleiben Aromen von Getreide zurück.

Fazit: Ein üppiger und interessanter Speyside-Whisky, der zu weiteren Entdeckungen einlädt und überraschend vielschichtig ist.

Die blaue Banderole kennzeichnet den Highland-Malt von Ben Bracken (Foto: Alkoblog)
Die blaue Banderole kennzeichnet den Highland-Malt von Ben Bracken (Foto: Alkoblog)

Ben Bracken Highland Single Malt

Wie riecht er?

Der Geruch dieses Ben Bracken ist zunächst ungewöhnlich: Fast scheint es, als hätte der Highlander seine verschwitzten Sportsachen bei uns liegen gelassen. Eine säuerliche und leicht ledrige Note schlägt uns aus dem Glas entgegen. Doch etwas Geduld mit dem unkonventionellen Whisky lohnt sich: Lässt man ihn atmen mischen sich Holzrauch, Getreide und helles unbehandeltes Holz mit einer Salznote. An fruchtigen Komponenten entdecken wir Zitronenschale und Zitronensaft, die in ihrer Intensität ein wenig an gefriergetrockneten „Krümel“-Eistee erinnern. Definitiv ein Whisky mit Noten, wie man sie nicht jeden Tag im Glas hat.

Wie schmeckt er?

Ganz anders als die Nase ist der Geschmack dieses Highland-Whiskys: Der Ben Bracken trumpft süß auf und überrascht uns mit einer ganzen Bandbreite an Dessertaromen: Hagelzucker, Vanillepudding, Zuckerwatte, Sirup. Ein Tag auf dem Jahrmarkt mit glasierten Äpfeln. Insgesamt sehr mild und anschmiegsam, aber zugleich auch etwas flach und belanglos. Im Abgang ist der Whisky trocken mit Aromen von Mandarinen.

Fazit: Dieser Highland-Whisky ist im Geruch etwas unausgewogen und im Geschmack sehr mild und süß geraten. Er hat uns nicht ganz überzeugt – was aber wie immer Geschmackssache ist.

Dunkelgrün ist bei Ben Bracken die Farbe für den Single Malt der Insel Islay (Foto: Alkoblog)
Dunkelgrün ist bei Ben Bracken die Farbe für den Single Malt der Insel Islay (Foto: Alkoblog)

Ben Bracken Islay Single Malt

Wie riecht er?

Wuchtig und sehr rauchig markiert der Islay-Whisky von Ben Bracken sein Revier von dem Augenblick an, als wir den Korken zum ersten Mal lupfen. Wir riechen Torf, die fast schon unvermeidliche „S-Bahn-Bremse“ und salziges Lakritz. Dieser Single Malt ist zudem ein echter „Steinbeißer“ mit intensiven mineralischen, erdigen und kieseligen Noten. Schon vom Geruch her ein spannender Whisky aus einer der acht aktiven Islay-Destillerien.

Wie schmeckt er?

Auch im Geschmack ist der Ben Bracken Islay sehr rauchig, torfig und erdig. Wir schmecken verbranntes Holz sowie diverse verkohlte und röstige Aromen. Mit Meersalz und salzigem Karamell kommen auch die maritimen Noten nicht zu kurz. Eine Spur gebratene und karamellisierte Banane bereichert den Genuss weiter – diese Note war im Nosing noch nicht zu riechen gewesen. Der Whisky ist im Abgang trocken und bleibt mit rauchigen und torfigen Aromen lange im Mund zurück.

Fazit: Ein erstklassiger, jüngerer Islay-Whisky, der uns mit kraftvollem Rauch und Torf im Glas begeistert hat!

Auf den kleinen Dosen der Ben Bracken-Whiskys sind sogar offizielle Tasting Notes abgedruckt (Foto: Alkoblog)
Auf den kleinen Dosen der Ben Bracken-Whiskys sind sogar offizielle Tasting Notes abgedruckt (Foto: Alkoblog)

Lohnt sich die Ben Bracken Whisky-Verkostungsbox?

Die neue Whisky-Box von Lidl bietet für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen eine gute Gelegenheit, um drei ganz unterschiedliche Single Malts zu verkosten und so zugleich eine kleine geschmackliche Reise durch drei der spannendsten schottischen Whiskyregionen zu unternehmen. Da die Schachtel mit den Miniaturen sehr ansprechend gestaltet ist, macht sie sich auch als Mitbringsel oder kleines Geschenk in der Weihnachtszeit sehr gut.

Für Whisky-Kenner kann es sich lohnen, die drei enthaltenen Ben Bracken Single Malts erst einmal in der Box zu verkosten und sich dann von den Lieblings-Ben-Brackens anschließend eine große Flasche zu bestellen. Damit sollte man nach dem ersten Tasting allerdings nicht zu lange warten, da die Zahl der Flaschen vermutlich begrenzt ist und beliebte Abfüllungen dann (zumindest für dieses Jahr) ausverkauft sein könnten.

Die Box mit drei Miniaturen á 5 cl kostet 7,99 Euro, was angesichts der attraktiven Gestaltung und der Wertigkeit der enthaltenen Whiskys ein sehr gutes Angebot ist. Sie ist vom 11. bis 16. Dezember 2017 in den Lidl-Filialen und zudem im Lidl-Onlineshop erhältlich. Die 0,7 Liter-Abfüllungen der Ben Bracken Single Malts gibt es zum Preis von 17,99 Euro ausschließlich online.

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7 Kommentare

  1. Neugierig waren wir schon nach der doch recht positiv ausgefallenen Verkostung der „Ben Bracklidlen“ Single Malts.
    Wobei- Single Malt dürfte man keinen von ihnen nennen-, oder darf man gnadenlos Zucker(kulör) zum Verdünnen und Verwässern beimischen? Natürlich kann man beim Nosen und Tasten des Speysider Vanille- Honig und Sahne-Karamell entdecken und mit etwas Phantasie Bananenkuchen und Ahornsirup schmecken, doch spätestens dann wird klar: statt Ahorn-Sirup hat man den schnöden Zuckersirup im Mund, und den nicht zu knapp.
    Eigentlich wäre es ein recht netter Speysider: frisches Obst, vor allem Birne, kann man erschnüffeln und schmecken. Der Zucker macht aber alles kaputt.
    Der Islay riecht und schmeckt wie ein dram Talisker storm in einem Teelöffel Zuckera ufgelöst- wieder dieser Zucker!!
    Und der Highlander ist einfach zu verwässert, um irgendwas anderes -außer Zuckersirup- wahrzunehmen. Obwohl- er kommt maritimer daher als der Islay, Seetang weht einem um die Nase, er tut etwas ruppiger, und dann…. ich will’s nicht noch mal wiederholen.
    Jetzt mal eine ernst gemeinte Frage: wieviel Prozent Z.k. darf man einem Whisky beimengen, ohne dass er seinen Namen verliert?
    Fazit: das war wohl nix. Leider.

    1. Hallo Monika,

      danke für deinen Kommentar. Ich denke, dass dich der Begriff Zuckerkulör etwas in die Irre geführt hat: Bei Zuckerkulör / E150 / Karamellfarbe (alle drei Begriffe sind üblich) handelt es sich um einen Farbstoff, der von fast allen Whisky-Destillerien in Schottland eingesetzt wird. Der Zusatz ist auch in Single Malts ganz legal. Er muss bei in Deutschland verkauften Flaschen auf dem Etikett mit angegeben werden.

      Ein Grund für die Färbung des Whiskys ist die Kontinuität: Ein Single Malt soll über verschiedene Batches hinweg immer gleich aussehen und nicht einmal dunkler und einmal blasser. Gerade wenn mehrere Flaschen im Regal stehen könnte dies sonst zu Irritationen beim Kunden führen. Und natürlich trinkt das Auge mit: Viele Genießer ziehen einen kräftig farbigen Whisky einer blassen Abfüllung vor – eine dunklere Farbe wirkt also (vermutlich) verkaufsfördernd.

      Anders als häufig vermutet hat Zuckerkulör keinen Einfluss auf den Geschmack des Whiskys. Zum einen reicht eine winzige Menge bereits aus, um sehr viel Whisky einzufärben. Probiert man Zuckerkulör als Konzentrat pur, dann schmeckt es auch nicht süß, sondern im Gegenteil ziemlich bitter.

      Was du bei den Lidl-Whiskys geschmeckt hast, ist also nicht Zuckerkulör und schon gar kein Zuckersirup (dessen Zusatz nicht erlaubt wäre). Bei ausgiebigen Blindverkostungen konnten übrigens selbst erfahrene Whisky-Experten nicht herausschmecken, ob ein Whisky gefärbt war oder nicht.

      Ich hoffe, dass wir ein wenig Klarheit in die Begriffe bringen konnten und du den Ben Bracken Single Malts vielleicht doch noch eine Chance gibst. Falls sie dir dann nicht schmecken, liegt es zumindest nicht am Zuckerkulör.

      Viele Grüße
      Lukas vom Alkoblog

  2. Mal ganz ehrlich , der Preis ist nicht alles. Aber was ihr hier alles für Geschmacksnuancen entdeckt, Respekt.
    Ich habe den Speyside und den Islay probiert und finde sie beide einfach nur „spritig“.
    Zwei positive Aspekte fallen mir ein:
    1. ich habe Gott sei Dank nur die Probepackung gekauft.
    2. Gott sei Dank hat Mister Pemberton 1986 „CC“ erfunden.

    Morgen probiere ich den 28er Glenalba. Ich befürchte das Schlimmste.

    Gruß Gerald

    1. Hallo Gerald,

      schade, dass die Ben Bracken Whiskys nicht dein Fall waren. Wir fanden sie keineswegs spritig, sondern angesichts des Preises sogar sehr gelungen.

      Welche Single Malts genießt du denn sonst am liebsten?

      Viele Grüße

      Samuel

  3. Also erstmal vielen Dank für den Tip! Hatte grad mal Lust auf SM 😉

    Der Speyside ist ok … der Islay hat mich voll getroffen … auch mit einem Schüßchen Wasser wirklich fein für den Preis … der Highland wartet noch auf Verkostung …

    Geschmäcker sind halt sehr verschieden … und auch die Brieftaschen … ein Bekannter hat gerade eine Flasche Twenty Something für 720 € erhalten … was bin ich froh, mich auch an solch „billigem Fusel“ erfreuen zu können 🙂

    cheers

    1. Hallo Jörg,

      freut uns, dass du uns liest und wir dir einen guten Tipp geben konnten. 🙂

      Für den Preis des Ardbewg Twenty Something könnte man sich den Whiskyschrank tatsächlich mit einem Vorrat von Ben Bracken vollstellen, der wohl für viele Jahre reichen dürfte. 😉 Da lebt man schon deutlich preisgünstiger, wenn der eigene Geschmackssinn auch mal einen Discounter Single Malt akzeptiert…

      Herzliche Grüße

      Samuel

  4. Gibt es eigentlich Gerüchte, aus welchen Brennerein die Whiskies stammen? Ich rate da immer ganz gern (auch wenn ich die Wahrheit vielleicht niemals erfahren werde). Ich hätte folgendes vermutet:

    BB Islay: Caol Ila
    BB Speyside: Speyburn (oder Glenrothes)
    BB Highland: ??? (ich dachte zuerst an Aberlour, das wäre aber Speyside).

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