Eine schöne Flasche Gin macht im Barschrank eine gute Figur. (Foto: Alkoblog)
Eine schöne Flasche Gin macht im Barschrank eine gute Figur. (Foto: Alkoblog)

Ob mit Tonic Water gemischt oder pur mit Eis – Gin gehört zu meinen persönlichen Favoriten. Nach Feierabend gönne ich mir gerne mit guten Freunden einen kleinen Schluck der Spirituose. Am liebsten mag ich derzeit den Applaus Gin aus Stuttgart, der so schön nach Zimt und Lebkuchen schmeckt. Doch wie wäre es eigentlich, mal zuhause einen Gin ganz nach meinem Geschmack selbst herzustellen? In vielen Internetshops gibt es schon seit längerem Sets, mit denen sich laut der Hersteller Gin ganz einfach zuhause zubereiten lässt.

Private Gin: Do-it-Yourself-Set zur Gin-Herstellung

Private Gin bietet ein Einsteiger-Set, in dem alles enthalten ist, was man dafür benötigt: Gin Base (bestehend aus 40-prozentigem Alkohol), eine schicke 0,5-Liter-Flasche, einen Trichter mit Filtern und natürlich würzige Botanicals, die dem Gin erst seinen charakteristischen Geschmack verleihen. Kaum halte ich das Set in den Händen, zögere ich nicht lange und lege los. Hier lest ihr meine persönlichen Erfahrungen, die ich gemacht habe.

Das Set ist schön verpackt und macht bereits beim Öffnen einen guten Eindruck. Die Anleitung ist direkt auf die Schachtel gedruckt und verständlich formuliert. Perfekt also auch für Einsteiger geeignet, die sich wie ich zum ersten Mal der Herstellung eines eigenen Gins widmen.

Flasche, Alkohol und Botanicals: Alles dabei im Gin-Set zum selber machen. (Foto: Alkoblog)
Flasche, Alkohol und Botanicals: Alles dabei im Gin-Set zum selber machen. (Foto: Alkoblog)

Gin selber machen – Schritt für Schritt

Im ersten Schritt gebe ich zunächst die Wacholderbeeren (die wichtigste Zutat in den meisten Gins) in die Alkohollösung und lasse sie für 24 Stunden ziehen. Am nächsten Tag wird der Gin je nach Wunsch mit den Botanicals aromatisiert. Zur Wahl stehen Piment, Hibiskus, Kardamom, Koriander, roter Pfeffer, Orangenschale und Zitronenschale. Gar nicht so leicht, sich da zu entscheiden. Auf der Website von Private Gin werden drei verschiedene Varianten vorgestellt. Ideal für alle, die sich lieber an ein bestehendes Rezept halten möchten.

Der Kreativität sind bei der Auswahl der Botanicals keine Grenzen gesetzt

Ich mag es eine Spur kreativer und entscheide mich für einen Botanical-Mix aus Piment, Zitronenschale und Kardamom. Da ich wie gesagt gerne Gins mit einer würzigen Geschmacksnote trinke, Weihnachten schon bald vor der Tür steht und ich sowieso Zimt zu meinen absoluten Lieblingsgewürzen zählt, gebe ich auch noch in Eigenregie eine halbe Zimtstange mit in das Glas. Dann heißt es warten. Mindestens 24 Stunden soll der Gin mit den Gewürzen durchziehen.

Bei mir werden aus den 24 Stunden mal eben 48 Stunden – aber das kann ja bestimmt nicht schaden. Für das Umgießen vom Einmachglas in die Gin-Flasche solltet Ihr Euch Zeit nehmen, damit kein Tropfen des wertvollen eigenen Gins verplempert wird.

Tipp: Am besten den Gin vorher in einen Messbecher mit Einfüll-Tülle geben und besser im Waschbecken umgießen, sonst habt Ihr am Ende noch eine kleine Gin-Pfütze in Eurer Küche 😉 Insgesamt ist aber auch dieser letzte Schritt sehr einfach. Am Schluss wähle ich aus den drei beigelegten Etiketten noch eines mit dem schönen Slogan „Smile, there’s gin inside“ aus und klebe es auf die Flasche – fertig!

Der selbstgemachte Gin ist ein Hingucker

Die hübsche Flasche macht auf jeden Fall Eindruck. Hat ja auch nicht jeder so einen individuellen Gin zuhause auf dem Wohnzimmerregal stehen. Im Laufe des Wochenendes sprechen mich mehrere Freunde, die mich bei mir zuhause besuchen, darauf an. „Was, du machst deinen Gin selber? Cool, wie geht das?“ Die Optik hat somit schon mal gegenüber einer 08/15-Flasche aus dem Supermarkt gewonnen. Doch wie sieht es mit dem Aroma aus? Wird der selbstgemachte Gin auch den Geschmackstest bestehen? Werde ich die einzelnen Botanicals herausschmecken können? Anders als bei fertig gekauften Gin-Sorten weiß ich diesmal immerhin sehr genau, welche Zutaten in „meinem“ Gin enthalten sind.

Testergebnis: „Schmeckt nach Lebkuchen und Weihnachtsmarkt“

Ich mache den Versuch und verkoste den Gin zunächst pur in einem Nosing-Glas. Zunächst rieche ich an der goldig schimmernden Flüssigkeit: Ein würziger Duft aus Wacholder und Zimt steigt mir in die Nase. Auch geschmacklich erinnert mich dieser Gin definitiv an Lebkuchen, Weihnachtsmarkt und kalte verschneite Winterabende. Der Zimt und der Kardamom waren definitiv eine gute Wahl. Wirklich sehr lecker! Die Zitronenschale und den Piment äußert sich hingegen eher in einer leichten Schärfe. Mir wird warm…dieser Gin heizt ein!

Insgesamt hat das Gin-Set von Private Gin unseren Test definitiv bestanden. Mit wenig Aufwand lässt sich innerhalb von wenigen Tagen ein leckerer Gin zuhause herstellen. Es ist ein schönes Gefühl eine Flasche „mit eigenem Gin“ zu haben. Meinen Private Gin werde ich definitiv bald an kalten und grauen Winterabenden genießen, entweder pur on the rocks oder mit etwas aufgeschäumter heißer Milch.

   Gin-Set von Private Gin hier bestellen…

8 Kommentare

  1. Welche „Alkohollösung“ liegt denn bei? Einfacher Weizenbrand, sprich Wodka? Wird ja wohl kaum „Gin“ sein, wenn man mit Wacholderbeeren anfangen muss. Und ob das Gin wird, naja. Ein Likör ohne Zuckerzusatz, denn nach der Mazeration im Wohnzimmer wird ja nicht distilliert.

  2. Also ein Gin, der nach Lebkuchen riecht und schmeckt, ist für mich kein Gin. Wenn ich denke, dass einer der feinsten Gins, z.B. der Tanqueray London Dry Gin weniger als 25 € / L kostet, erschließt sich für mich der Sinn eines Gin-Baukastens eher nicht.

    1. Danke für deinen Kommentar! Ich denke der Reiz eines solchen Gin-Sets liegt eben darin, einen Gin individueller gestalten und mit unterschiedlichen Nuancen ausstatten zu können. Tanqueray ist aber sicher auch keine schlechte Wahl, wenn man keinen eigenen Gin ansetzen möchte.

      Viele Grüße
      Lukas

  3. Man könnte sicher darüber diskutieren, wo dieser Gin nach EU Spirituosenverordnung einzuordnen wäre (naja, lange diskutieren muss man nicht, da ist klar definiert, das es ein Gin ist!) aber das wäre langweilig. Gin ist einfach ein faszinierendes Getränk. Und auch wenn böse Zungen behaupten: „Schließ Dein Auto ab, wenn Du es verlässt, sonst ist eine Gin-Destille drin, wenn du wiederkommst“, so muss man doch sagen, dass die gin Vielfalt, die wir in Deutschland derzeit erleben, einfach phänomenal ist. Ein solcher Gin, der natürlich kein Distilled Gin und schon gar kein London Dry Gin, ist, ist dennoch was faszinierendes. Der Baukasten gibt jedem, auch mit kleinem Geldbeutel, die Möglichkeit „seinen“ Geschmack zu verwirklichen! Ich persönlich stehe auch mehr auf die „distilled“ gins, und die stelle ich mir dank einer eigenen legalen Destille auch noch selbst zusammen. Aber der Baukasten ist wirklich toll und ich kann nur jedem Gin Liebhaber empfehlen, sich auch mal selbst an soetwas zu versuchen!

    1. Hallo Gerrit,

      den Spruch mit dem Auto und der Gin-Destille kannten wir noch gar nicht. Sehr witziges Bild! 🙂 Ja wir finden Gin-Baukästen und Sets auch sehr interessant. So kann jeder mit verschiedenen Botanicals experimentieren und kriegt auch einen ersten (sicher vereinfachten) Eindruck von der Herstellung eines „Bathtub“-Gins. Klasse, dass du auch selbst destillierst. Welches sind deine Lieblings-Botanicals im Gin?

      Viele Grüße
      Lukas vom Alkoblog

  4. Hallo, ich habe das Private-Gin Set vor kurzem ausprobiert und bin begeistert. Das Ergebnis ist super! Bei einem vorherigen „Selbstversuch“ bin ich allerdings kläglich gescheitert. Dort hatte ich die Botanicals viel zu lang im Alkohol und der Ansatz ist nicht wirklich trinkbar…
    Mit dem Gin Set ist das Ergebnis gut und macht Lust auf weitere Experimente mit anderen Botanicals.

    Gruß Christian

    1. Hallo Christian,

      freut uns zu hören, dass du Freude an deinem „Gin-Selbstversuch“ hattest. 🙂

      Viel Spaß weiterhin beim Ausprobieren.

      LG

      Samuel

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