Der Dalmore 18 Jahre lagert in Ex-Bourbon und Ex-Sherryfässern und ist von Eichenholzaromen geprägt. (Foto: Alkoblog)
Der Dalmore 18 Jahre lagert in Ex-Bourbon und Ex-Sherryfässern und ist von Eichenholzaromen geprägt. (Foto: Alkoblog)

An meinen ersten Whisky von Dalmore kann ich mich noch lebhaft erinnern. Während einer Whiskyreise schlenderten mein Bruder und ich durch die Altstadt von Edinburgh und standen plötzlich vor der Devil’s Advocate Bar. Den geradezu teuflischen Verlockungen der Whiskykarte konnten wir natürlich nicht widerstehen und gönnten uns ein Dram des Dalmore 12 Jahre.

Der eigenständige Charakter der Destillerie, mit seinem eher schweren Mundgefühl und den dezenten Aromen eines holzgetäfelten Herrensalons hatte es uns auf eine Weise angetan, so dass wir kurz darauf auch den Dalmore 15 Jahre verkosteten. Dieser Whisky gefiel uns sogar noch besser. Nur logisch also, dass wir uns nun auch den Dalmore 18 Jahre nicht entgehen lassen wollen. Wobei interessant ist, dass jeder der drei Whiskys eine Lagerung mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Varianten durchläuft und vielleicht so erst seine jeweilige geschmackliche Finesse erhält.

In den Gassen der schottischen Hauptstadt gibt es auch einige interessante Bars zu entdecken. (Foto: Alkoblog)
In den Gassen der schottischen Hauptstadt gibt es auch einige interessante Bars zu entdecken. Spaziergänge machen bekanntermaßen durstig. (Foto: Alkoblog)

Die Lagerung des Dalmore 18 Jahre

Wie alle anderen schottischen Whiskys, wird auch der Dalmore 18 Jahre nach dem Brennen in Eichenholzfässern gelagert. Beim 18-jährigen Dalmore erfolgt die Lagerung zunächst für 14 Jahre in Ex-Bourbon-Casks aus amerikanischer Weißeiche. Hierauf folgen weitere drei Jahre in alten Matusalem-Sherryfässern aus Spanien. Der etwas ungewöhnliche Clou kommt in den letzten 12 Monaten hinzu. Denn die Sherryfässer werden für das letzte Jahr der Lagerung stehend aufgerichtet. Der Whisky erhält so in der letzten Reifephase intensiveren Kontakt zum Eichenholz, als dies bei normaler Lagerung in liegenden Fässern der Fall gewesen wäre.

Kann uns die Abfüllung von Master Distiller Richard „The Nose“ Paterson auch dieses Mal überzeugen? Zeit die Glencairn-Gläser aus dem Schrank zu holen und ein Dram des Dalmore 18 Jahre zu verkosten, der übrigens mit 43% etwas stärker als der 15-jährige Whisky abgefüllt wird.

Unser Tasting des The Dalmore 18 Jahre

Wie riecht er?

Direkt nach dem Einschenken lässt sich der Dalmore 18 Jahre zunächst noch nicht so recht in die Karten schauen. Dicht Aromen von Eichenholz durchziehen den Geruch diese Malt Whiskys. Doch dann entwickelt sich der Geruch sehr schnell im Glas. Süße Vanillenoten, Rohrzucker und auch fruchtige Weintrauben sind zu entdecken. Bei jedem Nosing lassen sich neue Aromen entdecken und so riechen wir auch Rosinen, getrocknete Aprikosen und Orangenschalen. Dann auch Frühstücksflocken (Haferflocken) mit Früchten sowie Apfelmus mit Zimt.

Wie schmeckt er?

Im ersten Geschmack ist der Dalmore 18 Jahre schwer und wuchtig mit intensiven holzigen und rauchigen Noten. Fast ist man erstaunt, dass die süßen und fruchtigen Noten aus der Nase sich nicht in einem leichteren Geschmack niederschlagen. Mit seinem sehr angenehmen leicht trockenen Mundgefühl macht es aber viel Spaß ein Dram des 18-jährigen zu genießen. Wir schmecken Aromen von kräftig röstigem Kaffee und dunkler Schokolade, Orangenschalen, Blutorangen und gebratener Apfel sowie viel Eichenholzaromen. Darüber hinaus kommen im Mund Aromen von Gewürzen wie Zimt, Gewürznelken, Muskatnuss zum Tragen. Der Abgang ist lang, trocken und geprägt von Eichenholz und Holzrauch.

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The Dalmore 18 Jahre
Gestaltung & Story91
Geruch92
Geschmack93
Preis-Leistung90
92
Fazit
Durch die Lagerung in Ex-Bourbon und Ex-Sherryfässern erhält der Dalmore 18 Jahre eine angenehme Vielschichtigkeit. Auch die 18-jährige Abfüllung von Dalmore weist den destillerieeigenen Charakter auf. Der Fokus auf Eichenholzaromen, eine klare Struktur und ein angenehmes Mundgefühl zeichnen diesen Whisky aus. Ein sehr guter Whisky insbesondere auch für den gehobenen geschmacklichen Anspruch. Für einen Preis von unter 100 Euro ein guter Griff.

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