Die besten Whiskys für Einsteiger stammen aus Brennblasen wie diesen (Foto: Alkoblog)
Die besten Whiskys für Einsteiger stammen aus Brennblasen wie diesen (Foto: Alkoblog)

Whisky – Sechs Buchstaben, die wie eine Verheißung klingen. Das „Wasser des Lebens“ begeistert seit vielen Jahren mehr und mehr Genießer aus aller Welt. Das Hauptproblem vieler Whisky-Einsteiger: Es gibt einfach zu viele verschiedene Flaschen. Womit also anfangen? In diesem Artikel wollen wir euch sieben Whiskys vorstellen, die alle auf ihre Weise einen wunderbaren Einstieg in die Welt des Scotch darstellen.

Es handelt sich durchgehend um Single Malts (was nicht heißt, dass es nicht auch vorzügliche Blended Whiskys gibt) und um Age Statements – also Whiskys, bei denen das Alter auf dem Etikett genannt wird. Und damit die ersten Schritte nicht zu teuer werden, haben wir nicht nur auf einen ausgewogenen Geschmack sondern auch auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis geachtet. Hier unsere Whisky-Tipps für Einsteiger:

Der Überraschende: Glenfarclas 10 Jahre (Speyside)

Der Glenfarclas 10 Jahre überzeugt geschmacklich und ist angenehm günstig. (Foto: Alkoblog)
Der Glenfarclas 10 Jahre überzeugt geschmacklich und ist angenehm günstig. (Foto: Alkoblog)

Der 10 Jahre alte Single Malt von Glenfarclas ist ein klassischer Speyside-Whisky, welcher die Aromen von sehr reifen Früchten aufweist. Neben Pflaume sind auch Zitrusaromen zu schmecken. Die prägnante Sherrynote, welches aus der Lagerung in ehemaligen Sherryfässern stammt, sowie der feine Rauch runden das Gesamtbild ab.  Mit einem Preis ab 25 Euro bietet der Glenfarclas 10 Jahre für einen Einsteiger-Whisky schon eine Menge Komplexität sowie Charakter und ist ein ausgezeichnetes Aushängeschild für die eigene Sammlung. Die Glenfarclas-Destillerie ist für ihr gutes Fassmanagement und für seine fairen Preise bekannt.

Glenfarclas 10 Jahre
Gestaltung & Story66
Geruch80
Geschmack80
Preis-Leistung96
81
Gelungen
Fazit
Früchte, Sherry, feiner Rauch - das Rezept Glenfarclas 10 geht auf. Für weniger als 30 Euro bekommt man einen leichten Whisky, der sich vor seinen Mitbewerbern nicht verstecken braucht. "Glenny" weiß, was er kann - ohne mit viel Marketing-Schnickschnack zu prahlen. Ein bodenständiger Malt mit Charakter!

Der Fruchtige: Aberfeldy 12 Jahre (Highlands)

Für sein Alter ist der Aberfeldy 12 Jahre ein ziemlich komplexer Single Malt. (Foto: Alkoblog)
Für sein Alter ist der Aberfeldy 12 Jahre ein ziemlich komplexer Single Malt. (Foto: Alkoblog)

Für einen Whisky aus dem Einsteigersegment ist der Aberfeldy 12 Jahre aus den schottischen Highlands schon ziemlich komplex: Deutlich schmeckbar sind Früchte wie reife Birnen, feine Honigaromen und eine deutliche Getreidenote gesellen sich dazu. Ein sehr vielschichtiger würziger Whisky, den man gerne immer wieder trinken möchte. Für rund 40 Euro pro Flasche ist er teurer als der Glenfarclas, aber bietet im Vergleich noch mehr Tiefe und Struktur.

Aberfeldy 12 Jahre
Gestaltung & Story86
Geruch84
Geschmack84
Preis-Leistung80
84
Fazit
Für einen Whisky seiner Preisklasse ist der 12-jährige Single Malt von Aberfeldy ungewöhnlich komplex. Ein ganzer Obstkorb wandert über unsere Zunge, ehe der Whisky sich mit einem fein-rauchigen Finale verabschiedet. Ein exzellenter Whisky, der in keiner Sammlung fehlen sollte.

Der Rauchige: Laphroaig 10 Jahre (Islay)

Der Geschmack des Laphroaig 10 Jahre ist unverwechselbar - ein Whisky den man als Einsteiger probiert haben sollte. (Foto: Alkoblog)
Der Geschmack des Laphroaig 10 Jahre ist unverwechselbar – ein Whisky den man als Einsteiger probiert haben sollte. (Foto: Alkoblog)

Die Rauchbombe von der Insel Islay. Dieser Single Malt ist tatsächlich unverwechselbar: Kräftige Torfaromen und der typische medizinische Geschmack nach Jod und wilder salziger  See machen ihn legendär. Nicht umsonst lautet das Credo: „Entweder man liebt ihn – oder man hasst ihn“ Für rund 30 Euro ist der Laphroaig 10 Jahre verhältnismäßig  günstig und bietet einen starken Einstieg in die Welt der Insel-Whiskys. Wem diese Aromen zusagen, kann seine Sammlung anschließend um weitere Whiskys von Islay, Skye, Orkney und Co. erweitern.

Laphroaig 10 Jahre im Whisky-Test
Gestaltung & Story84
Geruch85
Geschmack88
Preis-Leistung92
87
Fazit
Kräftige Torfaromen und der typische medizinische Jodgeschmack zeichnen diesen Single Malt aus. Der Laphroaig 10 Jahre ist ein klassischer Vertreter der Islay-Whiskys. Mit einem Preis von rund 30 Euro, muss man hier nicht besonders tief in die Tasche greifen um einen handwerklich hochwertigen Whisky zu bekommen.

Der Klassiker: Glenfiddich 12 Jahre (Speyside)

Der Glenfiddich 12 Jahre gehört zu den meistverkauften Single Malts der Welt. (Foto: Alkoblog)
Der Glenfiddich 12 Jahre gehört zu den meistverkauften Single Malts der Welt. (Foto: Alkoblog)

Der Glenfiddich 12 Jahre darf in dieser Liste nicht fehlen: Er ist einer der klassischsten Einsteiger-Whiskys und zugleich (zusammen mit Glenlivet) der weltweit meistverkaufte Single Malt. Typisch für einen Speyside Whisky stehen auch beim Glenfiddich 12 Jahre die Fruchtaromen wie Apfel und Birne im Vordergrund. Besonders bestechen kann dieser Whisky durch sein leichtes, weiches und angenehmes Gesamtbild. Ein nicht übermäßig komplexer Whisky, der jedoch mit einem exzellenten Preis-Leistungsverhältnis zu überzeugen weiß: Teilweise gibt es diesen Scotch schon für 20 Euro im Angebot.

Glenfiddich 12 Jahre
Gestaltung & Story88
Geruch60
Geschmack50
Preis-Leistung90
72
Fazit
Mit seinem runden, weichen Geschmack und den Noten von Honig, Vanille und Birne ist Glenfiddich 12 Jahre sehr gut für Einsteiger geeignet. Der feine Rauch im Abgang macht Lust auf mehr - ein Versprechen was dieser Malt aber nicht ganz einlösen kann. Fortgeschrittene Genießer werden sich mehr Komplexität von ihrem Malt wünschen.

Der Milde: Auchentoshan 12 Jahre (Lowlands)

Der milde Lowlander von Auchentoshan wird vor den Toren Glasgows gebrannt. (Foto: Alkoblog)
Der milde Lowlander von Auchentoshan wird vor den Toren Glasgows gebrannt. (Foto: Alkoblog)

Der Auchentoshan 12 Jahre ist ein ausgesprochen milder Whisky aus den Lowlands: Er wird vor den Toren von Glasgow gebrannt. Durch dreifache Destillation erhält dieser Whisky sein besonders feines, blumiges und weiches Aroma. So dominieren bei der Kostprobe auch die süßen Noten, etwa nach Toffee-Karamell und feiner Vanille. Doch auch der Geschmack von Haselnuss kommt zum Vorschein. Ein sehr harmonischer Whisky zu einem fairen Preis: Rund 30 Euro kostet eine Flasche des 12-jährigen Auchentoshan.

Auchentoshan 12 Jahre
Gestaltung & Story80
Geruch64
Geschmack64
Preis-Leistung76
72
Gelungen
Fazit
Der 12-jährige Auchentoshan ist ein solider Lowland-Malt ohne größere Überraschungen. Im Glas gibt er sich harmonisch mit leicht nussigen Noten, die in Toffee übergehen. Insgesamt könnte der Geschmack aber noch etwas ausgeprägter und kräftiger sein. So bleibt das Bild eines harmonischen, aber nicht übermäßig komplexen Whiskys zurück. Für Einsteiger ist der Auchentoshan 12 Jahre gut geeignet. Mit rund 30 Euro ein solider Lowland-Whisky zu einem fairem Preis.

Der Maritime: Talisker 10 Jahre (Isle of Skye)

Der Talisker 10 Jahre von der Isle of Skye weist spannende salzige Aromen auf. (Foto: Alkoblog)
Der Talisker 10 Jahre von der Isle of Skye weist spannende salzige Aromen auf. (Foto: Alkoblog)

Ein richtiger Klassiker unter den maritimen Whiskys ist der Talisker 10 Jahre. Hergestellt wird er auf der Isle of Skye an der Westküste von Schottland. Im Tasting besticht er durch seine salzigen und rauchigen Aromen. Dadurch das er mit 45,8% Alkohol abgefüllt wird, ist der Whisky durchaus kraftvoll. Darüber hinaus bietet er aber auch Fruchtaromen wie Birnen, Mandarinen und Himbeeren Platz. Der Talisker 10 Jahre ist ein robuster vollmundiger Whisky mit deutlicher Schärfe und Rauchnote im Abgang. Für seine 10 Jahre bietet er eine gute Komplexität. Er ist eine gute Alternative zum Laphroaig 10 Jahre, der Torfrauch ist weniger stark ausgeprägt.

Talisker 10 Jahre
Gestaltung & Story90
Geruch80
Geschmack80
Preis-Leistung90
86
Fazit
Wer den Einstieg in die Welt der Insel-Whiskys wagen möchte, findet im Talisker 10 einen zuverlässigen Begleiter. Der angenehm komplexe Meeres-Malt vereint dabei fruchtige Aromen mit einer ordentlichen Portion Rauch. Doch keine Angst: Der Talisker 10 ist kein Torfmonster und will es auch nicht sein.

Der Gentleman: The Dalmore 12 Jahre (Highlands)

The Dalmore 12 Jahre ist ein schöner Herrenwhisky mit holzigen Noten. (Foto: Amazon)

The Dalmore 12 Jahre ist ein schöner Herrenwhisky mit holzigen Noten.Allein schon wegen seinem markanten Geweih auf der Flasche fallen die Whiskys von Dalmore auf. Dennoch gehört dieser Whisky nicht ganz zur ersten Reihe wenn man Genießer nach guten Whiskys für Einsteiger fragt. Unserer Meinung nach zu Unrecht, da mit Richard „The Nose“ Paterson als Master Blender eine Whisky-Legende seine Finger bei dieser Abfüllung im Spiel hat. Der The Dalmore 12 Jahre ist ein feiner Highland-Whisky welcher in ehemaligen Bourbon-Eichenholzfässern und Ex-Oloroso-Sherryfässern lagert. Im Tasting präsentiert dieser Whisky Aromen von Holz und Sherry sowie dunkle Früchte wie Sauerkirschen oder Birnen. Im Abgang folgt der feine Geschmack von dunklem Tee, Kaffee oder Schokolade nach.

The Dalmore 12 Jahre
Gestaltung & Story74
Geruch76
Geschmack78
Preis-Leistung74
76
Fazit
Der Dalmore 12 Jahre ist ein guter Einsteiger-Whisky, der über eine gelungene Aromenfülle und einen eigenständigen Charakter verfügt. Einziges Manko ist sein schmaler Körper. Da könnte er noch zulegen. Für rund 35 Euro pro Flasche eine empfehlenswerte Alternative zu anderen Standard-Malts.

Weitere empfehlenswerte Whiskys für Einsteiger

  • Balvenie Double Wood 12 Jahre
  • Glenmorangie 10 Jahre
  • Benromach 10 Jahre
  • Glendronach 12 Jahre
  • Ardmore Legacy
  • Deanston 12 Jahre
  • Highland Park 12 Jahre
  • Aberlour 12 Jahre Double Cask
  • Craigellachie 13 Jahre

Noch mehr Einsteiger-Whiskys für unter 50 Euro

Ihr sucht noch mehr Inspiration? Wir haben eine Liste mit noch mehr guten Whiskys für den kleinen Geldbeutel zusammengestellt. Darunter bekannte Klassiker, aber auch Malts, auf die man nicht gleich kommt.

Gute Whiskys für Einsteiger: Die große Liste

Mit welchen Flaschen habt ihr angefangen? Habt ihr noch weitere Tipps für Einsteiger?

2 Kommentare

  1. Ich habe keine Ahnung von Whisky!
    Vor einigen Jahren ließ mich ein Freund an einem Whisky probieren. Er ist „Kenner/Liebhaber“ und war hin und weg von dem Whisky, dessen Namen ich nicht mehr weis. Er schmeckte aber dermaßen nach Torf, dass ich ihn nicht trinken konnte! 😉
    Mein Sohn schenkte mir mal einen Glenfiddich 12. Diesmal war ICH hin und weg! 🙂

    1. Hallo Jörg,

      danke für deinen Kommentar. Schön zu lesen, dass du mit dem Glenfiddich 12 Jahre einen Whisky gefunden hast, der dir richtig gut schmeckt! Das ist auch für uns das Faszinierende an Scotch: Es gibt für jeden Geschmack die passende Flasche. Man muss sie nur durch Probieren finden…

      Viele Grüße
      Lukas vom Alkoblog

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