Ukraine-Konflikt, Krim-Krise, Sanktionen. Mal ehrlich, so richtig gut sind weite Teile des Erdballs momentan nicht auf Russland zu sprechen. Aber das ist noch lange kein Grund einem meiner Lieblingscocktails den Rücken zuzukehren, dem White Russian. Seinen Namen verdankt der vermutlich sowieso nur dem Umstand, dass Vodka eine seiner Hauptzutaten ist.

Was war zuerst da der Black Russian oder der White Russian?

In den 1960er-Jahren erkämpfte sich zunächst der Black Russian aus Kaffeelikör und Vodka seinen Platz in den Discos und Bars. Der mildere White Russian, welcher mit dem Zusatz von Sahne serviert wird, kam erst etwas später in den 70er-Jahren auf. In dieser Zeit standen süße, sahnige Drinks vermehrt im Fokus. Das der gehaltvolle Drink aus der wilden Disco-Ära sich heute immer noch ungebrochener Beliebtheit erfreut und zu einem echten Klassiker unter den Cocktails geworden ist, geht wohl vor allen Dingen auf den „Dude“ zurück.

Mit dem Dude in die Bars des 21. Jahrhunderts

Spätestens seit dem Film The Big Lebowski startete der White Russian seinen endgültigen Siegeszug und gehört auch heute noch zu den Standards in modernen Bars. Die Hauptfigur des von den Cohen-Brüdern gedrehten Films ist „der Dude“, ein etwas abgerissener Typ im mittleren Alter, der nicht viel auf die Reihe kriegt und sich gefühlt nur von Joints und White Russians ernährt. Der Dude gerät in eine aberwitzige Verwechslungsgeschichte, wird sogar von Killern gejagt und will dabei doch eigentlich nur seinen ramponierten Teppich ersetzt haben. Nach dem Film wollte ich unbedingt sofort diesen Cocktail probieren. Heute gehört der White Russian auch zu meinen Lieblingen. Warum ich ihn so mag? Leicht erhältliche Zutaten, schnell gemixt, intensiver Geschmack! Braucht es noch mehr für einen gelungenen Drink? Ich glaube nicht. Dann kann es ja losgehen!

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Da bekommt man doch gleich Durst! | Foto: John Holzer – flickr

Standardrezept für einen White Russian

Wer am nächsten Tag nicht mit schwerem Kopf aufwachen möchte, sollte auf eine solide Grundspirituose achten. Nehmt also für den White Russian nicht unbedingt den günstigsten Vodka von ganz tief unten aus dem Supermarktregal. Solide Qualität zu einem vernünftigen Preis bieten zum Beispiel Smirnoff oder Vodkas in einer ähnlichen Preislage. Für den richtigen Geschmack wählt man einen gängigen Kaffeelikör.  Zum Abrunden benötigt man jetzt noch Sahne, es muss nicht unbedingt richtige Sahne mit 30% Fettgehalt oder mehr sein. Auch fettreduzierte Sahnen mit weniger Fett, die im Supermarkt mitunter zum Kochen angeboten werden, funktionieren ebenso.

Mengenangaben für einen Cocktail

  •  6cl Vodka
  • 2cl Kaffeelikör
  • 2cl Sahne

So wird gemixt: Alle Zutaten in einen Shaker mit Eis geben und sehr gut schütteln (da sich die Sahne nicht so gut mischt). Anschließend in ein Old Fashioned beziehungsweise Tumbler-Glas abseihen. Fertig!

Rezept für einen White Russian mit Baileys Kaffee

Mengenangaben für einen Drink

  • 5cl Smirnoff Vodka
  • 2,5cl Baileys mit Kaffeegeschmack
  • 5cl Sahne
  • 1 Prise Muskatnuss zum verfeinern

So wird gemixt: Smirnoff Vodka und Baileys Kaffee mit Eis in einen Shaker geben und gut schütteln bis alles gut vermischt und kühl ist. Anschließend in ein geeignetes Glas abseihen. Jetzt kommt die Sahne dazu, die man man im Vorhinein für mehr Cremigkeit etwas schaumig geschlagen hat. Nach Bedarf mit etwas Muskatnuss gewürzt servieren. Fertig ist der White Russian mit Baileys, weitere Infos findet ihr hier.

„Und wie verhindert man, dass sich die Sahne gleich mit dem Rest vermischt?“

Wenn man in seinem White Russian schöne Schichten aus Vodka-Kaffelikör und Sahne erzielen möchte, gibt es einen einfachen Trick: Lasst die leicht geschlagene Sahne über den Rücken eines Löffels vorsichtig in den Cocktail fließen. Am Anfang ist ein wenig Übung gefragt, doch bald sollte man den Dreh heraus haben. Den Rest erledigt das Fett in der Sahne, welches dafür sorgt, dass sich die Sahne vom Rest abhebt und nicht vermischt.

Übrigens: Ob man einen White Russian bzw. schütteln darf, sollte, muss oder besser rührt, daran scheiden sich die Geister. Möglich ist generell beides. Ich persönlich finde der Drink sieht gerührt besser aus und schmeckt interessanter, wenn die Zutaten im Glas sich erst nach und nach vermischen. Wer Wert auf seine Strandfigur legt oder keine Sahne mag, kann die zugegebenermaßen üppige Sahne durch den gleichen Anteil Milch ersetzen.

Hallo? Ist hier noch Sahne? Zur Not einfachmal Milch nehmen! | Foto: Jason Rogers – Flickr

Manche Barmänner werden jetzt aufschreien: „Bloß keine Milch!“ Aber der Cocktail funktioniert finde ich mit Milch auch sehr gut. Wer den White Russian hingegen stilecht wie ein richtiger „Dude“ genießen möchte, verwendet keine Sahne sondern Half & Half. Das ist eine fettreduzierte Mischung aus Milch und Sahne (Fettgehalt ca. 10 bis 18%). Mit geringerem Fettgehalt schwindet jedoch auch die Möglichkeit die Sahne schaumig zu schlagen. Wer aber tatsächlich ganz auf Sahne oder Milch verzichten möchte, der findet mit dem ursprünglichem Black Russian seinen Drink.

Kräftigere Variante: Black Russian Rezept

Bei der ursprünglichen Drink-Variante, dem Black Russian wird auf noch weniger Zutaten gesetzt. Der Drink besteht nunmehr nur noch aus Vodka, Kaffeelikör und Eis und ist noch schneller gemixt beziehungsweise gerührt  Ein Drink zum langsamen Genuss – und damit wieder ganz im Sinne des „Dude“.

  • 6cl Vodka
  • 1,5cl Kaffeelikör (nach Geschmack)

So wird gemixt: Wodka und Kaffeelikör mit Eis in ein Tumbler-Glas geben, kurz rühren und genießen!

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