Mit rund 50 aktiven Destillerien ist die Speyside die vielfältigste Whiskyregion Schottlands. Rein geografisch gehört die Speyside zwar zu den Highlands, doch weil viele der hier gebrannten Malts einen ähnlichen Charakter haben, fasst man die Speyside-Whiskys meistens als eigene Kategorie zusammen. Ein klassischer Malt aus der Region ist meist rund und fein, sowie wenig bis gar nicht torfig. Die Speyside gilt als das Herz der schottischen Whisky-Produktion, weil hier nicht nur die meisten aktiven Destillerien liegen, sondern auch viele Zulieferbetriebe (wie Mälzereien, Abfüller, Fasshersteller) ihren Sitz in der Region haben.

Die Anfänge der Whiskyproduktion in der Speyside

Es gibt mehrere Gründe die dazu geführt haben, dass die Speyside heute so entscheidend für den schottischen Whisky ist. Einer davon ist die Landschaft: Für das Brennen von Whisky wird viel Wasser benötigt. Der Fluss Spey, der im Loch Spey in den schottischen Highlands entspringt und sich über 173 km lang durch das Tal schlängelt, bot mit seine Zuläufen und den allgemein in der Region vielzähligen Quellen, die perfekten Voraussetzungen für die Ansiedlung von Destillerien. Auch Gerste, eine weitere wichtige Zutat des Malts, war in der Region ausreichend vorhanden. Vor nicht allzu langer Zeit waren die einsamen Seitentäler der Speyside im Winter noch von der Außenwelt durch Schneemassen abgeschnitten. Was also tun in den langen Wintertagen? Das Brennen von Whisky wurde hier erst zu einer Tradition – und später zu einem erfolgreichen Geschäft.

Die Speyside heute

In der Speyside gilt das rund 1500 Einwohner zählende Dufftown als die Hauptstadt des Whiskys. Hier hat Glenfiddich ebenso seinen Sitz, wie Balvenie und die so wie der Ort heißende Dufftown-Destillerie. Ursprünglich gab es sogar sieben Brennereien vor Ort, doch die restlichen haben ihre Brennblasen bereits eingemottet. Ein beliebter Spruch zu Dufftown, welcher die große Bedeutung des Dorfes für den schottischen Whisky untermaueren soll, ist folgender: „Rome was built on seven hills, Dufftown stands on seven stills.” (Rom steht auf sieben Hügeln, Dufftown auf sieben Brennblasen).

Doch lohnt die Hauptstadt des Whiskys wirklich einen Besuch? Wir denken nicht, außer man plant ohnehin einen Zwischenstopp in einer der Destillerien. Denn Dufftown ist nicht das malerisch schöne und quirlige Whisky-Dorf welches man sich vorstellt. Grau und trist folgt Reihenhaus auf Reihenhaus, das Dorf wirkt leider sehr ausgestorben und nicht besonders einladend. Die Speyside insgesamt betrachtet ist allerdings jederzeit eine Reise wert und hält eine Vielzahl an Höhepunkte für Reisende bereit.

Dufftown

Unsere 5 Reiseempfehlungen in der Speyside

1. Die Speyside-Cooperage

In der Speyside Cooperage dreht sich alles um Whiskyfässer. Für die Lagerung von Whisky werden meist bereits benutzte Eichenholzfässer verwendet. In den verwendeten Fässern wurde zuvor zum Beispiel Bourbon-Whisky oder Sherry gelagert. Der Grund für die Lagerung des Whiskys in gebrauchter Fässer liegt im Geschmack. Bis zu 70% des Whisky-Geschmacks stammt aus der Fasslagerung. Fässer aus frischem Holz würden viele starke unangenehme Aromen an den Whisky abgeben, weswegen Fässer aus zweiter Hand bevorzugt werden.

Damit bei der Lagerung alles gut geht, keine Fässer während der teilweise sehr langen Lagerzeit kaputt gehen und der gewünschte Geschmack abgegeben wird, werden die Fässer in der Speyside Cooperage überholt und überprüft. Im Besucherzentrum werden Informationstafeln, Filme und Werkzeuge ausgestellt. Das Highlight ist jedoch die Möglichkeit die Küfer aus einer Glaskabine bei der Arbeit zu beobachten.

Speyside-Cooperage

2. Die Aberlour-Destillerie

Die Führung in der Aberlour-Destillerie ist eine der besten in der Speyside. So darf zum Beispiel während der Führung auch mal selbst Hand angelegt  und eine Probe aus den Mash-Tuns genommen und verkostet werden. Den vollständigen Bericht zur Destillerie-Führung bei Aberlour lest ihr hier.

3. Glen Moray-Destillerie

Eine exzellente Destillerie-Führung die in der Speyside nicht verpassen sollte wird bei Glen Moray in Elgin angeboten. Bei dieser Tour sticht positiv hervor, dass sehr ehrlich, authentisch und umfassend auf Fragen geantwortet wird. Außerdem darf fast überall auf dem Destilleriegelände (z. B. auch im echten Warehouse) fotografiert werden. Bei vielen Führungen wird nur ein „Show-Warehouse“, also kein echtes vorgeführt, was sehr enttäuschend ist. Die Details zur Destillerie-Führung bei Glen Moray findet ihr in unserem Bericht.

4. Lossiemouth

Lossiemouth ist eine kleine malerische Küstenstadt  nördlich von Elgin. Falls man die Destillerie-Führung bei Glen Moray besucht hat, ist hier der ideal Ort um bei einem Strandspaziergang den Tag ausklingen zu lassen. Sehenswert ist ebenfalls der in der Nähe gelegene Leuchtturm.

Leuchtturm-Lossiemouth

5. Grantown on Spey

Nette kleine Läden und eine entspannte Atmosphäre zeichnen Grantown on Spey aus. Die lange Einkaufsstraße lädt zum Shoppen ein und beim örtlichen Fleischer kann man sich seine tägliche Ration Haggies abholen. Ein schöner Urlaubsort um von hier seine Erkundungstour der Speyside zu beginnen.

Grantown-on-Spey

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