Whisky

Veröffentlicht am 16. März 2016 | Fotos: Alkoblog

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Whiskyreise: Mit dem Auto durch Highlands und Speyside

Von einem gemütlichen Spaziergang in der belebten Altstadt von Edinburgh über die Stille und Weite der Highlands bis zur tosenden Gischt des Atlantiks: Schottland hat für den Reisenden viel zu bieten. Doch eine Sache haben wir in dieser Aufzählung doch jetzt glatt vergessen – den Whisky. Das schottische Nationalgetränk ist ein weiterer Grund, weshalb jedes Jahr tausende Genießer und Neugierige den Weg in den Norden der britischen Insel wagen.

Easy living im historischen Edinburgh

Die größte Zahl der schottischen Destillerien versammelt sich in den Highlands und ganz besonders in der Speyside. Da der öffentliche Nahverkehr nur unregelmäßig verkehrt, empfehlen wir die Whiskyreise mit dem eigenen PKW oder besser noch einem Mietwagen zu unternehmen. Als optimaler Ausgangsort um weiter in den Norden zu reisen, bietet sich Edinburgh an. Die Stadt ist deutlich schöner und reizvoller als Glasgow, welches einen eher rauen Charme hat. Beim Flanieren auf der Royal Mile in Edinburgh fühlt man sich derweil in die georgianischen Zeit des 18. Jahrhunderts zurückversetzt. Warum nicht die Zeit nutzen, mit einem ersten Dram in einer Whiskybar (wir empfehlen The Devil’s Advocate unweit des Edinburgh Castle) auf die kommende Reise anzustoßen? Und wer es gar nicht erwarten kann, besucht die Glenkinchie-Destillerie eine gute Dreiviertelstunde mit dem Auto von Edinburgh entfernt.

Blick vom Staudamm auf den Fluss Tummel in Pitlochry. (Foto: Alkoblog)

Blick vom Staudamm auf den Fluss Tummel in Pitlochry. (Foto: Alkoblog)

Über die Firth of Forth in die Highlands

Der schnellste Weg in die Highlands und die Speyside führt über die M90 und den Firth of Forth bis nach Perth oder Pitlochry. Das Befahren der Forth Bridge ist der Eisenbahn vorbehalten, dennoch bietet sie einen beeindruckenden Anblick. Ab hier fangen die Highlands mit ihrer Schönheit so richtig an. Eigentlich möchte man sein Auto an jeder Kurve anhalten, um schnell ein Foto zu schießen, nur um zu merken, dass es hinter der nächsten Kurve noch schöner ist. Bei einem Abstecher nach Crieff, kann man die Glenturret-Destillerie besichtigen. In Pitlochry öffnen die Destillerien Edradour und Blair Athol ihre Tore für interessierte Besucher. Ein Ausflug in das sehr schöne Aberfeldy und zur Dewar’s-Destillerie bieten sich ebenfalls an. Bei der Wanderung in den „Birks of Aberfeldy“ wandelt man auf den Spuren des schottischen Dichters Robert Burns.

Impression der Speyside: Beschauliches Rauschen unter grünem Blätterdach. (Foto: Alkoblog)

Impression der Speyside: Beschauliches Rauschen unter grünem Blätterdach. (Foto: Alkoblog)

Die Speyside: Herz des Whiskys

Lassen wir die Region Perthshire hinter uns und fahren weiter nach Norden, dann wird es für den Whiskygenießer langsam ernst. Wir stoßen in das Herz der Whiskyindustrie in die Speyside vor – benannt nach dem Fluss Spey, der sich durch die grüne, hügelige Landschaft schlängelt. In dieser Gegend sind einige der namhaftesten Whisky-Destillerien zuhause, so dass man mindestens 2-3 Tage einplanen sollte. Ob bei Aberlour, BalvenieGlen Moray oder Glenfiddich, hier können Whiskygenießer sich den Herstellungsprozess ganz genau ansehen, Fragen stellen und Whisky genießen. Sehr interessant ist auch ein Besuch in der Speyside-Cooperage. Dort lassen viele Destillerien ihre Eichenholzfässer vorbereiten oder reparieren. In der spannenden Ausstellung erfährt man wissenswertes über den Einfluss der Eiche auf den Whiskygeschmack und kann von einer Galerie den (übrigens sehr gut bezahlten) Arbeitern über die Schulter schauen. In diesem Artikel findet ihr noch mehr Tipps für die Speyside.

Alles eine Nummer kleiner bei Edradour. (Foto: Alkoblog)

Alles eine Nummer kleiner bei Edradour. (Foto: Alkoblog)

Loch Ness und das Culloden Battlefield

Im Anschluss an die Speyside bietet sich ein Ausflug nach Norden an die Küste, zum Beispiel nach Elgin oder Lossiemouth an. Anschließend kann die Rückreise nach Edinburgh über Inverness und das berühmte Loch Ness, Fort Augustus und Fort William geplant werden. Auf dem Culloden Battlefield in der Nähe fand im Jahr 1746 eine der erbittersten Schlachten während des Zweiten Aufstandes der Jakobiten satt. Nach so viel Mythos und Historie ist ein Abstecher zu einer Wanderung im malerischen Nationalpark Loch Lomond & The Trossachs zur Entspannung eigentlich Pflicht, bevor der Weg zurück in das städtische Gewusel nach Glasgow oder Edinburgh führt.

Interessante Alternative: Eine organisierte Whiskyrundreise mit Mietwagen

Die Planung einer so umfangreichen Reise mit vielen Stationen und Destillerien besuchen erfordert einiges an Vorbereitungszeit. So ist zu beachten, dass die Öffnungszeiten der Visitor Center häufig begrenzt sind. Auch findet nicht jede Führung an jedem Tag statt – wer ein spezielles Tasting sucht, sollte sich dieses am besten vorher buchen, um vor Ort keine Enttäuschung zu erleben.

Wer es bequemer mag, findet fertige Arrangements mit Mietwagen in spezialisierten Reisebüros. So bietet etwa die British Travel Company aus Frankfurt eine Whiskyreise für Selbstfahrer unter dem Titel „The Whisky Spirit“ an. In diesem Fall übernimmt der Anbieter die Planung der Route und die Buchung der Hotels auf dem Weg. Häufig ist es möglich, entweder in gemütlichen Bed-and-Breakfasts zu übernachten (unser Tipp!) oder noch komfortabler in luxuriöseren Hotels oder Cottages. Auch ein Mietwagen mit ausreichendem Versicherungspaket ist bei diesen Angeboten bereits inkludiert.

Nur Fahren muss man noch selbst – und natürlich genießen…


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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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