Whisky

Veröffentlicht am 26. März 2017 | Foto: Dave Gunn / Flickr

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Quinoa, Hirse & Co.: 5 Whiskys aus ungewöhnlichem Getreide

Normalerweise denkt man bei Whisky an Gerste, bei amerikanischem Bourbon Whiskey an Mais und bei Rye Whiskey an Roggen. Dabei wird häufig vergessen, dass für die Whisky-Herstellung auch viele andere Getreide verwendet werden können. Denn dass gerade Gerste und Mais als traditionelle Whisky-Getreide gesehen werden, ist historisch bedingt.  Früher wurde Whisky schlicht aus dem Getreide gebrannt, welches in großen Mengen vorhanden war. Im rauen Klima Schottlands war dies die widerstandsfähige Gerste und in den USA überwiegend Mais, aber auch Roggen.

Whisky kann aus vielen Getreiden destilliert werden

Andere Whisky-Getreide sind auch in Europa und den USA lange bekannt. So werden für Whisky-Blends in den meisten Fällen Whiskys aus Gerste mit Grain-Whiskys geblendet. American Whiskey, also auch Bourbon wird meistens aus einer Mischung verschiedener Getreide wie Mais, Roggen, Gerste und Weizen gebrannt. Dennoch werden weltweit auch Whiskys aus sehr ungewöhnlichen Getreiden destilliert. Welches die Frage aufwirft: Ist das noch Whisky und eine schöne geschmackliche Ergänzung oder schon etwas völlig anderes?

Wir stellen euch 5 Whiskys aus ungewöhnlichen Getreiden, Pseudo-Getreiden und anderen Rohstoffen vor:

EDDU-Whisky wird aus Buchweizen gebrannt. (Foto: Distillerie de Menhirs)

EDDU-Whisky aus Buchweizen

Schon der erste vorgestellte Whisky ist kontrovers. Der von der Distillerie des Menhirs in der Bretagne destillierte Tropfen wird nämlich aus Buchweizen destilliert, welcher streng genommen gar kein Getreide, sondern ein Pseudogetreide ist. Bislang hat sich der Geschmack des Buchweizens allerdings wohl noch nicht in der Whisky-Welt rumgesprochen – EDDU ist nach Herstellerangaben der einzige Whisky aus Buchweizen weltweit. Im Tasting soll er durch florale und fruchtige Noten überzeugen.

Corsair-Whiskey aus Quinoa

Whiskey mit dem „Inka-Getreide“ Quinoa. (Foto: Corsair Whiskey)

Ein weiteres Pseudo-Getreide – in den letzten Jahren auch in den Reformhäusern der Welt als „Inka-Getreide“ bekannt geworden – ist Quinoa. Die krautige Pflanze ist anspruchslos und kann auch in Höhen über 4.000 Metern angebaut werden. Aus diesem Grund kommt ihr auch eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung des Welthungers zu.

Anscheinend kann man aus Quinoa aber auch einfach Whisky destillieren, wie die Corsair-Destillerie aus den Vereinigten Staaten beweist. Der Corsair-Whiskey wird aus Quinoa und gemälzter Gerste gebrannt, wobei das Quinoa dem Whiskey ein erdiges und nussiges Aroma verleihen soll.

Koval-Whiskey aus Hirse

Mal etwas Neues: Hirse im Whiskey. (Foto: KOVAL)

Hirse wird schon seit mehreren Tausend Jahren landwirtschaftlich genutzt. Wegen des höheren Ertrags wurde sie in ihren traditionellen Anbaugebieten allerdings durch Mais verdrängt. Die Koval-Destillerie aus den Vereinigten Staaten entdeckt nun die Hirse für ihren Whiskey neu. Der „Millet-Whiskey“ kommt  ungefiltert, als Single Barrel und in Bio-Qualität auf den Markt. Laut Tasting-Notes vereint er süße-fruchtige Aromen wie Dattel, Banane und Litschi auf sich.

 

Whisky aus Triticale von DryFly

Mit einer waschechten Getreide-Mischung haben wir es bei dem DryFly-Whiskey zu tun. Dieser wird aus Triticale destilliert, welches eine im 1800 Jahrhundert in Schottland entwickelte Kreuzung von Weizen und Roggen ist. Wie praktisch, dachte sich darauf wohl die amerikanische DryFly-Destillerie und brannte kurzerhand einen Whiskey, welcher die beiden Charaktereigenschaften dieser Getreide vereint. Abgefüllt wird der Small Batch Whiskey nach dreijähriger Reifung und in einer Stärke von 45%.

Mekhong-Whisky aus Zuckerrohr und Reis

Mekhong-„Whisky“ auf der Basis von Zuckerrohr und Reis. (Foto: Flickr / Kent MacElwee)

Zuckerrohr und Peitsche – Ach nein, Zuckerohr und Reis sind die Zutaten für den Mekhong-„Whisky“, welcher sich in Thailand großer Beliebtheit erfreut. Durch den großen Zuckerrohr-Anteil ist er allerdings viel näher an einem Rum, als an einem Whisky, da helfen auch die 5% Reis-Anteil nicht mehr viel.

Außerdem werden wohl auch noch Gewürze und Auszüge aus Kräutern hinzu gegeben, was ein Sakrileg für einen Whisky darstellt. Auch durch seine 35% Alkoholgehalt ist das Destillat vom Mekhong eigentlich gar kein Whisky mehr.

Was denkt ihr dazu? Sind ungewöhnliche Getreide eine spannende Ergänzung für den Whisky oder mögt ihr es lieber klassisch?

Was weltweit alles unter dem Namen Whisky getrunken wird, zeigt auch unser Überblick über die meistverkauften Whisky-Marken weltweit:

Weiterlesen:  Wetten, dass du 7 der 10 am häufigsten verkauften Whisky-Marken nicht kennst?


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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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