Kann man Whisky und Stollen zusammen genießen? Wir haben es probiert. (Foto: Alkoblog)

In der Weihnachtszeit steht frisch gebackener Christstollen in vielen Gegenden Deutschlands hoch im Kurs. Doch wie verhält sich so ein Stollen geschmackstechnisch, wenn er auf einen Whisky von der rauen Küste Schottlands trifft? Single Malt und Stollen – geht das gut?

Feldversuch mit Stollen und Bruichladdich Waves

Mit dem Bruichladdich Waves steht ein junger und leicht rauchiger Whisky von Hebrideninsel Islay im Barschrank bereit. Seine Herkunft von der Küste spiegelt sich im Geschmack nach Meergras und Wacholder wieder. Dazu kitzeln frische Noten von Zitrone die Nase. Als getorfter Whisky verfügt der Bruichladdich Waves darüber hinaus über ein angenehmes Rauchbouquet. Insgesamt zeichnet eine gelungene Mischung aus Rauchigkeit und Frucht diesen Whisky aus.

Der Christstollen stammt von Emil Reimann aus Dresden. Mit Zutaten wie Meergras und Wacholder kann er natürlich nicht punkten, dafür finden sich neben den typischen Rosinen auch Orangeat und Zitronat im Stollenteig. Er ist nicht zu trocken und verfügt über ein durchaus komplexes Geschmacksbild, welches ihn von günstigeren Stollen aus dem Discounter absetzt. Gut gefällt mir, dass der Stollen trotz der obligatorischen Puderzuckerschicht insgesamt nicht zu süß ist.

Whisky und Stollen eine gute Mischung?

Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber nach dem ersten Bissen Stollen bekommt man sofort Lust etwas zu trinken. Diesmal also nicht Tee oder Kakao, sondern ein schöner schottischer Whisky. Vom Geruch her treffen bei Stollen und Whisky ja Welten aufeinander. Der süßlich-würzige Weihnachtsduft trifft auf den geballten Rauch des Bruichladdich Waves. Beim Geschmack dann die Überraschung: Während die beerigen Noten des Bruichladdich hinter die fruchtigen Aromen des Stollen zurücktreten, bildet die salzige Rauchigkeit des Whiskys einen angenehmen Kontrast. Nur die Süße des Puderzuckers wird vom Bruichladdich Waves vielleicht nicht ganz optimal aufgefangen – eventuell würde hier ein lieblicher, blumiger Whisky noch etwas besser harmonieren.

Unser Fazit zu Whisky und Stollen

Whisky und Stollen – diese Kombination geht erstaunlich gut! Die weihnachtlichen Zutaten und Gewürze des Dresdner Christstollens und der Malt von der Küste Schottlands ergänzen sich ganz vorzüglich. Fast fragt man sich, wieso man nicht schon früher auf die Idee gekommen ist, beides zu verbinden. Es muss ja nicht gleich ein „Flambierter Stollen“ sein, wie er hier offeriert wird. Ein Christstollen wird mit 56-prozentigem Single Malt übergossen und angezündet (!!). Auspusten nicht vergessen und dann: Frohes Fest!

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