„Einen Whisky muss man richtig trinken, sonst ist er kein Genuss“, sagt der Purist.

„Es gibt keinen falschen Weg einen Whisky zu trinken – solange du dich damit wohl fühlst, ist alles perfekt“, sagt der Praktiker.

Doch wer von den beiden hat recht?

Die einfache, aber vielleicht nicht ganz befriedigende Antwort lautet: Es hängt ganz davon ab, welche Ansprüche man als Whisky-Trinker an einen Single Malt, Scotch Blend oder Bourbon stellt. Wer sich einfach nur einen gepflegten Feierabend-Drink genehmigen, vielleicht Musik dazu hören und mit Freunden quatschen will – der trinkt seinen Whisky vielleicht mit Eis, gemischt mit Cola oder als Cocktail.

Wer hingegen möglichst viele Aromen herausschmecken will, für den kann es eigentlich nur die pure, ungekühlte Variante geben.

Beide Arten haben ihre Vorzüge und Nachteile und natürlich ihre Fans. Wir vom Alkoblog schreiben niemandem vor, wie er seinen Whisky zu trinken hat. Deshalb stellen wir in diesem Artikel die 7 beliebtesten Varianten vor – such dir also einfach die aus, welche am besten zu dir passt!

Guten Single Malt trinkt man am besten pur. (Foto: Alkoblog)
Guten Single Malt trinkt man am besten pur. (Foto: Alkoblog)

Variante 1: Whisky pur trinken

Besonders geeignet für: Alle guten Whiskys

Die meisten Whisky-Kenner und Experten werden diese Variante empfehlen. Vor allem wenn es sich bei dem Whisky um einen Single Malt handelt, also einen häufig über viele Jahre gereiften Whisky aus nur einer Destillerie. Am besten gelingt der pure Genuss, wenn ein Nosing-Glas zum Einsatz kommt. Die Verkostung selbst gliedert sich in Sehen, Riechen und Schmecken. Die Süße und Frucht, die würzigen und holzigen Noten sowie der Rauch eines Whiskys können so optimal erkannt werden.

Hier erklären wir, wie man einen Whisky richtig verkosten kann. Viele Genießer schwören beim sogenannten Tasting auf ein Whisky-Wheel, welches die Aromen in übersichtlicher Form gliedert und so die Verkostung und das Erkennen der Aromen erleichtert.

Obwohl der pure Genuss von Whisky unbestreitbare Vorzüge hat, ist dennoch nicht gesagt, dass dies für jedermann und jeden Moment der beste Weg zum Trinken von Whisky ist. Nicht immer will man mit Stift und Block am Tisch sitzen und minutenlang die feinen Unterschiede verschiedener Marillen-Arten heraus ziselieren. Manchmal darf es etwas rustikaler sein: Warum nicht einen Whisky auf Eis genießen?

Bourbon oder Blends trinkt man häufig "on the rocks". (Foto: Alkoblog)
Bourbon oder Blends trinkt man häufig „on the rocks“. (Foto: Alkoblog)

Variante 2: Whisky auf Eis trinken (On-the-rocks)

Besonders geeignet für: Scotch Blends, Bourbon & Rye Whiskeys

„Einmal Scotch on the rocks, bitte“ – ja das klingt klasse, nach Abenteuer und jemandem, der sich auskennt in der Welt der Malts und Bourbons. Der weiß, welche Whisky-Sorten man so trinkt. Dabei ist „on the rocks“ eigentlich nur die Bezeichnung für eine Spirituose, die über einen Eiswürfel gegossen wird.

Und natürlich gibt es kaum etwas Erfrischenderes, als im Sommer einen kalten Scotch oder Bourbon auf Eis zu genießen. Doch natürlich beeinflusst das Eis den Geschmack: Erstens betäubt die kalte Temperatur die Zunge und macht es so schwieriger, ein breites Spektrum an Geschmacksnoten zu erkennen. Zweitens verwässert das Schmelzwasser der Eiswürfel den Whisky. Je länger man also an seinem Scotch on the rocks trinkt, desto dünner wird dieser geschmacklich. Zugleich werden aber auch Ecken und Kanten abgeschliffen, der Whisky wird insgesamt milder. Je nach Alkoholgehalt und Robustheit des Whiskys verträgt er Eis also sogar ganz gut.

Viele Leute genießen vor allem Blended Whiskys mit Eis, auch Bourbon und Rye Whiskey mit ihren stabilen Aromen werden gerne auf Eis getrunken.

Eine sehr gute Alternative zu Eiswürfeln sind Whisky-Steine: Diese werden im Gefrierfach zunächst auf arktische Temperaturen gebracht und dann in den Drink gegeben. Sie kühlen einen Whisky je nach Größe ganz beachtlich und sorgen für einen unverdünnten und dennoch kühlen Genuss der Spirituose.

Variante 3: Whisky mit Wasser trinken

Besonders geeignet für: Single Malt Whiskys

Wie bitte, Eis im Whisky ist unter Kennern verpöhnt, aber Whisky mit Wasser ist in Ordnung? Ja genau. Zumindest wenn es sich um kleine Mengen Wasser handelt. Viele Experten empfehlen einen guten Single Malt mit ein paar Tropfen Wasser „aufzuschließen“. Der hohe Alkoholgehalt eines Whiskys kann nämlich auch dafür sorgen, dass die darunter verborgenen feineren Aromen vom Alkohol verdeckt werden. Die Zugabe von ein paar Tropfen Wasser – echte Kenner schwören auf schottisches Quellwasser aus Flaschen – sorgen dafür, dass die Geschmacksnoten eines Whiskys sich weiter aufblättern und besser zu erkennen sind.

Variante 4: Heißen Whisky trinken

Besonders geeignet für: Scotch Blends

Wer schätzt ihn nicht, den Hot Toddy an einem kalten Winterabend? Der Whisky wird hierzu erhitzt und häufig mit Zitrone, Orange, Honig, Zimt, Kardamom oder anderen Gewürzen versetzt. Das mag für einen sehr leckeren heißen Drink sorgen, aber natürlich überdecken diese Zugaben das ursprüngliche Aroma des Whiskys. Der Kenner und Purist schüttelt mit dem Kopf und lässt sich auch nicht von der (freilich unbewiesenen) Aussage besänftigen, dass ein Hot Toddy heilende Kräfte bei Erkältung und Grippe besitzen soll. Auch ohne Zusätze gilt: Ein heißer Whisky verändert seinen Geschmack genauso deutlich wie ein eisgekühlter. Wer möglichst viele Aromen schmecken möchte, sollte also Abstand davon nehmen.

Klingt skurril? Whisky mit Tee trinken ist ebenfalls eine bewährte Konsumform. (Foto: Alkoblog)
Klingt skurril? Whisky mit Tee trinken ist ebenfalls eine bewährte Konsumform. (Foto: Alkoblog)

Variante 5: Whisky mit Tee trinken

Besonders geeignet für: Blends und Single Malts

Diese Methode kommt aus Fernost: In Japan, China und anderen Ländern Asiens ist es nämlich gar nicht so unüblich, Tee mit Whisky zu mischen. Dazu sollte man den hohen Stellenwert berücksichtigen, den ein erlesener grüner Tee in Japan oder China innehat. Eine handgepflückte Tee-Rarität und ein feiner Single Malt können so eine überraschende geschmackliche Melange eingehen.

Ein Darjeeling mit floralen Noten kann so die trockene Fruchtigkeit eines Speyside-Whiskys ausbalancieren. Der heiße Tee sorgt aber auch dafür, die Aromen weicher zu machen. Auch eisgekühlter Grüntee mit Whisky ist eine beliebte Variante, bei der Puristen selbstredend nur mit den Augen rollen werden.

Der schottische Whisky-Experte Dave Broom sieht allerdings tatsächlich Ähnlichkeiten zwischen Tee und Whisky. So könnten beide Getränke florale und tropische Aromen mitbringen, sogar rauchig sein.

Wer sich in tatsächlich schon mal einen Lapsang Souchong in die Tasse geholt hat, wird diese Nähe nicht leugnen wollen.

Vor allem in Asien beliebt: Der Whisky-Highball. (Foto: Alkoblog)
Vor allem in Asien beliebt: Der Whisky-Highball. (Foto: Alkoblog)

Variante 6: Whisky als Highball trinken

Besonders geeignet für: Japanische Blends und Single Malts

Und wir bleiben in Japan: Denn den erlesenen Single Malts aus Japan der letzten Jahre zum Trotz, trinken die meisten Japaner ihren Whisky immer noch am liebsten als Highball mit viel Eis und Sodawasser. Ein Blend wird genauso weichgespült wie ein guter Single Malt, die Aromen sind nur noch ganz fein herauszuschmecken. Diesen sehr leichten, fast hauchigen Geschmack lieben die Japaner. Er passt tatsächlich sehr gut zu rohem Fisch (Sashimi). Hier könnt ihr lesen, was ich in Japan über Whisky gelernt habe.

Variante 7: Whisky gemischt als Cocktail trinken

Besonders geeignet für: Scotch Blends, NAS Single Malts, Bourbon & Rye Whiskeys

Der Bartender Alexander Pilz stellt in seinem Blog Gentledrinks völlig richtig fest: „Denn es kommt sehr selten vor, aber umso mehr freue ich mich: Ein interessierter Gast fragt nach einem Whiskey-Cocktail. Noch seltener und fast schon eine kleine Herausforderung dann die Frage nach einem Scotch-Cocktail. Da fällt einem aus dem Stehgreif noch ein Rusty Nail oder vielleicht ein Rob Roy ein.“

Denn tatsächlich fristen Scotch-Cocktails in vielen Bars eher ein Schattendasein. Das mag daran liegen, dass viele Besucher ihren Whisky inzwischen lieber pur oder zumindest auf Eis genießen. Sie möchten keine Mischung mit anderen Spirituosen, die den ursprünglichen Geschmack eines Scotch überdecken.

Empfehlen können wir neben den bereits genannten Scotch Cocktails wie Rusty Nail, Rob Roy und Blood & Sand auch einfach einen Whisky Sour, der im richtigen Mischverhältnis einen Scotch ergänzt, aber nicht überflüssig macht.

Selbstredend würde niemand einen Whisky Cocktail mit einem Dalmore 40 Jahre mischen. Ein guter Mainstream-Blend tut es genauso. Aber auch Single Malts ohne Altersangabe (so genannten NAS-Whiskys) eignen sich häufig gut zum Mixen eines leckeren Cocktails.

2 Kommentare

  1. Eine weitere Alternative, für diejenigen welche Ihren Whisky gekühlt trinken möchten aber nicht mit Wasser verdünnen wollen, ist gekühlte Glas- oder Granitsteine zum Kühlen verwenden.
    VG
    Christina

  2. Wenn Ihr Whisky mit Tee empfehlt, dürft Ihr Whisky mit Kaffee nicht verschweigen! Sowohl zusammen in einem Gefäß oder parallel aus Zwei: das passt geschmacklich zusammen (nach meinem Geschmack jedenfalls).

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