Eine Auswahl von Whisky-Miniaturen (Foto: Alkoblog)

Jeder kennt sie, die kleinen Fläschchen die einen im Supermarkt kurz vor der Kasse anlachen. Korn, Vodka und Kräuterschnaps bilden ein schwer zu umgehendes Spalier für kurzentschlossene Trinker. Zumeist sind es die billigen Marken, die hier um Aufmerksamkeit buhlen. Und es ist diese Mitgreifzone vor der Kasse, in der sich die Mini-Spirituosen ihren schlechten Ruf geholt haben.

Für Whisky-Genießer haben Miniaturen hingegen schon seit jeher einen besonderen Stellenwert: Nicht nur, dass sich die Mini-Malts hervorragend sammeln lassen und auch im Regal eine gute Figur abgeben. Noch dazu bieten sie mit ihren 50 ml eine hervorragende Möglichkeit, einen bestimmten Malt vor dem Kauf zu testen. Zwar sind die Whisky-Miniaturen im Vergleich gemessen an ihrer Füllmenge deutlich teurer als größere Flaschen – doch das gleicht sich spätestens dann aus, wenn man einmal von einem Malt enttäuscht wird. Dann ist man dankbar, wenigstens nur ein kleines Probe-Fläschchen erworben zu haben.

Für wen sich Whisky-Minis lohnen

Ich persönlich nutze Whisky-Miniaturen, um Scotch-Abfüllungen zu verkosten, bei denen ich vorher nicht zu 100 Prozent sicher bin, ob sie mir gefallen. Die Logik dahinter: Wird ein Whisky auf verschiedenen Seiten im Netz positiv besprochen, verspricht ein interessantes Geschmackserlebnis und hat ein faires Preis-Leistungsverhältnis – dann kann ich mir auch gleich eine ganze Flasche kaufen.

Pauschal kann man sagen, dass es sich kaum lohnt, Whisky-Miniaturen für Flaschen zu kaufen, die in der 0,7 Liter-Variante weniger als 30 Euro kosten. Beispiel: Von Johnny Walker Red Label brauche ich keine Probe, um festzustellen, dass es ein Standard-Blend ist, den man am besten mit Cola trinkt. Auch bei Whiskey oder Bourbon lohnt es sich aufgrund des geringeren Anschaffungspreises häufig kaum, erst eine kleine Probe zu kaufen.

Whisky-Minis gibt es in den verschiedensten Preislagen. Üblicherweise zahlt man für einen Single Malt-Mini mit 0,05 Liter ab etwa 5 Euro. Miniaturen von alten Whiskys können aber gut und gerne 25 Euro und mehr kosten – gemessen am Flaschenpreis für einen 40 Jahre alten Malt kann das immer noch ein guter Deal sein.

Beliebte Whisky-Miniaturen im Überblick

Ardbeg 10 Jahre
Preis als Miniatur: ca. 8.70 Euro
Preis für große Flasche: ca. 39.50 Euro

Laphroaig 10 Jahre
Preis als Miniatur: ca. 6.40 Euro
Preis für große Flasche: ca. 30 Euro

Auchentoshan Three Wood (NAS)
Preis als Miniatur: ca. 7.20 Euro
Preis für große Flasche: ca. 43 Euro

Auchentoshan 18 Jahre
Preis als Miniatur: ca. 8.90 Euro,
Preis für große Flasche: ca. 70 Euro

Glenfarclas 21 Jahre
Preis als Miniatur: ca. 10.90 Euro
Preis für große Flasche: ca. 67 Euro

Glenfarclas 25 Jahre
Preis als Miniatur: ca. 13.90 Euro
Preis für große Flasche: ca. 90 Euro

Glenfarclas 40 Jahre
Preis als Miniatur: ca. 27 Euro
Preis für große Flasche: ca. 280 Euro

Glenfiddich 12 Jahre
Preis als Miniatur: ca. 4.60 Euro
Preis für große Flasche: ca. 25 Euro

Glenfiddich 18 Jahre
Preis als Miniatur: ca. 8.90 Euro
Preis für große Flasche: ca. 48 Euro

Highland Park 12 Jahre
Preis als Miniatur: ca. 4.90 Euro
Preis für große Flasche: ca. 30 Euro

Johnnie Walker Red Label Scotch Blend
Preis als Miniatur: ca. 2.70 Euro
Preis für große Flasche: ca. 15 Euro

Preise: Eigene Recherche auf Amazon.de und in verschiedenen Whisky-Shops

Selbst abgefüllte Proben in Whisky-Foren

In Whisky-Foren werden gerne selbst abgefüllte Fläschchen getauscht und gehandelt. Genießer der Spirituose stellen hierzu eine Liste der Flaschen ein, welche sie besitzen. Jeder schaut nun, was ihn bei dem anderen Sammler besonders interessiert. Dann kommen die Tauschinteressierten ins Geschäft: Eine Probe des gewünschten Malts wird abgefüllt und als Whisky-Miniatur per Post auf die Reise geschickt. Manche verkaufen auch Whiskyproben – häufig zum Selbstkostenpreis an Foren-Mitglieder. Der Vorteil ist auch hier: Man muss sich nicht jede Flasche in der großen Version kaufen, um sie zu probieren. Besonders aktiv sind in diesem Bereich die Foren von Whisky.de und Whiskymania.de. Wie immer bei Geschäften im Internet ist natürlich etwas Vorsicht geboten, damit man nicht an Betrüger gerät.

Aller guten Dinge sind drei: Whisky-Miniaturen-Sets

Ebenfalls interessant sind Whisky-Miniaturen im Set: Hier wird ein Sortiment aus meist drei oder vier kleinen Flaschen in einem Karton angeboten. So kann sich zum Beispiel ein 10-, 15- oder 18-jähriger Single Malt im Set befinden. Diese Whisky-Miniaturen-Sets sind hervorragend zum Probieren der Abfüllungen einer Destillerie und natürlich als Geschenk geeignet. Für vergleichsweise wenig Geld kann man mehrere hochwertige Single Malts miteinander vergleichen – und so mit etwas Glück eine neue Lieblingsflasche finden.

Alkoblog.de Tipp:
Wieso nicht mal eine Mini-Party veranstalten? Lade ein paar gute Freunde ein und sag jedem, dass er zwei oder drei Whisky-Miniaturen mitbringen soll. Für die gemeinsame Verkostung gibt es dann viel Auswahl und Diskussionsstoff. Verteile Verkostungsblätter für Notizen und wähle mit deinen Freunden den Whisky des Abends.

Die Malt-Minis bringen Abwechslung in die eigene Sammlung und ermöglichen es, mehr unterschiedliche Whiskys zu probieren, als dies beim Kauf von Einzelflaschen möglich wäre. Häufig holt man sich erst eine Probe ins Haus – und bestellt sich den Malt dann doch in der Vollversion. Wer eher günstigen Whisky oder Bourbon schätzt, kann direkt zur (großen) Flasche greifen, da die Whisky-Minis sich eigentlich nur bei teureren Flaschen richtig lohnen. Immer dann, wenn man sich bei einem Scotch nicht ganz sicher ist, sollte man schauen, ob man nicht mit einem Probe-Fläschchen vorab auf Nummer sicher geht.

Was hältst du von Whisky-Miniaturen? Erzähl es uns in den Kommentaren.

4 Kommentare

  1. Die mini Whiskys sind auf jeden Fall eine nette Geschenkidee. Aber sie sind meines Erachtens auch interessant für Whisky Sammler und Anleger, die vor einer Investition den Whisky erst mal versuchen wollen.

  2. Hallo Ich bin nicht der Meinung dass eine Whiskyminiatur eine nette Geschenkidee ist . Der Preis einer grossen Flasche ist eigentlich immer wesentlich günstiger. Z.B. wurde unlängst eine Glenfarclasminiatur um einen Preis versteigert für die ich bei Scoma 2 grosse identische Flaschen normal kaufen kann und das Porto wäre auch noch inkludiert. Dabei spreche ich gar nicht von Ben Wyvis, Ayershire-Ladyburn oder Killyloch, die ob der Seltenheit astronomische Summen kosten. Auch die verschiedenen älteren Macallan sind derzeit hoch im Kurs. Also kann ich nur empfehlen als Laie in einem gut bestückten Lokal einige der verschiedenen Hauptgeschmäcker zu probieren. Mild und weich oder medizinisch oder salzig. Wenn einem dieser Richtungen zusagt würde ich eine günstige grosse Flasche erwerben. Es gibt nämlich keinen schlechten Whisky ! Es gibt nur einen der dir schmeckt, oder eben nicht. Viel Vergnügen Hans

  3. Es macht auch aus einem anderen Grund Sinn:
    Man hat nicht so viele zu 99% volle Flaschen mit „Enttäuschung“ herum stehen!
    Was gibt es schlimmeres als Falschen voller Whisky, der nicht schmeckt?
    Soviel Cola und Ginger Ale kann man gar nicht kaufen und trinken … 😉

    Die kleinen Probefläschchenen (5cl) trinkt man zur Hälfte aus und falls der Geschmack dann nicht gefällt, gibt man sie einfach einem Freund (oder Feind?) weiter.

    Bingo!

  4. Zu dem Kommentar von Hans Quendler:
    Der Johnnie Walker Blue Label z.B. kostet z.B. in der 0,2L Flasche nahezu dasselbe (ca. 33 €) wie auf die Menge umgerechnet die 0,7L-Flasche!
    Der Glenfarclas 40 Jahre kostet als Miniatur mit 5cl rund 43€, die originale 0,7L-Flasche mittlerweile um die 750-800€. Da ist die Miniatur sogar günstiger!

    Soviel zu „eigentlich immer“ und da gibt es genug andere Beispiele.
    Miniaturen machen schon Sinn, wenn man genau hinsieht.

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