Whisky

Veröffentlicht am 3. November 2015 | Foto: Ancient Age Bourbon

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Diese Whisky-Geschenke machen Genießer zu Weihnachten glücklich

Du bist in einer Beziehung mit einem Whiskygenießer oder einer Whiskygenießerin? Alle Daumen hoch und herzlichen Glückwunsch, alles richtig gemacht! Warum? Ganz einfach weil Whiskytrinker durch jahreslanges Nosing und Tasting einen hervorragenden Geschmack entwickelt haben. Sonst hätten sie sich ja nicht eine so tolle Partnerin oder Partner ausgewählt, der sich nun so aufopferungsvoll auf die Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk für sie macht. Ist der glückliche Whiskytrinker euer Bruder, eure Schwester oder Onkel, Opa oder ein anderer Verwandter? Ebenfalls sehr gut. Ihr werdet dann selber am besten wissen, was euren Whiskygenießer so besonders liebenswert macht.

Doch selbst Whiskytrinker haben zuweilen ihre kleinen Kehr- und Schattenseiten. So sind einige von ihnen sehr kritisch, zumindest wenn es um Whisky geht. Was den Umstand, ein passendes Whiskygeschenk finden zu müssen, zu einer kleinen Aufgabe machen kann. Doch zum Glück habt ihr ja jetzt unseren Weihnachtsgeschenke-Ratgeber gefunden, der wertvolle Anregungen und Tipps gibt.

Whiskygeschenke im Überblick

Whiskys für Einsteiger, die noch nicht genau wissen was ihnen schmeckt

ancient-age-bourbonEin passendes Whiskygeschenk für einen Einsteiger zu finden, ist im Prinzip gar nicht mal so schwierig. Immerhin ist der relative Whiskyneuling im besten Fall noch für viele verschiedene Abfüllungen offen. Empfehlenswerte Single Malts gibt es mit wenigen Ausnahmen ab 30 Euro aufwärts – doch nicht alles was golden in der Flasche schimmert ist sein Geld auch wert. Deshalb hier unsere Tipps:

Ein spannender milder Highland-Whisky ist der Glenmorangie Quinta Ruban, der in Bourbon- und Portwein-Fässern gelagert wurde. Mehr noch ein Geheimtipp ist der hierzulande immer noch weithin unbekannte Benromach 10 Jahre: Völlig zu unrecht, denn dieser Malt duftet nach Früchten und schmeckt herrlich getreidig-malzig mit ganz leicht rauchigem Finish. Er überfordert keinen Einsteiger, aber lockt dennoch mit vielschichtigen Aromen. Es gibt ihn auch als kräftige Abfüllung mit 57 % Alkohol – genannt Benromach 10 Jahre 100 Proof. Wenn der Whisky mild, aber mit schönen Holzaromen sein soll, dann ist der Auchentoshan Three Wood eine gute Wahl. Der Malt reift erst rund 10 Jahre im Ex-Bourbon-Cask, anschließend zwei Jahre im Oloroso-Sherry-Cask und wird dann im lieblichen Pedro Ximenez-Cask verfeinert.

Oder wie wäre es mit einem amerikanischen Whiskey anstelle eines Scotch? Mit Elijah Craig Bourbon oder den Bulleit Rye Whiskey warten zwei aromatische Vertreter darauf, von Genießern verkostet zu werden. Sie eignen sich auch hervorragend als gediegener Feierabend-Drink und dürfen (anders als die oben genannten Single Malts) auch mit Eis im Tumbler genossen werden.

Darf es etwas Torf sein? Wir hätten da ein paar Vorschläge… (Foto: Alkoblog)

Whiskys für Liebhaber von Rauch & Torf

Einige Whisky-Genießer sind nicht nur besonders liebenswerte und tolle Menschen, sie mögen auch absonderliche Dinge: Wenn nach dem Entkorken der Flasche nicht direkt ein paar Rauchschwaden in der Luft hängen, werden sie schnell unzufrieden und lassen die Mundwinkel hängen. Und dies kann man an Weihnachten nun mal wirklich gar nicht gebrauchen! Irgendwer muss ja schließlich noch den ganzen Lego-Kram der Kinder aufbauen…

Wenn euer Genießer mehr als eine Flasche von Ardbeg oder Laphroaig im Regal stehen hat, gehört er vermutlich zu dieser Gattung (zumindest wenn die Flaschen nicht seit Jahren eingestaubt und ungeöffnet vor sich hin vegetieren). Vertikal schenken kann jetzt natürlich die Devise sein: Also eine ältere Abfüllung der bekannten Marke schenken.

Origineller sind besondere Abfüllungen der Destillerie, wie der (leider etwas teure) Ardbeg Perpetuum. Das Aromaprofil wird gekonnt erweitert, sicher einer der komplexesten Ardbegs. Beim Laphroaig ist der neue 15-jährige einen Blick wert. Auch hier zahlt man die Neuheit und Exklusivität etwas mit (aber was solls, es ist ja Weihnachten!). Jünger, aber in kräftiger Fassstärke wartet der Laphroaig 10 Cask Strength darauf, verschenkt zu werden. Zu den Klassikern unter den rauchigen Single Malts zählt zweifellos der Highland Park 18 Jahre von der Insel Orkney. Reife Aromen, viel Charakter. Rauch, Torf und Sherry. Oder wie es in unserem Fazit zum Test heißt: „Ein großer Vertreter der klassischen Age-Statement-Whiskys, der jede Bar bereichert.“ Für kleines Geld bietet der Caol Ila Moch von der wohl unterschätztesten Islay-Destillerie eine Aromenmischung die sich wohl am ehesten als „Breakfast Malt“ umschreiben lässt: Leicht, jung und rauchig mit den Aromen von Weintrauben und Frühstücksflocken. Vielleicht auch was für den Weihnachtsmorgen? Vorsicht übrigens, wenn ihr die Flasche einem Franzosen schenkt: „Moche“ heißt auf Französisch hässlich oder mies.

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Schottische Highlands: Wilde Natur und tolle Whiskys (Foto: Alkoblog)

Milde Malts für Fortgeschrittene

Es gibt sie und das gar wohl gar nicht mal so selten: Zarte Gemüter, die statt an Rauch- und Torfmonstern viel mehr Gefallen an feinen, fruchtigen und subtilen Whiskys finden. Bekannt für diesen Whiskystil sind vor allem Abfüllungen aus der Speyside und den Highlands. Und auch ich finde großen Gefallen an der großen Vielfalt dieser Whiskydestillerien. Der Dalmore 15 Jahre mit dem markanten Geweih hat mich dieses Jahr besonders überzeugt. Das ist ein echter Herren-Whisky den man an langen Winterabenden gut genießen und entdecken kann. Eine meiner Lieblingsdestillerien ist Glenfarclas, da sie für den Preis eine enorme Qualität liefert: Auch der Glenfarclas 15 hat mich nicht enttäuscht. Von Balvenie kommen ebenfalls erstklassige Malts. So begeisterte der Balvenie 17 Double Wood uns mit den reif-würzigen Aromen von Trockenfrüchten, Holz und Tabak. Leicht süß und dennoch würzig und ernst – ein Geschenktipp auch für Genießer, die schon alles haben. Auch der Blick außerhalb von Schottland lohnt. Japanische Whiskys haben eine überwiegend hohe Qualität, die leider inzwischen ihren Preis hat. Der Hibiki 12 Jahre ist eine exzellente Wahl, der Hibiki 17 Jahre noch etwas besser (und teurer).

Rote Karte: Diese Whiskys solltet ihr auf keinen Fall verschenken

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Früher ein beliebtes Geschenk: Alte Anzeige für Jim Beam

Wir haben lange überlegt, ob wir diese Kategorie machen sollen. Doch wir konnten nicht anders: Einige Whiskys sind so schlecht, dass man nur vor ihnen warnen kann. Diese Flaschen sollten nicht in buntes Papier gewickelt unter dem Tannenbaum landen.

Die schlechten Rezensionen in englischen Blogs haben uns nicht abschrecken können und wir haben im Duty Free den Haig Club Grain Whisky erworben. Er ist leider wirklich so schlecht, wie alle schreiben. Rote Karte für Beckham’s Fusel!

„Founders Reserve“, das klingt nach großer Tradition und langer Reifung. Doch der No-Age-Statement von Glenlivet entpuppt sich im Test als dünner und bitterer Speysider der langweiligsten Sorte.

Überhaupt halten viele No-Age-Statements leider immer noch nicht, was ihre blumigen Marketing-Namen versprechen. Unser Tipp zum Fest daher: Lieber mal wieder einen guten klassischen Malt-Whisky mit Altersangabe kaufen. Vielleicht sieht die Flasche nicht ganz so spannend aus, vielleicht ist der Text auf dem Etikett nicht ganz so überschwänglich. Dafür aber wird der Inhalt umso mehr überzeugen.

Und zuletzt: Verschenkt keine Whiskys unter 20 Euro. Mal ehrlich, es ist Weihnachten! Da könnt ihr doch nicht mit einem billigen Fusel wie dem Jim Beam White Label ankommen…

Praktische Accessoires: Whiskygläser

glencairn-whiskyglasWas nützt der beste Single Malt, wenn er aus einem unpassenden Glas getrunken wird? Genau deshalb sind Whiskygläser eine wichtige Investition – und ein umso besseres Weihnachtsgeschenk für Genießer. Gute Whiskygläser erinnern von ihrer Form her meist an eine Tulpe. Dies hat den Vorteil, dass die Aromen sich im Glas sammeln und so beim Nosing und Tasting besser wahrgenommen werden können. Das Non-Plus-Ultra in dieser Katergorie sind die Glencairn-Whiskygläser, die sich bereits auf vielen Veranstaltungen bewährt haben. Aber auch der Whisky Snifter von Spiegelau ist ein sehr gut geeignetes Glas. Wird eher Bourbon, Rye in Form von Whisky on the Rocks getrunken, sind stylische Gläser wie der Orrefors Street Old Fashion Tumbler eine stilvolle Variante.

Weiterbildung: Das Whisky-Standardwerk von Michael Jackson

michael-jackson-whisky-buchDas Aufregende an Whisky sind nicht nur die Aromen und der Geschmack, sondern ganz besonders die spannenden Geschichten und Prozesse hinter jeder Flasche und Destillerie. Der Autor von „Whisky, alle Marken und Destillerien der Welt“,  Michael Jackson (nicht der Sänger) hat mit diesem Buch ein echtes Standardwerk geschaffen, welches bis heute seine Gültigkeit bewahrt hat. Neben den ausführlich illustrierten Herstellungsprozessen werden viele Destillerien überwiegend aus Schottland vorgestellt, aber auch andere Whiskyländer wie USA oder Japan erweitern den Horizont. Neben den vielen klassischen Informationen gibt der Autor auch Einblick in seine persönlichen Verkostungsnotizen. Definitiv eine lesenswerte und mit vielen Fotos gestaltete Lektüre, die sich auch auf dem Couchtisch ganz hervorragend macht.

Du hast auch eine tolle Geschenkidee für Whiskygenießer? Lagst bei einem Geschenk schon mal komplett richtig oder total daneben? Wir freuen uns über deine Anregungen, Geschichten und Kommentare!


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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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