Whisky

Veröffentlicht am 5. Januar 2017 | Foto: Alkoblog

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Was ist Whisky? – Die wichtigsten Fakten in 5 Minuten

Ok, 5 Minuten los geht’s mit der allgemeinen Definition von Whisky:

Was ist Whisky?

Whisky ist eine Spirituose, welche aus Getreide hergestellt wird und nach der Destillation für mindestens drei Jahre im Eichenholzfass gelagert wird.

Man unterscheidet Scotch Whisky von seinen Namensvettern Irish Whiskey und Bourbon Whiskey (USA).

Was ist Scotch Whisky?

Fangen wir mit schottischem Whisky an. Er muss gemäß Scotch Whisky Regulation folgende Kriterien erfüllen:

  • Scotch Whisky darf nur in Schottland hergestellt, gelagert und abgefüllt werden
  • Scotch Whisky darf nur aus Wasser und Getreide hergestellt werden, für Malt Whiskys darf ausschließlich gemälzte Gerste verwendet werden
  • Malt Whiskys werden ausschließlich in Kupferbrennblasen destilliert
  • Scotch Whisky muss für mindestens drei Jahre in Eichenholzfässern lagern, die nicht mehr als 700 Liter fassen dürfen
  • Altersangaben auf dem Etikett beziehen sich immer auf den jüngsten enthaltenen Whisky
  • Es sind keine Zusätze außer Wasser und Karamellfarbe (Zuckerkulör / E150) erlaubt
  • Scotch Whisky muss mit mindestens 40% abgefüllt werden

Aus der Ardbeg-Destillerie auf Islay stammt ein charakteristischer Single Malt Whisky. (Foto: Alkoblog)

Noch 4 Minuten und wir steigen jetzt tiefer ins Thema ein:

Was ist der Unterschied zwischen Whisky und Whiskey?

Der Begriff Whisky wird häufig für schottischen Whisky verwendet, während Whiskey für Destillate aus anderen Ländern wir Irland oder den USA verwendet wird. In den letzten Jahren gibt es jedoch zunehmend Whiskys aus anderen Ländern, welche die Schreibweise „Whisky“ führen, um so ihre Nähe zum Scotch zu betonen (z.B. Whiskys aus Japan oder Taiwan).

Was ist Bourbon Whiskey?

Den Scotch haben wir eben schon kennengelernt. Aber was hat es mit amerikanischem Bourbon Whiskey auf sich?

Die wichtigsten Bourbon-Fakten im Überblick:

  • Während schottische Malt Whiskys nur aus gemälzter Gerste hergestellt werden, ist die Getreideauswahl in den Vereinigten Staaten deutlich größer: Mais (Corn), Roggen (Rye), Gerste oder Weizen dürfen verwendet werden
  • Die Getreidemischung für Bourbon muss zu 51 % aus Mais bestehen
  • Der Bourbon muss in neuen, ausgebrannten Eichenholzfässern gelagert werden
  • Keine Zusatzstoffe wie Farbstoffe oder Aromen sind erlaubt, zumindest bei Whiskeys mit dem Zusatz „Straight Bourbon“
  • Für Bourbon gibt es kein Mindestalter. Wird ein Bourbon für mindestens 2 Jahre im Fass gelagert, so darf er als „Straight Bourbon“ bezeichnet werden.
  • Ein Bourbon unter 4 Jahren muss eine Altersangabe auf dem Etikett tragen, dabei zählt der jüngste enthaltene Whiskey
  • Bourbon muss mit mindestens 40 % Alkoholgehalt abgefüllt werden

Ein Großteil des amerikanischen Bourbons stammt aus Kentucky. Hier wird bei der Willet Distillery Getreide abgeladen. (Foto: Alkoblog)

Noch 3 Minuten und wir lernen jetzt den irischen Whiskey kennen:

Was ist Irish Whiskey?

Anders als durch die Scotch Whisky Regulations ist der Irish Whiskey nicht so stark reguliert. Die Unterscheidung zum schottischen Whisky beruht deshalb häufig auf bestimmten Traditionen. So ist Irish Whiskey vom Geschmack her traditionell milder als viele Scotch Whiskys (es gibt jedoch auch rauchige Vertreter).

Traditionelle Unterschiede von Irish Whiskey und Scotch Whisky:

  • Für irische Whiskeys wird das Malz üblicherweise nicht über Torffeuern getrocknet, das macht sie milder als (rauchige) Scotch Whiskys
  • Der Whiskey wird dreimal destilliert, dabei kommt das Patent-Still-Verfahren (Säulendestillation) zum Einsatz, welches es erlaubt, mehr Whiskey in kürzerer Zeit herzustellen. Es gibt jedoch auch einige Destillate, die in Kupferbrennblasen hergestellt werden.
  • Die Bedeutung der Blends ist in Irland deutlich größer (es gibt mehr Blends als Single Malts in Bezug auf die angebotenen Marken)

Gleich ist:

  • Der Whiskey muss mindestens drei Jahre in Eichenholzfässern gelagert werden

Noch 2 Minuten und wir machen den Endspurt!

Was ist der Unterschied zwischen Single Malts und Blends?

Als Königsklasse des schottischen Whiskys gilt allgemein der Single Malt. Er muss die folgenden gesetzlichen Regeln erfüllen:

  • Ein Single Malt darf nur aus einer Brennerei stammen, er darf jedoch aus mehreren Fässern derselben bestehen
  • Ein Single Malt darf nur aus Wasser und gemälzter Gerste destilliert werden (keine anderen Getreide sind erlaubt)
  • Er darf ausschließlich in Kupferbrennblasen (Pot stills) hergestellt werden

Der am häufigsten getrunkene Whisky ist jedoch der Scotch Blend. Er definiert sich wie folgt:

  • Ein Blended Scotch Whisky besteht aus Single Malts unterschiedlicher Destillerien
  • Zusätzlich darf Grain Whisky zugegeben werden, der nicht in Potstills, sondern im effizienteren Säulenbrennverfahren hergestellt wird und andere Getreidesorten enthalten kann
  • Je nach Qualität des Blends enthält er mehr oder weniger Grain Whisky und sind die enthaltenen Single Malts von unterschiedlichem Alter und unterschiedlicher Güte

Single Malts werden häufig pur aus Nosing-Gläsern getrunken, Bourbons hingegen auch gemischt aus Whiskey-Tumblern. (Foto: Alkoblog)

Nur noch 1 Minute übrig, da wird’s jetzt aber höchste Zeit mal einen Whisky zu trinken:

Wie trinkt man Whisky richtig?

Die Art und Weise wie man Whisky genießt, hängt zum einen von den kulturellen Gewohnheiten ab und ist somit weltweit unterschiedlich. Zum anderen hat auch die Whisky-Sorte einen großen Einfluss auf die Trinkweise.

Single Malts

Schottische Single Malts genießt man in der Regel pur, unverdünnt und ohne Eis aus einem Nosing-Glas. Dieses sorgt mit seiner bauchigen, eng nach oben zulaufenden Form für eine optimale Entfaltung der vielfältigen Aromen.

Blends

Der typische Scotch Blend wird üblicherweise nicht pur oder zumindest nicht ohne Eis genossen. Am häufigsten wird er wohl als Longdrink gemischt ausgeschenkt. Bekannt sind zum Beispiel die Scotch Cola, der Scotch Collins oder Scotch mit Soda. Auch in Cocktails wie Scotch Sour und anderen Klassikern hat er seine Berechtigung.

Bourbon Whiskey

Der Amerikaner trinkt seinen Bourbon entweder „on-the-rocks“ auf Eiswürfeln oder gemischt als Longdrink. Auch hier führt die Kombination aus Bourbon und Cola seit Jahren die Beliebtheitsskala an. Doch auch aus klassischen Cocktails wie Old Fashioned, Mint Julep oder dem Horse’s Neck ist der Bourbon Whiskey nicht wegzudenken. Hochwertige Bourbons lassen sich jedoch auch wie Single Malts pur verkosten. In diesem Fall lässt man das Eis besser weg, um möglichst viele Aromen herausschmecken zu können.

Irish Whiskey

Bei irischem Whiskey hängt es ganz von der Qualität ab. Die Mehrzahl der Blends werden üblicherweise wie Scotch oder Bourbon in Mischgetränken genossen. Auch viele exquisite Cocktails lassen sich mit Irish Whiskey gut mixen. Ausgewählte Single Malts und bessere Qualitäten können jedoch auch pur aus dem Nosing-Glas verkostet werden.

Weiterlesen:  Whisky-Herstellung: Einfach erklärt in 5 Minuten


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3 Responses to Was ist Whisky? – Die wichtigsten Fakten in 5 Minuten

  1. Martin says:

    Tolle, kompakte Zusammenfassung, enthält allerdings eine kleine Ungenaugkeit:

    Nur in „straight“ Bourbon ist lt. Gesetz der Zusatz von Farbstoff verboten.

    Grüße

    Martin

    • Samuel Sam says:

      Hallo Martin,

      vielen Dank für deinen Hinweis. Ich habe das gleich im Artikel angepasst, mir war gar nicht so bewusst, dass die als relativ streng bekannten Bourbon-Gesetze so aufgeweicht wurden und Farb-, Geschmacks- und andere Zusätze teilweise erlaubt sind.

      Viele Grüße

      Samuel

      • Lukas Lukas says:

        Ergänzend dazu sollte man vielleicht noch sagen, dass sowieso praktisch alle gängigen Bourbons auch mindestens vier Jahre im Fass waren und als Straight Bourbons verkauft werden. Somit wird dann auch wieder auf die Zusätze verzichtet. Selbst günstige Standards wie der Jim Beam White Label sind „Straight“.

        Viele Grüße,
        Lukas

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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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