Whisky

Veröffentlicht am 22. Oktober 2014 | Foto: Alkoblog

0

Weihnachts-Whisky: The Ultimate Laphroaig 1998 im Test

Wenn man als Whiskygenießer den Namen Laphroaig hört, denkt man unweigerlich an ein wildes und ungezähmtes Biest aus Torf und Rauch. Eine kontroverse Zusammensetzung, die bei den einen helle Freude und bei anderen nur Schulterzucken hervorruft. Dass eine Flasche Laphroaig aber auch ganz anders schmecken kann, beweist eine unabhängige Abfüllung der Ultimate Malt Edition des Laphroaig von 1998.

Unsere Verkostung in der gemütlichen Franzotti-Bar in Berlin-Kreuzberg fand aus Flasche 11 von 716 Flaschen des Fasses Nummer 700394 statt. Gebrannt im September 1998 und abgefüllt im August 2012 – das macht fast 14 Jahre im Fass. Da für die Altersangabe aber nur volle Jahre zählen, muss man von einem 13-jährigen Laphroaig sprechen. Und der hat es in sich!

Unsere Verkostung des Ultimate Laphroaig 1998/2012

Wie riecht er?

Ganz anders als bei der Standardabfüllung Laphroaig 10 Jahre, steht beim Ultimate Laphroaig der Sherry klar im Vordergrund. Der Geruch ist viel fruchtiger als gewohnt. Die für Laphroaig charakteristischen medizinischen und torfigen Noten fehlen dagegen. Dafür wartet diese Abfüllung mit einem feinen, fast weihnachtlichen Thema auf: Wir riechen Orange, Lebkuchen, Mandarine und auch die Kerzen in Form von Wachsgeruch fehlen nicht. Schnuppert man etwas genauer nach, finden sich auch Waldfruchtmarmelade, Leder, Marzipan und sogar Fenchel in der „Nase“ dieses Malts. Insgesamt ein sehr voller und angenehmer Geruch.

Wie schmeckt er?

Das ist mal ein aufregender Whisky: Viel Sherry, intensiv, sehr trocken, rauchig und voll – dieser Laphroaig geht aufs Ganze! Lässt man ihn ein wenig atmen, legt sich der markante Sherry etwas. An seine Stelle treten Meersalz, feuchtes morsches Holz und das Aroma von alten Lederschuhen. Auch der Alkohol trumpft kräftig auf, haut einem wie ein Hammer gegen den Schädel. Allerdings: Es fehlt der typische Geschmack von Laphroaig. Wo sind Torf, Rauch und Jod geblieben? Bei einem Blind-Tasting würde man diese Abfüllung wohl kaum der Islay-Destillerie zuordnen. Es könnte auch glatt ein besonders markanter Highlander oder Speysider sein. Abgesehen von dieser Einschränkung handelt es sich um einen großen Whisky mit kraftvollen Aromen.

Aufgeschlossen wird er zum echten Laphroaig

Da der Ultimate Laphroaig 1998 in Fassstärke mit über 60% Alkohol abgefüllt wurde, empfiehlt sich das Verdünnen mit etwas Wasser. Beim Nosing kommt der schweflige Geruch abgebrannter Feuerwerkskörper hinzu. Ein sanfter Gruß von Laphroaig. Geschmacklich wird der Single Malt nun weicher, aber immer noch weihnachtlich mit Orangeat, Gebäck, Stollen und etwas Pfeffer im Abgang. Aber es finden sich auch völlig neue Geschmacksnuancen wie Röstaromen von angebranntem Steak mit deutlich intensiverem Rauch. Hierbei sind die Aromen weiterhin sehr gut gegeneinander abgewogen und ergänzen sich zu einem runden Gesamtbild. Das Aufschließen lohnt sich also auf jeden Fall. Der Whisky erinnert nun deutlicher an einen Laphroaig.

Lade hier den ultimativen Laphroaig-Guide herunter!

Lerne auf 37 Seiten die kompromisslos torfigen Whiskys der bekannten Islay-Destillerie kennen. Jetzt kostenlos sichern!

Plus: Wir schicken dir jede Woche unsere neuesten Artikel per Mail zu. Keine Weitergabe der Daten, jederzeit abbestellbar.


Alkoblog.de Whisky-Test: Ultimate Laphroaig 1998

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Hohoho, da kommt der Weihnachtswhisky! Mit seinen Aromen von Orange, Lebkuchen und Mandarinen läutet dieser Laphroaig die Adventszeit ein. Durch seine Lagerung im Sherry-Fass hat dieser Malt nicht den typischen Islay-Geschmack nach Torf, Rauch und Jod abgelegt. An diese Stelle treten vollmundige, fruchtige und nicht minder spannende Aromen. Ein großer Whisky für fortgeschrittene Genießer.

4.5



Schlagworte: , , , , , ,


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


Nach oben ↑

Weiterlesen zum Thema Whisky
Küste küsst Highlands: Oban 14 Jahre im Test

Oban bringt die Aromen von Küste und Highlands zusammen. Doch bleibt diese Mischung länger als ein Glas spannend? Unser Tasting des 14-jährigen Single Malts

Schließen