Whisky

Veröffentlicht am 29. Oktober 2016 | Foto: Alkoblog

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Leichtmatrose: Talisker Skye im Test

Für einen gelungenen Whisky-Genuss kommt es meiner Erfahrung nach nicht nur auf einen guten Whisky an: Auch die Tasting-Situation kann sich wesentlich auf das Geschmackerlebnis auswirken.

So war ich letztens im hügeligen Harz. Mit im Gepäck eine Flasche Talisker Skye. Doch der Insel-Whisky wollte mir im herbstlichen Laubwald einfach nicht munden. Die rauchig-maritimen Aromen des Malts schienen einfach nicht in die Bergluft zu passen.

Natürlich kann ich nicht mit jedem torfigen Whisky auf die schottischen Inseln jetten, aber für das folgende Tasting des Talisker Skye habe ich es immerhin schon mal auf die Ostsee-Insel Fehmarn geschafft.

Talisker Skye: No-Age-Statement von der Isle of Skye

Der Talisker Skye ist gewissermaßen der jüngere Bruder des beliebten Talisker 10 Jahre. Da es sich um einen No-Age-Statement-Whisky handelt, wird kein Alter auf dem Etikett angegeben. Der Talisker Skye dürfte aber in jedem Fall weniger als 10 Jahre in ehemaligen Bourbon-Fässern lagern, sonst würde Hersteller Diageo sicher eine Altersangabe mit abdrucken.

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Einiges gemeinsam: Talisker 10 und Talisker Skye

Beide Abfüllungen sind Single Malts und werden komplett in der Talisker-Destillerie auf der Isle of Skye hergestellt. Und eine weitere Gemeinsamkeit vereint die beiden Whisky-Brüder: Sie werden mit dem Destillerie-Standard von 45,8 % Alkohol abgefüllt.

Wird der Talisker 10 Jahre bald abgelöst?

In einigen Whisky-Foren wird gemunkelt, dass der Talisker Skye den Talisker 10 langfristig ablösen soll. Wird aus dem 10er und dem Skye also demnächst eine blutige Kain und Abel Story? Aktuell scheint es noch nicht so weit zu sein: Beide Abfüllungen sind zwei Jahre nach dem Start des Skye (NAS) gut verfügbar.

Unser Tasting des Talisker Skye

Wie riecht er?

Der maritime Charakter des Talisker Skye tritt direkt hervor. So rieche ich Torf und Rauch und salzige Aromatiken. Auch eine prägnante Würzigkeit versteckt sich in diesem Malt Whisky. Weiter rieche ich Orangenmarmelade und Biscuit-Kekse.

Wie schmeckt er?

Etwas zaghafter Antritt dann zunehmend Torf, Rauch, Seesalz und wärmend im Mund. Aber auch im Geschmack wird nicht die ganz große Aromenkanone abgefeuert. Zusammen mit dem Alter geht beim Talisker Skye auch ein wenig die Komplexität und Tiefe von Bord. An fruchtigen Aromen schmecke ich noch Zitronenschale, ergänzt um etwas würzigen Kandiszucker. Der typische Talisker Chilli-Catch rundet und warmer süßlicher Rauch runden ab.

Mit großem Dank an unseren Tasting-Partner Rum & Co für die Übersendung eines Verkostungsexemplares des Talisker Skye.

Alkoblog.de Whisky-Test: Talisker Skye

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Sam: Wie einem Leichtmatrosen im letzten Lehrjahr fehlt dem Talisker Skye noch etwas die Reife und Erfahrung, um zum guten Talisker 10 aufzuschließen. Die klassischen Aromen sind da, aber nicht in der gewohnten Intensität und Tiefe. Dennoch ist der Skye-Whiskey ein guter easy-drinking Whiskey, wenn man es nicht ganz so stark Rauchig und Torfig mag.

3.9



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Über den Autor

Sam

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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