„Ein Whisky-Bier? Was soll das denn sein?“, frage ich mich, als ich die Flasche unschlüssig in der Hand drehe und hoffe, dass die da keinen Whisky rein gekippt haben. Ein Blick auf das Etikett kann mich beruhigen: Das Störtebeker Whisky-Bier wird aus mit schottischem Torf gedarrtem Malz gebraut. Daher der zugkräftige Name. Puuh, also noch mal Glück gehabt.

Doch die Bezeichnung Whisky-Bier ist tatsächlich missverständlich und der Begriff „Whisky“ darf ausschließlich für Spirituosen verwendet werden. Daher wird das Störtebeker Whisky-Bier ab dem 01. Januar 2016 unter dem neuen Namen Scotch-Ale vertrieben.  An der Rezeptur soll sich nach Herstellerangaben aber nichts ändern.

Neben dem Whiskymalz ist im Störtebeker Scotch-Ale auch Caramelmalz, Gerstenmalz und Malzzucker enthalten. Gehopft wird nach den Angaben auf dem Etikett nur leicht, um den torfigen Charakter des Bieres zu unterstreichen. Das dieser Charakter wuchtig sein wird, darauf lassen auch die starken 9,0% Alkohol schließen, auf die das Bier tatkräftig durch obergärige Ale-Hefekulturen gebracht wird.

Bier und Whisky? Das klingt zumindest schon mal vielversprechend, auch wenn die einzige Parallele das getorfte Malz ist. Doch verträgt sich das auch?

Störtebeker Whisky-Bier / Scotch-Ale im Test

Wie riecht es?

Ein dumpfer Geruch hebt sich zuerst aus dem Bierglas, anschließend spritzig mit säuerlicher Zitrusnote und dem Duft von Dosenpfirsichen. Das Malz ist gut wahrnehmbar („riecht so wie Malzbier..“). Auch leicht rauchige Noten sowie Röstaromen sind zu erkennen.

Wie schmeckt es?

Der erste Eindruck des Störtebeker Ale ist wuchtig mit schwer auf der Zunge liegender bonbonartiger Süße. Im Geschmack sehr Malzig. Rauch- und Torfaromen sind treten im Gegensatz zum Geruch deutlicher hervor. Dennoch muss man keine Angst haben, hier wird kein Aroma vergleichbar mit Islay-Whiskys wie Ardbeg, Laphroaig oder Lagavulin aufgefahren. Im weiteren Geschmack schmeckt das Whisky-Bier fruchtig und leicht vergoren. Auch hier entdecke ich den gezuckerten Dosenpfirsich wieder.

Unser Fazit zum Störtebeker Scotch Ale / Whisky-Bier

Das Störtebeker Scotch-Ale ist kein Bier für jeden Tag, was man allein schon an den wuchtigen 9,0 % Alkohol erkennen kann. Im Geschmack ist es wuchtig, schwer und sehr malzig süß – Das muss man mögen. Süße Fruchtnoten wie auch das leichte Rauch- und Torfaroma bringen einen besonderen Kick in das Bier. Dabei ist die Rauchnote allerdings so dezent, dass man es auch ohne „Islay-Whisky-Rauchmonster-Diplom“ gut verträglich trinken kann.

Das Störtebeker mit Whisky-Malz ist ein interessantes Bier, welches sich von 08/15-Bieren definitiv abhebt. Den Geschmack von Whisky sollte man von ihm jedoch nicht erwarten. Ich für meinen Teil genieße Bier und Whisky aber ohnehin lieber separat.

In Bier-Foren wird das Störtebeker Whisky-Bier sehr unterschiedlich besprochen. Einige kritisieren: „schmeckt weder richtig nach Bier, noch nach Whisky“ (Dieses Missverständnis dürfte nach der Umbenennung wohl nicht mehr bestehen) oder bewerten den Rauch- und Torfgeschmack negativ. Andere wiederum singen ein Loblied auf die dominante Süße, welche auf Anhieb heraussticht und finden: „Geschmacklich ist da ganz schön was los!“

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