Gin

Veröffentlicht am 21. Januar 2016 | Foto: liebeslakritze / flickr

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Unsere Schwester testet: Spitzmund Gin aus Kiel

„Wir hätten da diese Probeflasche von einem Gin namens Spitzmund aus Kiel. Hättest du Lust den mal zu verkosten?“, so die Frage meiner zwei Brüder, der beiden Gründer des Alkoblogs. Hm, ja..warum eigentlich nicht? Und doch stand das kleine unscheinbare Fläschchen mit der kristallklaren Spirituose eine ganze Weile auf meinem Tisch. Ja, wie macht man das eigentlich – verkosten?

Gin-Test: Wie macht man das als Neuling überhaupt?

Gibt es dabei irgendetwas Besonderes zu beachten? Und könnte ich das überhaupt – so dezidiert zu beschreiben, was ich beim Probieren schmecke, wie das meine Brüder immer in ihren Testberichten machen? Wenn ich mir da ihre Tasting-Berichte so durchlese. Was die für besondere Geschmacksnuancen da immer so herausschmecken! Gummi und Waldmeisterbrause…hmhm…interessant. Ich muss zugeben – ein bisschen schüchterte mich diese Aufgabe schon ein. Doch aller Anfang ist schwer und so stellte ich mich dieser Herausforderung.

Denn Gin gehört insgesamt auf jeden Fall zu meinen Lieblingsspirituosen. Ein schöner eisgekühlter Gin Tonic zum Feierabend oder ein kleines Gläschen pur nach dem Essen – das hat schon Stil. Also, worauf wartete ich eigentlich noch? Ich schenkte also einen kleinen Schluck des kristallklaren Wässerchens in ein Nosing-Glas ein. Das hatte ich mir vorher zum Glück noch ausgeliehen.

Meine Verkostung des Spitzmund Gin

Und tatsächlich: Der intensive Duft von Kräutern zog mir sofort in die Nase. Ich roch ein paar Mal – schwer zu sagen, was genau. Aber bei genauem Hinriechen würde ich mich jetzt mal auf die Duftnoten Zitrone, Nagellackentferner und Kräuter-Hustenbonbons festlegen. Klingt vielleicht nicht so appetitlich, aber insgesamt würde ich sagen, ein angenehmer Duft. Und spätestens nach dem zehnten Mal Riechen bemerkte ich eine angenehme Frische im gesamten Rachenraum. Als hätte ich gerade einen Hustenbonbon gelutscht.

Nun aber zum Geschmack. Vorsichtig nippte ich am Glas. Ähnlich wie beim Riechen breitet sich der intensive Kräutergeschmack sofort im ganzen Mundraum aus. Soll man Spirituosen nicht angeblich im Mund kauen, um noch mehr zu schmecken? War da nicht mal was? Ich probierte es einfach mal – das Ergebnis: der Gin brannte auf meiner Zunge und entpuppte sich plötzlich als ziemlich scharfe Angelegenheit. Und ich merkte wie mir mit jedem Schluck wärmer wurde. Tonic Water hatte ich gerade leider nicht im Schrank – aber ich denke, diesen Gin kann man bestimmt auch wunderbar zum Mixen verwenden.

Mein Fazit

Spitzmund Gin hat einen angenehmen Wacholdergeschmack, heizt an kalten Wintertagen ein – und macht kreativ. Denn auch dieser Artikel ist unter Zuhilfenahme von Gin entstanden. Jetzt verstehe ich auch langsam, warum Ernest Hemingway – im Übrigen der größte Alki der Literaturgeschichte – wohl immer eine Flasche Gin zur Hand hatte. Auch wenn er, nach Eigenaussagen, nie beim Schreiben trank – nur davor oder danach. Was ja im Prinzip irgendwie auf das Gleiche rauskommt. Über ihn und seine Liebe zu alkoholischen Getränken sind ja sowieso viele Legenden im Umlauf. So trank er seinen Martini am liebsten im Mischverhältnis 15:1 – 15 Teile Gin, 1 Teil Wermut. Oder als Gimlet – ein klassischer Cocktail bestehend aus Gin und Limettensaft. Aber auch pur hat der Spitzmund Gin meinen persönlichen Geschmackstest definitiv gut bestanden. Im Nachhinein kann ich nur sagen: Schade, dass das kleine Probefläschen so schnell alle war. Was hätten da noch für eindrucksvolle Romane entstehen können…!


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Über den Autor

Deborah

ist leidenschaftliche Leserin und Genießerin. Vor allem die Literaten des 19. und 20. Jahrhunderts begeistern sie – eine Zeit, in der Wein, Whisky & Co. in Strömen flossen und den Schriftstellern vielleicht auch die eine oder andere gute Idee entlockten.


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