Nicht immer ein guter Kauf. Es gibt neben gutem auch sehr schlechten Slivo. (Foto: Alkoblog)

Vielleicht hätte ich schon bei dem Etikett stutzig werden müssen. Das sah so aus, als hätte es ein eher minder begabter Grafik-Designer in Paint irgendwie zusammengebastelt, dann ausgedruckt und per Hand auf die Flasche geklebt. Aber einer geschenkten Spirituose schaut man nicht ins Maul und mein Freund Laurence hatte es sicher nur gut gemeint mit diesem Reisemitbringsel aus Sarajevo. Offenbar ahnte er aber schon, was bei dem Sliwowitz auf einen zukommt und so hatte er sich bewusst für eine kleine Miniatur statt der Literflasche entschieden.

Was ist ein Slivovic?

Als Slivovic (oder Sliwowitz, Slibowitz, Slivovica je nach Land) bezeichnet man einen Pflaumenschnaps, der vor allem in Osteuropa und auf dem Balkan hergestellt wird. Vor Ort erfreut er sich großer Beliebtheit und so werden etwa in Serbien rund 70 % der Zwetschgenproduktion für den Slivo verwendet. Nach dem Brennen wird die Spirituose im Holzfass gelagert, welches meist aus Eiche besteht. Sliwowitz ist entweder goldgelb (was auf eine Fasslagerung hindeutet) oder durchsichtig (Flaschenlagerung). Letzteres war auch bei unserem Exemplar der Fall.

Unser Tasting des Bosnischen Sljivovica

Wie riecht er?

Kaum haben wir den Schnaps im Glas, schon riecht unser Zimmer wie eine Süßwarenabteilung. Ein intensiver, zuckrig-süßer Geruch breitet sich aus. Schon beim Nosing fällt die starke Alkoholnoten auf. Mit etwas Phantasie kann man reife Früchte erahnen. Sie kämpfen aber einen aussichtslosen Kampf mit der Klebstoffnote, welche sich in den Vordergrund drängt und unsere Nasen betäubt.

Wie schmeckt er?

Erster Eindruck: Unschön. Der Slivovica schlägt uns zur Begrüßung erst mal die Alkoholkeule gegen den Kopf. Das ist aber nicht nett! Der bosnische Schnaps brennt wie Feuer im Mund. Vielleicht nicht ganz so hart wie wir befürchtet hatten, aber dennoch kein angenehmer Geschmack. Erstaunlicherweise hat dieser Slivo kaum Körper. Er ist trocken, nicht süß und schmeckt wenig nach Pflaume. Es ist eher der Geschmack von feuchter Pappe, der sich in unserem Mund breitmacht. Zusammen mit dem allgegenwärtigen Brennen des Alkohols wirklich kein Genuss. Sicher gibt es besseren Sljivovica, aber von diesem können wir nur abraten.

Sljivovica (Sliwowitz)
Gestaltung & Story24
Geruch & Geschmack12
Preis-Leistung20
19
Fazit
Schmeckt richtig fies! Hinter diesem Sliwowitz verbirgt sich ein Fusel erster Güte. Der Schnaps brennt wie Feuer, hat aber keine ausgeprägten Aromen im Gepäck. Zumindest keine, die man gerne im Mund hat. Kurzum: Man hat keine Lust ihn weiter zu trinken.

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