Der Gimlet ist ein klassischer Gin-Drinks, der etwas in Vergessenheit geraten ist. (Foto: Me Maya / Flickr)

Wohl kaum eine Spirituose liegt derzeit so im Trend wie der Gin. Nicht nur, dass viele neue Gin-Marken, häufig aus kleinen Brennereien in die Regale kamen. Auch klassisch geprägte Cocktailvarianten mit Gin erfreuten sich wachsender Beliebtheit. Von Kennern werden Cocktails auf Gin-Basis vor allen Dingen deshalb geschätzt, weil sie nicht in klebrigen Sirup- und Fruchtsaftorgien enden. Vielmehr steht der feinwürzige Charakter der Botanical-Spirituose  im Vordergrund – der Cocktail versprüht Eleganz und Raffinesse. Ein Grund mehr also, auch bei den Silvester-Cocktails auf Gin als Grundzutat zu setzen. Hier sind unsere drei Favoriten:

Immer ein Genuss: Der Martinez. (Foto: Ann Larie Valentine / Flickr)
Immer ein Genuss: Der Martinez. (Foto: Ann Larie Valentine / Flickr)

Der Bruder des Martini-Cocktails: The Martinez

Der Martinez ist eng mit dem bekannten Martini-Cocktail verwandt. Es wird sogar darüber gestritten, welcher der beiden Drinks zuerst da war. Beide Cocktailis fanden ihren Weg in die amerikanischen Bars vermutlich in den 1860er Jahren. Ein schöner Martinez besteht vor allem aus Gin und süßem Vermouth (rot). Der Gin der Wahl sollte nach Möglichkeit nicht zu dominant nach Wacholder schmecken. Eine süße und fruchtbetonte Marke macht sich sehr gut. Leider findet man den roten Wermut immer noch selten in Supermärken. Wer sicher gehen will, steuert deshalb gleich ein Fachgeschäft an oder bestellt ihn sich im Internet. Falls in der Hausbar noch nicht vorhanden, sollte man sich gleich noch Maraschino-Kirsch-Likör und etwas Orangen-Bitter (zum Beispiel Angostura oder The Bitter Truth) zulegen.

Die Zutaten:

30 ml Gin
50 ml süßer Vermouth (rot)
1 Teelöffel Maraschino-Likör
2 Spritzer Orangenbitter

So wird der Martinez-Cocktail gemixt:

Die Zubereitung des Martinez geht leicht von der Hand: Die Zutaten werden einfach mit Eis in ein Glas gegeben und für ungefähr 15 Sekunden verrührt. Anschließend seiht man den Mix in eine Cocktailschale oder ein schönes Cocktailglas ab. Das Eis muss also draußen bleiben und verwässert dafür nicht den Drink. Als schönes Schmuckelement macht sich ein Stück Zitronenschale gut. Mit den Zutatenmengen kann je nach Geschmack und Belieben experimentiert werden, je nach Aroma des Gins.

Originelle Gimlet-Variante mit Basilikum. (Foto: Terry Brock / Flickr)
Originelle Gimlet-Variante mit Basilikum. (Foto: Terry Brock / Flickr)

Raymonds Liebling: Der Gimlet

Die genaue Zusammensetzung eines optimalen Gimlet-Drinks ist heiß umstritten. Folgt man dem Noir-Schrifsteller Raymond Chandler und seiner Romanfigur Philip Marlowe hat ein Gimlet je zur Hälfte aus Gin und Limettensaft zu bestehen. Viele schwören dabei auf Rose’s Lime Juice Cordial. Das Wort Cordial bedeutet hierbei soviel wie Stärkungsmittel und rührt daher, dass früher auf langen Seereisen zur Skorbut-Vorbeugung konservierter Limettensaft mitgeführt wurde. Heute findet der Saft in der Seefahrt keine Verwendung mehr, dafür aber umso mehr in klassischen Cocktails. Rose’s Lime Juice ist dabei allerdings kein 100%-iger Fruchtsaft sondern verdünnt und mit Zucker versetzt. Wer also lieber frisch gepressten Limettensaft einsetzen möchte, sollte unter Umständen etwas weniger davon verwenden.

Die Grundzutaten (klassische Version):

50 ml Gin (z.B. klassischer London Dry Gin)
50 ml Limettensaft (z. B. Rose’s oder frisch gepresst)

So wird der Gimlet-Cocktail gemixt:

Der Gimlet ist ein unkomplizierter Cocktail und somit auch für Silvester-Partys mit vielen Gästen gut geeignet. Die beiden Grundzutaten werden mit Eis in einen Cocktailshaker gegeben und kurz und kräftig geschüttelt. Anschließend in eine schöne Cocktailschale abseihen und nach Bedarf dekorieren. Je nach Geschmack können die Teile von Gin oder Limettensaft auch anders gewichtet werden. Der Experimentierfreude sind hier keine Grenzen gesetzt.

Ein Hauch Italien im Glas: Der beliebte Negroni (Foto: Anna Mayer / flickr)
Ein Hauch Italien im Glas: Der beliebte Negroni (Foto: Anna Mayer / flickr)

Ein Schluck Italien: Der Negroni

Der Negroni ist ein weiterer Klassiker unter den Gin-Cocktails. Erfunden wurde er um 1920 in Florenz. Und zwar nicht etwa im Hotel Baglioni wie man häufiger lesen kann, sondern im Caffé Casoni in der Via Turnabuoni. Dort soll der Graf Camillo Negroni beim Barkeeper das erste Mal einen mit Gin gestreckten Americano bestellt haben. Diese Herkunftsgeschichte klingt durchaus glaubwürdig, wenn man betrachtet, dass der Americano-Cocktail aus Campari und rotem Vermouth hergestellt wird. Etwas Dry Gin dazu und wir bekommen den Negroni-Cocktail.

Die Zutaten:

30 ml Dry Gin
30 ml Campari
30 ml süßer Vermouth (rot)
Orangenschale (zum Garnieren)

So wird der Negroni-Cocktail gemixt:

Es gibt zwei typische Wege um einen Negroni zu mischen: Entweder im Glas auf Eiswürfeln oder ohne Eis. Für die erste Variante werden die Zutaten einfach in einem Tumbler-Glas mit Eis verrührt und mit einer Orangenschale dekoriert. Ein Stück Orangenschale im Drink verleiht dem Negroni eine interessante Geschmacksnote. Wer kein Eis im Glas möchte, verrührt die Zutaten zunächst in einem separaten Mischgefäß mit Eis für 20 Sekunden und seiht den Drink dann ohne Eis ab. Auch hier die Dekoration in Form der Orangenschale nicht vergessen!

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