Cocktails

Veröffentlicht am 12. Februar 2015 |Farbenzauber: Sex on the Beach | Foto: Crazy Zou / Flickr

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Sex on the Beach – Rezept & Geschichte des Cocktails

Sex on the Beach – das klingt nach wilden Partys auf weißem Sand, nach flotten Flirts, die zu später Stunde auf einem zerknüllten Strandlaken ihren heißen Höhepunkt finden. Nach Sonnenbrand, guter Laune und zu viel Alkohol. Sex on the beach ist aber auch der Name eines Cocktails, der sich seit den späten 1980er Jahren ungebrochener Beliebtheit erfreut. Jeden Monat suchen fast 15.000 Menschen in Deutschland bei Google nach einem Sex on the Beach Rezept. Was macht diesen tropischen Cocktail so erfolgreich? Eine Spurensuche zwischen Vodka, Likör und Sirup.

Wer hat den Sex on the Beach erfunden?

Über die Erfindung des Sex on the Beach Cocktails kursieren wie üblich mehrere Geschichten. Eine hört man immer wieder: Demnach wurde der Cocktail im Jahr 1987 in Florida erfunden. In diesem Jahr begann eine Vertriebsfirma mit dem Verkauf eines neuen Produktes: Ein so genannter „Peach Schnapps“.

Springbreak in Florida (Foto: Matthew Straubmuller / Flickr)

Voller Strand, volle Party: Springbreak in Florida (Foto: Matthew Straubmuller / Flickr)

Viele junge Amerikaner feiern „Spring Break“ in Florida: Eine riesige Dauerparty, bei der naturgemäß viel getrunken wird. Um den Verkauf des Pfirsich-Likörs anzuheizen, setzte die Vertriebsfirma eine Belohnung von 1.000 Dollar für die Bar aus, in der am meisten von der Spirituose verkauft würde. Und der Barkeeper mit dem meisten Umsatz sollte noch dazu 100 Dollar bar auf Kralle kriegen.

Ein Wettbewerb und ein cleverer Barkeeper

Zu dieser Zeit arbeitete ein junger Barkeeper namens Ted Pizio in der Confetti’s Bar. Er konnte die handvoll extra Dollars gut gebrauchen. Ted mixte einen Cocktail aus Pfirsich-Schnaps, Vodka, Orangensaft und Grenadine und bot ihn seinen Gästen an. Als er nach dem Namen des Drinks gefragt wurde, dachte er kurz nach. Dann fiel ihm ein, weshalb die meisten jungen Leute wohl zum Spring Break nach Florida fahren. Wegen dem Strand und wegen dem Sex.

„Sex on the Beach“, sagte er deshalb und der Drink wurde zum Renner. Dazu hat neben dem tropisch-süßen Rezept sicher auch der feine Nervenkitzel beim Bestellen beigetragen: Eine ganz kleine Mutprobe eben, diesen Drink mit seinem leicht anzüglichen Namen zu bestellen. Vor allem im eher prüden Amerika.

Wieviel Pfirsich steckt im Pfirsichlikör? (Foto: Brent Moore / Flickr)

Wieviel Pfirsich steckt im Pfirsichlikör? (Foto: Brent Moore / Flickr)

Warum es so viele Sex on the Beach Varianten gibt

Auch nach der Saison setzte sich der Erfolg fort: Die heimgereisten Studenten fragten ihren lokalen Barkeeper nach dem Sex on the beach. Und jeder begann ihn auf seine eigene Weise zu mixen. Das erklärt auch, weshalb es so viele unterschiedliche Varianten des Sex on the Beach Cocktails gibt.

Wie bei vielen Legenden zur Herkunft von Cocktails lässt sich auch hier der Wahrheitsgehalt nur schwer überprüfen. So ließe sich anmerken, dass der genannte Pfirsich-Likör bereits 1979 in den USA auf den Markt kam. Einige Bartender berichten, dass sie den Sex on the Beach bereits 1981 ihren Gästen angeboten haben. Einig sind sich jedoch alle, dass der pikante Name des Cocktails viel zur schnellen Verbreitung im ganzen Land beigetragen hat.

Woran erkenne ich einen guten „Sex“?

Sex on the Beach Cocktail (Foto: Stuart Webster / Flickr)

Auch ohne Deko: Ein klassischer Sex on the Beach Cocktail (Foto: Stuart Webster / Flickr)

Der Sex on the Beach wird zu den tropischen Cocktails gezählt. Ungewöhnlich ist an dem Grundrezept aus Pfirsich-Likör, Vodka, Orangensaft und Grenadine eigentlich nur der Vodka. Normalerweise setzen tropische Cocktail-Rezepte eher auf Rum oder vielleicht noch Tequila als Basisspirituose. Der „Vorteil“ des Vodkas liegt in seiner Neutralität: Im Geschmack kommt er meistens nicht wirklich zum Tragen, da die anderen Zutaten ihn leicht überdecken. Je nach Qualität des verwendeten Alkohols ist das vielleicht sogar erwünscht.

Eine der populärsten Varianten des Drinks wird mit Cranberry-Saft gemixt. Dieser ist häufig ein Nektar. Saft+Likör+Nektar – ihr ahnt wo das hinführt: Je nach Wahl der Zutaten wird aus dem Sex on the Beach schnell ein sehr süßer und zuckriger Cocktail. Dies gilt insbesondere, wenn zu viel Sirup eingesetzt wird. Ein guter Sex on the Beach ist also nicht ganz so süß und man kann die Grundzutaten gut heraussschmecken. Der Pfirsichlikör sollte dem Drink einen feinen, natürlichen Geschmack geben und nicht nach dem typischen Pfirsich-Aroma welches man etwa aus Joghurts oder Süßigkeiten kennt, schmecken. Gut gemixt ist der Sex on the Beach aber ein wunderbarer Cocktail für tropische Sommernächte, der schon so manche Frau schwach gemacht hat.

 


Klassisches Sex on the Beach Rezept

4 cl Vodka
2 cl Pfirsichlikör
4 cl Cranberry-Saft
4 cl Orangensaft

So wird er gemixt: Ein Longdrinkglas mit gecrushtem Eis füllen. Alle Zutaten nacheinander hinzufügen. Umrühren und servieren!


 

5 Varianten des Sex on the Beach, die du unbedingt probieren solltest:


Tropischer Sex on the Beach

4,5 cl Vodka
4,5 cl Pfirsich-Likör
6 cl Cranberry-Saft
6 cl Orangensaft
6 cl Ananassaft
Orangenscheibe als Deko

So wird er gemixt: Die Zutaten wie beim Klassiker schon beschrieben nacheinander in ein mit Crushed-Eis gefülltes hohes Glas gießen. Umrühren und die angeschnittene Orangenscheibe am Glasrand platzieren.


 

Himbeer-Sex on the Beach

1,5 cl Vodka
1,5 cl Melonenlikör
1,5 cl Himbeerlikör
4,5 cl Ananassaft
4,5 cl Cranberrysaft
Ananasscheibe als Deko

So wird er gemixt: Zunächst die Spirituosen in das mit Eis gefüllte Longdrinkglas gießen. Dann mit gleichen Teilen Ananas- und Cranberry-Saft aufgießen. Die Ananasscheibe anschneiden und an den Glasrand stecken. Fertig ist der Himbeer-Sex-on-the-Beach!


 

Sex on an Arizona Beach

4 cl Vodka
4 cl Pfirsich-Likör
Ein Schuss Grapefruit-Saft
Ein Schuss Limetten-Saft
Ein Spritzer Grenadine-Sirup
Grapefruit-Scheibe als Garnitur

So wird er gemixt: Diese Variante soll ihren Ursprung in Arizona haben. Sie hat mehr Säure als das Grundrezept des Sex on the Beach und wirkt deshalb erfrischender. Die Zutaten wie beim Klassiker in ein mit fein gecrushtem Eis gefülltes Longdrink-Glas geben. Nach dem umrühren wird der Drink mit einer Grapefruit-Scheibe am Glasrand veredelt.


 

Sex on the Creme de Cassis

1,5 cl Creme de Cassis
2,5 cl Pfirsich-Likör
4,5 cl Vodka
6 cl Orangensaft
6 cl Cranberry-Saft

So wird er gemixt: Bei dieser ungewöhnlichen Sex on the Beach-Variante wird ein Teil Pfirsich-Likör durch Creme de Cassis ersetzt. Die restlichen Zutaten bleiben gleich. Der Drink wird wie der Klassiker direkt auf Crushed Eis zubereitet. Eine Garnitur ist im Rezept nicht vorgesehen, kann aber individuell natürlich gerne ergänzt werden.


 

Sex on the Brain

3 cl Vodka
3 cl Pfirsich-Likör
3 cl Melonen-Likör
Ananassaft
Orangensaft
1 Teelöffel Schlehen-Gin
Orangenscheibe oder Cocktailkirsche (als Deko)

So wird er gemixt: Das Cocktailglas wird zunächst mit Eis gefüllt. Einen Strohhalm hineinstecken und dann die alkoholischen Zutaten hinzugießen. Über einen Barlöffel wird der Saft vorsichtig darauf gegeben, um den Alkohol von den Säften zu trennen. Am Schluss wird der Sloe Gin als Krönung darauf gegeben. Mit einer Orangenscheibe oder einer Cocktailkirsche garnieren. Prost!


 


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One Response to Sex on the Beach – Rezept & Geschichte des Cocktails

  1. smir says:

    Klassisch immer noch am besten 🙂

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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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