Whisky

Veröffentlicht am 10. April 2015 | Malerische Lage: Scapa auf Orkney | Foto: Alan Jamieson

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Zeig mir das Meer: Scapa 16 Jahre im Test

scapa-16-whiskyDie hohe Flasche des Scapa 16 hat schon manches Whiskyregal gesprengt und zahlreiche Scotch-Kenner in den Wahnsinn getrieben – so gesehen kann ich ganz froh sein, den Scapa nur als Dram in einer Edinburgher Bar verkostet zu haben.

Scapa kommt genau wie Highland Park von den Orkney-Inseln und gehört damit zu den nördlichsten Destillerien Schottlands. Damit wären die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Brennereien aber auch schon benannt. Die wichtigsten Unterschiede: Scapa verwendet kein Torf zum Mälzen der Gerste und benutzt ausschließlich First-Fill-Bourbon-Fässer zur Lagerung. Auf die allseits beliebten Finishes (Sherry! Port! Weißwein!) wird also verzichtet.

Netter Nebeneffekt von Scapa: Wer als Neuling behaupten will, alle Whiskys einer Destillerie getrunken zu haben, ist hier an der richtigen Adresse: Der 16 Jahre alte Single Malt ist aktuell die einzige Abfüllung. Schneller kann man keine Brennerei auf seiner Sammlerliste abhaken.

Abhaken? Was für ein unentspannter Begriff. Wir genießen unseren Scapa 16 jetzt jedenfalls ganz in Ruhe…


Unsere Verkostung des Scapa 16 Jahre

Wie riecht er?

Die Begrüßung ist für einen Insel-Whisky ungewöhnlich mild und herzlich: Eine dezente, süße Fruchtigkeit zeichnet den Malt aus. Wir riechen Waldhonig, Kandiszucker und Aprikosenmarmelade. Eine feine Säure, die uns an Preiselbeeren erinnert, strukturiert den Duft. Über allem schwebt eine hauchdünne Wolke aus Meersalz.

Wie schmeckt er?

Kaum haben wir ihn auf der Zunge schon ist er wieder vorbei: Weich, mild und überaus angenehm gleitet der Scapa 16 durch den Mund und hinterlässt kaum mehr als ein Kitzeln auf der Zunge. Beim zweiten Schluck passen wir besser auf: Waldhonig und Marmelade, dazu Gebäck und Haselnüsse. Die feinen Zwischentöne sind das Metier des Scapa 16, er ist kein Kerl fürs Grobe. Ein wenig vermissen wir aber doch die maritimen Aromen: Bis auf eine leichte Salzigkeit ist nichts da. Auch mit dem üblichen Aufschließen (ein paar Tropfen Wasser dazu) braucht man dem Orkney-Malt nicht zu kommen – mehr Geschmack ist da nicht drin.

Alkoblog.de Whisky-Test: Scapa 16

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Lukas: Mild statt torfig - mit dieser Kombination versucht der Scapa 16 zu punkten. Im Geschmack ist er angenehm, jedoch ohne Kante. Fast würde man denken einen Lowlander statt eines Insel-Malts im Glas zu haben. Auch die 16 Jahre merkt man ihm kaum an. Hier wäre mir auf Dauer zu wenig Spannung im Glas.

3.1



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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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