Rum

Veröffentlicht am 3. Februar 2016 | Foto: Alkoblog

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Der Azteken-Hammer: Ron Zacapa XO im Test

Es sind nur zwei Buchstaben. Zwei Buchstaben, die dafür sorgen, dass bei Rum-Genießern die Mundwinkel hochgehen und die Augen zu strahlen beginnen. XO lauten die magischen Lettern, welche die Extra-Old-Klasse markieren. XO das heißt im Fall des Ron Zacapa, dass bis zu 25 Jahre alte Rums verwendet werden.

Lagerung im Hochland von Guatemala

Nicht viele Rums werden überhaupt so alt – das heiße Klima auf vielen Karibik-Inseln und in Südamerika lässt den Rum im Fass um ein vielfaches schneller reifen, als etwa einen Scotch Whisky im kühlen Schottland. Der Ron Zacapa ist auch hier besonders: Die Lagerhäuser stehen im guatemaltekischen Hochland auf einer Höhe von mehr als 2000 Metern. Hier ist es deutlich kühler – im Schnitt nur zwischen 5 und 14° Celsius mit starken Temperaturschwankungen. Der Rum reift also langsamer und behutsamer, was dem Geschmack zu Gute kommt.

Edle Fässer für ein vielschichtiges Aroma

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Edle Flasche: Ron Zacapa XO (Foto: Rum&Co)

Für den Zacapa XO kommen ehemalige Bourbon-, Sherry-, Pedro Ximenez- und für das Finish Cognac-Fässer zum Einsatz. Die vielen verschiedenen Fass-Arten sollen für eine große Bandbreite der Aromen im Rum sorgen. Wie der Aufdruck auf der Flasche verrät, reift auch dieser Rum (ebenso wie der Ron Zacapa 15 und der Ron Zacapa 23) im Solera-Verfahren. Für die Abfüllung des Ron Zacapa XO werden also Rums mit einem Alter zwischen 6 und 25 Jahren miteinander verschnitten.

Eine weitere Besonderheit des Ron Zacapa: Er wird aus Zuckerrohrsaft und nicht wie sonst üblich aus Melasse destilliert. „Virgin Sugar Cane Honey“ lautet der Begriff bei Ron Zacapa, was natürlich noch etwas edler klingt. Auch der beliebte Cachaca-Rum und der Rhum Agricole werden aus Zuckerrohrsaft hergestellt.

Ziehe ich dies alles in Betracht, dann wundere ich mich nicht mehr, wie viele Aromen mir der Ron Zacapa XO im Tasting auf die Zunge zaubert.

Unsere Verkostung des Ron Zacapa XO Solera Gran Reserva Especial

Wie riecht er?

Gleich im feinen Antritt rieche ich viel helles Karamell und intensives Eichenholz. Cremige Vanille und leichte herbe Orange kommen hinzu. Anschließend ist der Zacapa XO nussig mit Muskatnuss und Zigarrentabak. Nach etwas Standzeit kommt der leichte Duft von frischen Zitronen hervor, gemischt mit dem süßen Duft von Kandiszucker. Im Abklang rieche ich zerflossene Butter, geröstete Maronen und eine feine Zimt-Note. Ein sehr fein abgestimmter, würziger Geruch.

Wie schmeckt er?

Der extra alte Ron Zacapa verbreitet auf Anhieb ein intensives Aroma im Mund. Er ist sehr vielschichtig und langanhaltend im Geschmack. Erst ein feiner seidiger Auftakt mit süßem Honig und Vanille, anschließend kommen herbere Noten hinzu. Aromen wie Feigen, getrocknete Aprikosen und viel Eichenholz legen sich auf die Zunge. Im Mittelteil schmecke ich die Aromen von Orangen und Gewürznelken. Im Hintergrund liegt der Geschmack von gerösteten Nüssen, Muskatnuss, Tabak und Zimt. Sehr eindrucksvoll, dieser Rum hinterlässt Eindruck und hat einen schier nicht enden wollenden Abgang. Ein Ausnahme-Rum mit perfekter Abstimmung zwischen süßen und herben Aromen.

Mit großem Dank an unseren Tasting-Partner Rum & Co für die Zusendung eines Verkostungsexemplars des Ron Zacapa XO.

Alkoblog.de Rum-Test: Ron Zacapa XO

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Sam: Der Ron Zacapa XO ist ein beeindruckender Rum vom ersten bis zum letzten Tropfen. Das vielschichtige und feinsinnige Geschmacksportfolio greift Zahn in Zahn wie ein gut geöltes Uhrwerk. Der enorm lange Abgang krönt diesen alten Rum, der Genießer zuverlässig in seinen Bann zieht. Der Ron Zacapa XO ist seinen derzeitigen Preis von ca. 85 Euro definitiv wert. Große Qualität und eine Pflichtflasche für jede gut sortierte Rum-Sammlung.

4.8



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One Response to Der Azteken-Hammer: Ron Zacapa XO im Test

  1. Johannes says:

    Hallo Sam,
    danke für deine Review. Der Vollständigkeitshalber solltest du auch angeben, dass man im Zacapa XO 0.23 g/l Glycerin* und 26 g/l Zucker gemessen hat. Was wohl kaum Aufgrund seiner Reifung im guatemaltekischen Hochland in den Rum kam :-
    LG
    Johannes

    *http://durhum.com/here-we-rum/

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Über den Autor

Sam

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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