Der Ron Esclavo stammt aus der Dominikanischen Republik, ist allerdings nicht nur einer einzigen Rum-Destillerie zuzuordnen. Für diesen XO-Rum wurden viele verschiedene Fässer dieses Karibikstaates miteinander vermählt. Wie auch beim sehr alten Ron Quorhum Solera 30 soll die Herstellung in den Händen von Oliver y Oliver liegen. Der Vertrieb ist mit Rum 1423 in dänischer Hand.

Unklares Alter des Ron Esclavo XO Solera-Rum

Online wird das Alter des Ron Esclavo XO teilweise mit 23 Jahren angegeben. Auf dem Flaschenetikett fehlt dieser Hinweis jedoch, so dass ich mir mit dem Alter nicht ganz so sicher bin. Vorsicht ist bei Rum ohnehin geboten, da bei im Solera-Verfahren hergestellten Rums das Alter des ältesten enthaltenen Rums angegeben wird.

Die Angabe XO (extra old) soll auf ein sehr hohes Alter der Spirituose hindeuten und hat seinen Ursprung beim Cognac. Während jedoch beim Cognac die Angabe „XO“ gesetzlich geregelt ist (mindestens 6 Jahre) ist sie beim Rum unreguliert verwendbar.

Doch gerade bei Rum ist ein hohes Alter kein Garant für einen ausgewogenen Geschmack.  Vielmehr ist die Qualität der Fasslagerung und das Geschick des Master Blenders gefragt. Wie verhält es sich wohl beim mit 42% abgefüllten und in Ex-Bourbonfässern gelagerten Ron Esclavo XO?

 

Unser Tasting des Ron Esclavo XO

Wie riecht er?

Im Geruch ist der Ron Esclavo ernst mit Aromen von Eichenholz und dunklem Karamell, aber auch viel Vanille. Weiterhin rieche ich feuchten Waldboden, Mandeln, geröstete Nüsse, Kaffeelikör und Erbspüree. Obwohl der Rum im Geruch bei den ernsteren Aromen zu stehen scheint, kann man aber auch bereits hier seine ausgeprägte Süße bemerken. Im Geruch ist der Ron Esclavo XO auch „zäh“ und würzig-intensiv und riecht nach Rohrzucker, Zimtschnecken und Marzipan. Etwas fruchtig wird es mit dem Duft von reifer Banane und Mango.

Ein fordernder süßer Rum, der aber durchaus viel Struktur mitbringt. Man sollte sich mit der Geruchsprobe also ruhig etwas Zeit lassen, da die Aromen sich erst dann voll entfalten.

Wie schmeckt er?

Wie es sich bereits im Geruch angekündigt hat, präsentiert der Ron Esclavo XO im ersten Schluck gleich viele seiner süßen Aromen. Bisher einer der süßesten Rums die ich jemals getrunken habe. Kandiszucker, Rohrzucker, Demerara, Karamell, Honig… eine ganze Zucker- und Gebäckparade scheint sich in diesem Rum versammelt zu haben. Wenn die Süße sich etwas gelegt hat, schmeckt man auch würzigere „organischere“ Komponenten wie grünes Laub, Eichenholz, Kaffee (in den ein Zuckerstreuer gefallen ist) Schwarztee sowie Trockenobst (Pflaumen, Rosinen). Im Abgang ist der Ron Esclavo „sahnig“ und erinnert mich an gesüßte Kondensmilch.

Hinweis: Laut dem  Rum-Project wurden in unabhängigen Tests Hinweise auf undeklarierten Zucker und andere Zusätze im Ron Esclavo XO gefunden.

Vielen Dank an unseren Tasting-Partner Rum & Co für die Zusendung eines Verkostungsexemplares des Ron Esclavo XO.

Ron Esclavo XO
Gestaltung & Story90
Geruch84
Geschmack80
Preis-Leistung84
85
Fazit
Der Ron Esclavo XO aus der Dominikanischen Republik ist definitiv ein Rum für Süßschnäbel. Wie es bei sehr lang gelagerten Rums häufig vorkommt, ist auch dieser XO-Rum über die Jahre sehr süß und mild geworden. Zwischen den Zuckerkaskaden ist der Ron Esclavo aber durchaus facettenreich. Wer auf süße Sachen steht wird mit diesem Rum glücklich, wer es ernster mag, lässt besser die Finger davon.

2 Kommentare

  1. Ich tippe eher auf einen extremen Zuckerzusatz statt auf eine lange Fassreife. Der Quorhum ist ja wirklich lecker, ist aber eigentlich auch eher ein Likör als eine Spirituose…

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