Mezcal & Tequila

Veröffentlicht am 16. Oktober 2016 | Foto: FTP Edelman

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100% Agaven-Power: Patrón Silver Tequila im Test

Tequila leidet immer noch etwas unter seinem Ruf als reine Party-Spirituose, die man schnell mit einer Zitronenscheibe und etwas Salz hinunterspült. Dabei werden neben den günstigen Agaven-Bränden aus dem Supermarkt, mittlerweile auch eine ganze Reihe von Premium-Tequilas hergestellt.

Qualitätsmerkmal für guten Tequila: 100% Agave

Tequilas werden zur zur Übergruppe der Mezcals gezählt und aus Agaven hergestellt. Einer der Unterschiede zwischen Tequila und Mezcal sind die allerdings die verwendeten Agaven. Während bei für Mezcal alle möglichen Agaven verwendet werden können, muss es für Tequila die Blaue Weber Agave sein (agave tequilana weber).

Bei Tequila müssen mindestens 51% der Maische aus Agaven bestehen, der Rest darf aus anderen Zuckern hinzugefügt werden. Damit geht allerdings auch viel Charakter und Geschmack der Agave für den Geschmack des Tequilas verloren. Daher ist es ein Qualitätsmerkmal wenn ein Tequila aus 100% Agave hergestellt wird.

Die Herstellung von Patrón Tequila

Das Bild des mit breitem Sombrero in der Mittagshitze dösenden Mexikaners ist weitläufig bekannt. Für die Herstellung von Tequila braucht man tatsächlich erst mal viel Zeit und Geduld. Denn bevor die Agaven reif für die Ernte sind, vergehen bei Patrón Tequila etwa sechs bis sieben Jahre. Damit nur die Agaven mit hohem Zuckeranteil in die Produktion gelangen, wird der Zuckergehalt jeder Agaven-Piña schon bei der Ernte gemessen.

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Piñas der Agave Tequilana Weber werden abgeladen. (Foto: FTP Edelman)

Anschließend werden die Agaven-Herzen in kleinen Backsteinöfen geröstet und gegart. Ein Prozess der bis zu 79 Stunden dauern kann. Durch das Garen der Agaven wird die enthaltene Stärke zu Zucker umgewandelt, was sie für die Vergärung verfügbar macht. Um an den Zucker zu kommen, bzw. die Maische herzustellen, werden die Agaven nun zermahlen. Bei Patrón Tequila kommen hierzu zwei Methoden zum Einsatz. Die traditionelle Tahona-Methode (s. u.) mit einem im Kreis laufenden Mühlstein sowie eine modernere Walzenmühlen-Methode.

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Die gegarten Agaven werden mit der traditionellen Tahona-Methode zerkleinert. (Foto: FTP Edelman)

Der Saft aus den beiden Mahlverfahren wird anschließend mit Quellwasser ergänzt und jeweils in separaten Bottichen durch hinzugefügte Hefestämme vergoren. Die vergorenen Maischen aus den Holz-Bottichen werden separat gebrannt und erst später wieder miteinander verblendet, was zum besonderen Geschmack beitragen soll. Der Patrón Silver Tequila wird nicht gelagert, sondern direkt mit einem Alkoholgehalt von 40% in die charakteristischen Flaschen abgefüllt. Ob sich der Aufwand gelohnt hat und dieser Premium-Tequila schmeckt?

Unser Tasting des Patrón Silver Tequila

Wie riecht er?

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Patrón Silver abgefüllt mit 40%, Preis ca. 35 Euro. (Foto: Hersteller)

Der erste Eindruck des Geruchs ist mild und rein. Deutlich ist der charakteristische würzige Duft der Agaven zu riechen, was mich an Erde oder Lehm erinnert. Rauchige Noten wie man sie von Mezcal kennt, sind hingegen nicht zu finden. Darüber hinaus sind im Geruch etwas süße Frucht so wie Melone, Himbeere und Zitrone sowie eine Spur Vanille im wahrnehmbar.

Wie schmeckt er?

Mild und Süß ist der erste Eindruck des Patrón Silver Tequilas im Mund. Hier ist kein scharfes brennen oder beißen zu bemerken. Das Mundgefühl ist angenehm cremig und süß. Auch im Geschmack sind der erfrischende Geschmack der Agave sowie Zitrusfrüchte zu schmecken. Der cremige Geschmack wie von Grießpudding und eine leicht pfeffrige Schärfe im Abgang runden das Geschmackserlebnis ab.

Alkoblog.de Mezcal-Test: Patrón Silver Tequila

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Der Patrón Silver Tequila ist nicht übermäßig komplex, dennoch kann man ihn sehr gut pur oder gemixt in Premium-Cocktails trinken. Wer Tequila stets mit scharfem und brennenden Geschmack verbunden hat, wird hier eines besseren belehrt. Ein guter Tequila für Einsteiger und Tequila-Liebhaber. Der Preis schwankt anscheinend stark und liegt aktuell bei etwa 35 Euro.

4.2



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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