Nomad-Whisky wird unter anderem im spanischen Jerez produziert. (Foto: Nomad)

Bei Genießern macht es schon länger die Runde: Guter Whisky kommt nicht nur aus Schottland, sondern auch aus Ländern wie Irland, Japan oder Taiwan. Nur die Südeuropäer haben sich in Sachen Whisky bisher vornehm zurückgehalten. Damit ist jetzt Schluss: Mit dem Nomad betritt ein Whisky die Arena, der zwar seinen Ursprung in Schottland hat, den letzten Schliff aber im spanischen Jerez erfährt.

Der Nomad Blend von González Byass ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein Whisky-Nomade. Für den iberischen Scotch (ja, das ist ein Oxymoron) haben die Spirituosen-Legenden Antonio Flores, Master Blender von González Byass, und Richard Paterson von Whyte & Mackay ihre Nasen zusammengesteckt. Was nach einer ungewöhnlichen Verbindung klingt, ist gar nicht mal so abwegig: So hat die Zusammenarbeit von González Byass und den schottischen Whisky-Herstellern eine lange Tradition.

González Byass: Lange Verbundenheit mit Schottland

Schon seit vielen Jahrzehnten verkaufen die Spanier nämlich ihre gebrauchten Sherryfässer an die Schotten. Neben ehemaligen Bourbon-Fässern sind es alte Sherry-Casks, welche am häufigsten für die Lagerung von Scotch Whisky verwendet werden. Sei es um den Whisky über die ganze Zeit darin zu lagern oder um ihm mit einem Sherry-Finish den letzten Schliff zu geben.

Aber wenn man schon eigene ausgezeichnete Sherryfässer hat, warum dann nicht einfach seinen eigenen Whisky herstellen und lagern? Das dachte sich González Byass auch. Nun ist die Herstellung eines gelungenen Whiskys keine ganz einfache Aufgabe – da holte man sich Richard „The Nose“ Paterson mit ins Boot, der als Master Blender immerhin die Whiskys von Dalmore kreiert.

Auch in Schottland beliebt: Sherryfässer von González Byass. (Foto: Alkoblog)

Viel Überzeugungsarbeit war dabei wohl nicht notwendig: „Richard hatte so ein neuartiges und ungewöhnliches Projekt zwar auch noch nie begleitet, war aber direkt begeistert von der Idee!“, berichtet uns Boris Ivan, Brand Ambassador von González Byass.

Und so wählte Richard Paterson die Destillerien und Fässer für den Nomad Whisky persönlich aus. Hierbei nutzte er seine vielfältigen Kontakte in der Whisky-Szene und achtete darauf, dass die verschiedenen Malts und Grains gut miteinander harmonieren. Im Nomad sind 25 verschiedene Single Malts und fünf Grain Whiskys aus den Lowlands, Highlands sowie der Speyside enthalten. Insgesamt werden in dem Blend etwa 40 Prozent Single Malt Whiskys verwendet, was für Whisky-Blends im Vergleich eine normale Größe darstellt.

Die Herstellung von Nomad Whisky in Schottland und Spanien

Die Whiskys für den Nomad (sie haben ein Alter von etwa 5-8 Jahren) werden in Schottland miteinander verblendet und daraufhin in Ex-Oloroso-Sherryfässern gelagert, was etwa ein Jahr in Anspruch nimmt. Anschließend wird der Blend in sehr alte Pedro Ximénez-Fässer gefüllt und ein weiteres Jahr gelagert. Dieses Mal erfolgt die Lagerung allerdings nicht in schottischen, sondern in spanischen Warehouses von González Byass in Jerez, wo es bei 300 Sonnentagen im Jahr um einiges wärmer und trockener als in Schottland ist.

Atrévete a romper las reglas, nosotros lo hemos hecho. #whisky #nomad #changetherules #jerez #escocia

Ein von Nomad Outland Whisky (@nomadoutlandwhisky) gepostetes Foto am

Eine neue Whisky-Kategorie: Outland Whisky

Auf Grund der kurzzeitigen Lagerung des Whiskys in Spanien darf der Nomad Whisky sich nun allerdings nicht mehr Scotch Whisky nennen. Dies nimmt González Byass bewusst in Kauf und rief deshalb die neue Bezeichnung „Outland Whisky“ – für außerhalb von Schottland gelagerten Whisky – ins Leben. Bis jetzt ist der Nomad allerdings der einzige Outland-Whisky der Welt. Es bleibt spannend zu sehen, ob auch andere Destillerien außerhalb Schottlands den neuen Begriff für ihre Whiskys nutzen werden.

Noch ist der Nomad eine eher exklusive Geschichte – so werden jedes Jahr nur ein paar tausend Flaschen abgefüllt. Doch den Erfolg bei uns Whisky-Genießern vorausgesetzt, wird es bald vielleicht schon mehr „Whiskys made in Spain“ geben.

3 Kommentare

    1. Hallo David, danke für den Hinweis. Wir hatten statt „neu“ eher „neuartig“ gemeint und unsere Überschrift jetzt in diesem Sinne noch mal angepasst.

      Hast du den Nomad schon probiert und wenn ja, wie hat er dir gefallen?

      Viele Grüße
      Lukas

  1. Hallo Lukas,

    finde ich gut, dass Ihr die Überschrift angepasst habt. Neuartig passt da definitiv besser. Ich hatte 2015 bei Gonzalez Byass in Jerez die Chance diesen Whisky zu probieren. Andere Gäste waren sehr angetan von diesem und haben sich gleich eine Flasche mitgenommen, mich persönlich hat er nicht so sehr überzeugt was vor allem daran liegt, dass er mir zu jung schmeckt und ich eher komplexere Whiskies bevorzuge.
    Für das Geld kann man allerdings auch keine Wunder erwarten. Meiner Meinung nach ist der Stoff auch relativ weit von einem klassischen Whisky entfernt. Dafür aber umso mehr am Sherry dran. Daher kann ich ihn nicht unbedingt weiterempfehlen, aber andere mögen das anders sehen.
    Viele Grüße
    David

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