Die Nikka Bar in Fukuoka im Süden von Japan (Foto: Alkoblog)

Mit den japanischen Whiskys ist das so eine Sache: Eigentlich sind sie vom Geschmacksprofil ideal für Einsteiger geeignet. Milde Aromen, sehr ausgewogen, viel Frucht, praktisch nie rauchig oder torfig und sehr abwechslungsreich. Und: Die Japaner sind – zumindest was die großen Marken von Nikka und Suntory angeht – fast ausnahmslos handwerklich sehr gut gemacht. Warum man die japanischen Whiskys trotzdem so selten im Whiskyregal eines Beginners findet? Ganz klar, hier spielt der Preis eine große Rolle. Denn die meisten Whiskys made in Nippon sind leider mittlerweile ziemlich teuer geworden.

Yoichi + Miyagikyo + Grain = Nikka from the Barrel

Eine rühmliche Ausnahme macht da weiterhin der Nikka from the Barrel. Die japanisch-minimalistisch gestaltete Flasche mit fast eckiger Form wandert schon für rund 35 Euro in die Tasche. Darin befindet sich ein Blend aus verschiedenen Single Malts der beiden hauseigenen Destillerien Yoichi auf Hokkaido und Miyagikyo auf Honshu. Hinzu kommt Grain Whisky, der in Ex-Bourbonfässern gereift wurde, bevor er mit den Malts vermählt wird.

Zieht man schottische Blends zum Vergleich heran, die teilweise aus bis zu 40 verschiedenen Malts bestehen, sieht man schon, dass man es hier mit einem anderen Kaliber an Blend zu tun hat. Auch dass alle enthaltenen Whiskys von Nikka selbst produziert werden und kein Tausch mit Destillerien anderer Hersteller stattfindet, wäre in Schottland zumindest unüblich. Theoretisch bedeutet das weniger Vielfalt in den Blends, praktisch aber hält man dadurch natürlich auch alle Fäden in der Hand, wenn es um die Qualität geht. Und wer Premium-Blends wie Hibiki 12, Hibiki 17 oder gar Hibiki 21 kennt, der weiß, dass das Niveau bei den Japanern sehr hoch liegt.

Starke Abfüllung mit 51,4 % Alkoholgehalt

Wer seinen Whisky gerne mit ein paar Tropfen Wasser verdünnt, kann sich freuen (und noch ein paar Tropfen mehr hineintun): Der Nikka from the Barrel wird mit 51,4 % Alkohol abgefüllt und hat damit genug Geschmacksreserven. In Japan wird der Whisky gerne mit Eis oder sogar mit Eis und Soda als Highball getrunken – wir holen zur Verkostung aber lieber unsere Glencairns raus.

Schicke Flasche: Nikka from the barrel (Foto: Mark / Flickr)

Unser Tasting des Nikka from the Barrel

Wie riecht er?

Zuerst wirkt dieser Japaner leicht und fruchtig in der Nase und wirkt dann zunehmend tiefer und kräftiger. Im Geruch sind Früchte wie Pflaumen und eine zuckrige Süße wahrnehmbar. Honig und viel holzige Würze vom Eichenfass ergänzen den Eindruck. Im Hintergrund liegen Aromen wie Pfeffer, Nelken, Marzipan, Zimt und Melone.

Wie schmeckt er?

Im Geschmack steigt der Nikka from the Barrel kräftig ein: Er legt viel Holz, Karamell, Datteln, Pflaumen auf den Tisch. An fruchtigen Aromen schmecke ich Dosenpfirsich, Melone aber auch tropische Nuancen wie Mango. Für einen Blend hat er eine überraschend ausgeprägte Struktur. Die Mischung von süßer Vanille und Würze ist gut ausbalanciert. Pfeffrig scharfe Noten, Waldhonig sowie Kakao setzen diesem Whisky die Krone auf.

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Nikka from the Barrel
Gestaltung & Story90
Geruch80
Geschmack80
Preis-Leistung88
85
Fazit
Wer seine Whisky-Sammlung um einen Japaner erweitern will und wem die Age-Statements von Hibiki bis Yamazaki zu teuer sind, findet im Nikka from the Barrel eine gute und bezahlbare Alternative. Der hochwertige Blend bringt ungewöhnliche und spannende Aromen ins Glas, trinkt sich sehr angenehm und macht in jedem Fall Lust auf noch mehr Japan! Unsere Empfehlung für alle Einsteiger in die Welt des japanischen Whiskys.

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