Als James Bond im Film Casino Royale aus dem Jahr 2006 seinen ersten Drink bestellt, ist es nicht wie gewohnt ein Dry Martini, sondern ein Mount Gay Rum mit Soda. Dass die Wahl des berühmten Geheimagenten auf einen Rum fällt, ist nicht so ungewöhnlich, spielen doch weite Teile der Handlung in der Karibik. Außerdem befindet sich die Mount Gay Destillerie auf Barbados und gehört somit zum britischen Commonwealth, was Bond die Wahl sicher erleichtert hat. Aber auch sonst ist der 007-Agent bei seinen Drinks keineswegs nur auf „Martini geschüttelt, nicht gerührt“ abonniert, wie man vielleicht vermuten würde. Diese Infografik belegt den Drink-Konsum von James Bond ganz vorzüglich.

Mount Gay: Die älteste Rum-Destillerie der Welt

Mount Gay gilt als ältester noch produzierender Rum-Hersteller der Welt. Der erste urkundliche Nachweis geht bereits auf das Jahr 1703 zurück und bestätigt die Existenz eines Pot Still House auf der anliegenden Zuckerrohrplantage. Der Name der Destillerie leitet sich von einer Erhebung im Norden der Insel mit dem Namen Mount Gay ab, auf welcher sich die ursprüngliche Plantage befunden hat. Bereits seit dem Jahr 1989 gehört die Mount Gay-Destillerie zum Spirituosenkonzern Rémy Cointreau.

Herstellung des Mount Gay XO Rums

Mount Gay Rum wird wie viele andere Karibik-Rums aus Melasse gebrannt. Die Lagerung erfolgt anschließend fast ausschließlich in ehemaligen Bourbon-Fässer aus amerikanischer Eiche. Die meisten der Eichenholzfässer sollen dabei aus der amerikanischen Bourbon-Destillerie Jim Beam stammen. Für den Mount Gay XO-Rum werden Rums mit einem Alter zwischen 7 und 15 Jahren miteinander verblendet. Es handelt sich also demzufolge nicht um einen im Solera-Verfahren gelagerten und hergestellten Rum. Wir sind gespannt was der Mount Gay XO im Tasting kann und ob James Bond eine gute Wahl getroffen hat.

Unser Tasting des Mount Gay XO Barbados-Rum

Wie riecht er?

Der Geruch des Mount Gay ist leicht und von würzigen Noten geprägt. Wir riechen helles Holz und etwas Säure, die an Eichenholz und frisch gepressten Zitronensaft erinnert, hinzu kommt Orangenmarmelade und der Duft von Johannisbeeren. Auch würzige Noten wie Kaffee und würziges krosses Brot sind zu riechen und mischen sich mit Karamell und Vanille. Insgesamt kein sehr süßer Geruch, der Rum ist mehr bei würzigen holzigen Aromen.

Wie schmeckt er?

Im Geschmack ist der Mount Gay XO kräftig mit viel Holz-Aromatik. Wir schmecken geröstete Kaffeebohnen und Herrenschokolade, Vanille sowie Orangenschalen, Banane und Ananas. Insgesamt fällt hier die gute Balance des Rums zwischen Süße und Würze auf – der Rum kippt nicht in eine Geschmacksrichtung. Weiterhin schmecken wir herbe-fruchtige Dessercreme, geröstetes Brot sowie getreidige Aromen.

Hinweis: Laut Rumproject.com sind die Rums von Mount Gay weitestgehend „sauber“ was undeklarierte Zusatzstoffe wie Zucker angeht. Im Mount Gay XO wurden aber anscheinend geringe Mengen Zuckerzusatz entdeckt.

Mount Gay XO bei Rum & Co günstig bestellen…

Mount Gay XO im Rum-Test
Gestaltung & Story86
Geruch88
Geschmack88
Preis-Leistung90
88
Fazit
Der Mount Gay XO ist im Tasting sehr gefällig. Im Gegensatz zu anderen Premium-Rums ist er nicht übermäßig süß, sondern überzeugt durch eine gute Balance aus Würze und Süße. Laut Hersteller wird der XO-Rum aus 7- bis 15-jährigen Rums geblendet. Hierfür und die gebotene Qualität erscheint der Preis von rund 36 Euro sehr fair.

2 Kommentare

  1. „Im Mount Gay XO wurden aber anscheinend geringe Mengen Zuckerzusatz entdeckt.“

    Beim rumproject wurde der Mount Gay XO mit 2g/L eingetragen – das ist eine Menge, die noch aus Fassholzeffekten entstehen kann; alles zwischen 0 und 5g sollte man als „ungesüßt“ akzeptieren, da außerdem noch die Messungenauigkeit berücksichtigt werden muss. Dazu kommt: In Barbados ist das Zufügen von Zucker verboten – und da Mount Gay als OA hier selbst abfüllt, nicht ein UA sonstwo auf der Welt, kann man davon ausgehen, dass keine absichtliche Zuckerbeigabe erfolgt ist.

    Aber danke trotzdem für den Hinweis! Ich freue mich sehr, dass dieses Thema bei vielen Rumbesprechungen inzwischen Berücksichtigung findet.

  2. Ich kann mich der Meinung von schlimmerdurst nur anschliessen, dass bei Rum-Reviews das Thema Zuckerzusatz unbedingt auf den Tisch gehört. Vielen Dank dafür. Dieser Aspekt ist für eine informierte Kaufentscheidung und Einordnung des Betrachtungsgegenstandes meiner Meinung nach sehr wichtig, denn als Konsument möchte ich wissen, was ich erwerbe und was ich zu erwarten habe – einen Rum oder eine liköraähnliche „Zubereitung“ auf Rum-Basis.

    Danke auch an schlimmerdurst für die Einordung/Richtigstellung des „Zucker-Zusatzes“ bei Mount Gay. Beim ersten Lesen hatte ich schon einen Schreck bekommen, als ich las, dass einer meiner Lieblings-Hersteller Zucker zugegeben haben soll…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*