Veröffentlicht am 9. März 2016 | von Sebastian

Ein amerikanischer Klassiker: Moscow Mule mischen [Video]

Der Moscow Mule ist der Cocktail, der Anfang der 1950er Jahre entscheidend dabei half, den Vodka in den USA zu etablieren. Sicher gibt es Vodka-Cocktails, die populärer sind (z.B. Cosmopolitan, White Russian), doch der Moscow Mule hat bis zu seiner Erfindung eine Reise durch mehrere Länder hinter sich und einen Vodka-Boom losgetreten, der bis heute anhält.

Kommt der Moscow Mule aus Moskau? – Kurze Geschichte des Cocktails

Nein. Der erste Moscow Mule entstand Anfang der 1940er Jahre in den USA. Warum heißt er dann Moscow Mule? Dies hängt mit der Smirnow-Destillerie aus Moskau zusammen. Smirnow nutzte als erste Destillerie die Holzkohlefiltration, um seinen Vodka besonders klar und mild herzustellen. 1925 wurde die Destillerie im Zuge der Oktoberrevolution konfisziert, weshalb Smirnow Russland verließ und in Konstaninopel (heute Istanbul) und Paris neue Standorte eröffnete und seinen Namen in „Smirnoff“ änderte.

1934 verkaufte Gründer Wladimir Smirnow, bedingt durch die Weltwirtschaftskrise, sein Unternehmen an einen Amerikaner. 1938/1939 wurde die Marke Smirnoff in das Spirituosenunternehmen G. F. Heublein Brothers Inc. integriert. Vodka war zu dieser Zeit noch weitgehend unbekannt in den USA und ein Manager von G.F. Heublein Bros. suchte nach Möglichkeiten dies zu ändern.

An einem schicksalsschweren Tag im Jahr 1941 traf dieser Manager in der Cock and Bull Tavern in Los Angeles auf einen gewissen John A. Morgan, der seine selbst hergestellte Ingwerlimonade vermarkten wollte. Angeblich soll in Zusammenarbeit mit Kunett die Idee zum Moscow Mule entstanden sein. Es wurde noch Limette hinzugegeben, um der Süße der Ingwerlimonade etwas entgegen zu setzen.

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Typische Kupferbecher mit Moscow Mule (Foto: Tracy Benjamin / Flickr)

Man servierte den Moscow Mule in Kupferbechern (Copper Mugs), woraus ein unverwechselbares Alleinstellungsmerkmal wurde, das die Popularität des Drinks und des Vodka in den USA enorm steigerte. Interessanter Fakt: Eine Freundin Morgan’s besaß eine Firma, welche diese Kupferbecher herstellte. Somit profitierten alle vom Moscow Mule.

Warum ist das Ginger Beer beim Moscow Mule so wichtig?

Ginger Beer ist kein Bier, sondern eine scharf-würzige, alkoholfreie Ingwerlimonade, die in Europa erst seit der Jahrtausendwende gut verfügbar ist und seit einigen Jahren auch in deutschen Supermärkten gekauft werden kann. Die diversen Marken (z.B. Thomas Henry, Schweppes, Old Jamaican etc.) unterscheiden sich in ihrer Süße, der Ingwernote und dem Schärfegrad deutlich voneinander. In den USA war Ginger Beer schon im 19. Jahrhundert bekannt. Ein Verwandter ist das beliebte Ginger Ale, welches jedoch zumeist weniger scharf schmeckt und weniger Ingwer enthält.

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Moscow Mule Rezept (Delicious Drinks, 2014)

Moscow Mule ist ein spritziger, erfrischender Cocktail mit deutlicher Ingwernote. Welchen Vodka man hierin verwendet ist zweitrangig, ich persönlich bevorzuge jedoch einen russischen Vodka, der genug Kraft hat sich gegen das aromastarke Ginger Beer zu behaupten. Limette und Gurke verleihen dem Cocktail zusätzliche Frische und mehr Geschmacksnuancen.

Das braucht ihr:

5cl russischer Vodka (z.B. Green Mark)
1/4 Limette
1 Scheibe Gurke (optional)
Ginger Beer (zum Auffüllen, versch. Marken)

So wird’s gemacht:

Die geviertelte Limette über dem mit Eiswürfeln gefüllten Glas oder dem typischen Kupferbecher ausdrücken und hineingeben. Vodka und Ginger Beer hinzugeben und alles mit einem Barlöffel umrühren. Als Garnitur noch 1-2 Scheiben Gurke an den Glasrand stecken oder in den Drink geben.

Mehr Cocktails findet Ihr bei Delicious Drinks auf YouTube


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Über den Autor

Sebastian

mixt leidenschaftlich gerne qualitativ hochwertige Cocktails. In seinem YouTube-Kanal und als Gastautor im Alkoblog erklärt er jetzt, wie jeder die beliebten Drink-Klassiker ganz einfach zuhause mixen kann.


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