Mezan XO Rum im Test (Foto: Hersteller)

Der Genuss eines guten Rums ist immer auch ein bisschen wie eine Reise: Ich schenke mir einen Schluck ins Nosing-Glas ein, ziehe meine bequemen, karierten Hausschuhe an und lehne mich in die Sofakissen zurück. Jetzt ist Schluss mit Arbeit, jetzt ist Zeit zum Entspannen! Ich betrachte den Rum im Glas, wie er im Licht der Stehleuchte goldgelb schimmert, wie er in öligen Tropfen oder einer ganzen Fläche über den Glasrand läuft. Ich hebe das Glas zur Nase und schließe unwillkürlich die Augen, um die Aromen bestmöglichst riechen zu können…

Die Rums der Karibik erinnern mich vom Duft her häufig an träge dahintropfende Nachmittage im Schatten einer Palme, an Strandverkäufer, die mit frisch aufgeschnittenen Melonen und Ananas hausieren gehen. Ihr Rufen kämpft gegen die donnernde Brandung des Meeres an. Nennt mich kitschig, aber ein guter Karibik-Rum ist für mich ein kleines Stück von dieser exotischen Inselkulisse, konserviert in einer kostbaren Spirituose, gereift über viele Jahre im Eichenholzfass.

Fehlt nur noch ein Glas guter Rum: Strand auf Jamaica (Foto: Violess / Photocase)
Fehlt nur noch ein Glas guter Rum: Strand auf Jamaica (Foto: Violess / Photocase)

Ein solches Paradies braucht keine Extras. Wir würden schön gucken, wenn der Strandverkäufer die Melonen und Ananasstücke mit einem großen Zuckerstreuer bearbeitet, bevor er sie uns grinsend überreicht. Wir würden ihm kritische Blicke zuwerfen, wenn er beginnen würde, seine Ware mit Farbstoffen aufzuhübschen. Es gibt Dinge, die kann und sollte man nicht künstlich versuchen zu verbessern. Und doch ist genau gerade dies immer noch bei einigen Karibik-Rums üblich: Mit Zucker wird der süße Rum noch ein wenig süßer und mit Karamellfarbe kriegt er einen schön braunen Teint.

Ein unverfälschter Rum aus der Karibik

Umso mehr freut mich, dass es auch Rums wie den Mezan Jamaica X.O. gibt, die solche Tricks nicht nötig haben: Die Abfüllung ist naturbelassen, wird mit traditionellen Verfahren destilliert und weder Zucker noch Farbstoffe trüben das unverfälschte Rum-Erlebnis. Nur eine leichte Filtration wird eingesetzt, um grobe Schwebeteilchen aus dem Destillat zu filtern.

Das Geheimnis des „untouched“ Rums von Mezan liegt in der Auswahl der Fässer. So kann der Master Blender des Unternehmens auf eine ganze Schatzkammer von handverlesenen Casks zurückgreifen. Diese stammen aus neuen und alten Brennereien, einige von ihnen schon stillgelegt. Mit seiner Erfahrung stellt er die Fässer nach Alter und Aromatik zusammen. Anschließend werden sie geblendet, also miteinander vermählt. Kein leichtes Unterfangen: Verschätzt sich der Master Blender bei der Mischung, dann wird auch der finale Rum geschmacklich nicht vollends überzeugen. Nach dem Blenden wird der Mezan X.O. in einem Holzfass weitergereift, damit sich Aromen und Struktur vollends entfalten können. Jedes Jahr werden nur 5.000 Flaschen auf diese Weise in limitierter Auflage hergestellt.

Elegantes Design: Die Flasche des Mezan XO Rum (Foto: Hersteller)
Elegantes Design: Die Flasche des Mezan XO Rum (Foto: Hersteller)

Mezan Jamaica, Panama und Trinidad – auch als Jahrgangsabfüllung

Neben dem Jamaica X.O. sind der Mezan Panama 2006, Trinidad 1996 und Jamaica 2005 als Jahrgangsabfüllungen erhältlich. Damit decken die Vintage Rums von Mezan ein gutes Stück der vielfältigen karibischen Rum-Kultur ab. Alle Abfüllungen kommen wie oben beschrieben ohne Zusatz von Zucker und Farbstoffen aus.

Eine ganze Reihe von Auszeichnungen belegt die hohe Qualität der Rums: So gab es unter anderem Gold bei der International Spirits Challenge 2016, Doppel-Gold bei den San Francisco Spirit Awards, und die Auszeichnung als Best in Class beim Miami Rum Renaissance Festival 2016 für verschiedene Mezan-Abfüllungen.

Der Mezan Jamaica X.O. will ganz bewusst ein leichter Rum sein. Laut den offiziellen Tasting Notes überzeugt er im Duft mit Banane und süßen Gewürzen, auf der Zunge ist er süß und dennoch strukturiert und schließt mit einem Hauch Tabak ab. Wenn das nicht der perfekte Ausgangspunkt für eine kleine Traumreise in karibische Gefilde ist…

   Hier mehr zu den Mezan-Rums erfahren…

1 Kommentar

  1. Ich habe auch nur bestes von den Mezan-Rums gehört. Das muss ich mir dann doch mal zu Gemüte führen!

    „meine bequemen, karierten Hausschuhe“

    😀 Ich liebe solche Rituale. Gibt es Fotos davon? 😀

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