Whisky

Veröffentlicht am 21. Februar 2017 | Collage: Alkoblog

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Wetten, dass du 7 der 10 am häufigsten verkauften Whisky-Marken nicht kennst?

Woher stammt der Whisky, der sich weltweit am besten verkauft? Wer auf Schottland oder die USA tippt, liegt schon mal daneben. Indien ist das Land, welches im Top 10-Ranking der meistverkauftesten Whiskys den Spitzenplatz belegt. Und nicht nur das – immerhin 7 von 10 Whiskys in der Bestseller-Liste stammen aus dem südasiatischen Land.

Nun könnte man natürlich schon vermuten, dass im zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde auch viel Whisky getrunken wird. Doch sicher liegt die Begeisterung der Inder für die Spirituose auch am Status als ehemalige britische Kolonie. Über die Briten kam der Whisky ins Land, war aber nur für die wohlhabenden Schichten erschwinglich.

Also erschufen die Inder ihre eigene Variante des Whiskys: Es handelt sich dabei häufig um Destillate aus fermentierter Melasse und nicht aus gemälzter Gerste. Bei Blends wird gerne damit geworben, dass auch schottische Malts in der Mischung befinden. Gesetzlich vorgeschrieben sind es 4 % mindestens, der Schnitt soll etwa bei 10 % Malt-Anteil liegen. Ohnehin gelten internationale Regeln nicht, auch Zusatzstoffe wie Aromen sind im indischen Whisky erlaubt. Das Ziel scheint klar: Eine möglichst milde, angenehm zu trinkende Spirituose erschaffen, die für breite Schichten bezahlbar ist. Den untenstehenden sieben indischen Marken ist das gelungen – sie verkaufen sich jedes Jahr viele Millionen Mal!

Nur drei westliche Whisky-Marken schaffen es überhaupt in die Top 10: Johnnie Walker, Jack Daniel’s und Jim Beam. Im Vergleich zu mancher indischen Whisky-Marke wirken ihre Zahlen jedoch fast schon klein…

Die Top 10 der meistverkauften Whiskys der Welt

Platz 1: Officer’s Choice Whisky

Von Werbespots schottischer Destillerien sind wir ja schon einiges an Kitsch gewöhnt, aber die Inder setzen da locker noch einen drauf. Zu schmalziger Musik werden ganz normale junge Männer zu Helden. Ein Radfahrer rettet eine weiße Taube. Ein Kameramann vor einem brennenden Haus lässt die Kamera fallen, um eine ältere Dame zu retten. Ein Firmenboss steigt aus der Limousine, um die Arbeiter bei ihrem Kampf für bessere Sicherheitsstandards zu unterstützen. Nun könnte man argumentieren, dass man alle diese Dinger vielleicht nicht unbedingt am besten tun kann, wenn man gerade einen Officers Choice in der Krone hat.

Aber das ficht die Macher nicht an und so ist der Whisky – ein Blend aus indischem Grain Whisky mit einem geringen Anteil schottischer Malts – die meistverkaufte Whisky-Marke der Welt. Ganze 312 Millionen Liter wurden im Jahr 2015 verkauft. Die Zahlen werden von den Whisky-Industrieverbänden immer zurückliegend für das Vorjahr ermittelt.

Während der klassische Officer’s Choice mit rotem Label sich nach eigener Aussage an die Arbeiterklasse wendet, sind mit Officer’s Choice Blue und Officer’s Choice Black auch zwei Premium-Versionen erhältlich, deren Malt-Anteil etwas höher ist als bei der günstigsten Variante. Die Marke existiert übrigens seit 1988 und gehört zum indischen Getränkekonzern Allied Blenders & Distillers.

Platz 2: McDowell’s No. 1 Whisky

Auch bei McDowell’s No. 1 stehen große Gefühle im Mittelpunkt: Es geht um nicht weniger als wahre Freundschaft und Verbrüderung – und die will anständige begossen werden. Vor einigen Jahren war McDowell’s No. 1 noch die meistverkaufte Whisky-Marke der Welt, wurde inzwischen aber von Officer’s Choice abgelöst. Aber bei mehr als 224 Millionen verkauften Litern kann man natürlich dennoch nicht meckern.

McDowell’s No.1 Whisky ist ein Blend aus Grain Whisky, indischen Malts und importiertem Scotch Whisky. Die Marke gehört zu United Spirits, einem Tochertunternehmen von Diageo.

Im Jahr 2016 gab es Ärger mit der Scotch Whisky Association (SWA) wegen der schottischen Anmutung des Namens. Während der Whisky in Indien weiterhin als McDowell’s No. 1 verkauft wird, wird Diageo die Spirituose außerhalb des Landes nicht mehr unter diesem Namen anbieten.

Platz 3: Johnnie Walker

Endlich eine Marke, die auch hierzulande bekannt ist. Johnnie hat es geschafft und walkt mit über 169 Millionen Litern ganz lässig auf Platz 3 der Weltrangliste. Bei Johnnie Walker handelt es sich durchgängig um schottischen Whisky. Das eigentliche Kunststück der Whisky-Marke besteht darin, in jeder Preisklasse einen Blend im Angebot zu haben.

Als günstige Einstiegsqualität hat sich der Johnnie Walker Red Label bewährt, bei dem es sich um einen Blend aus Malt Whiskys mit einem relativ großen Anteil Grain-Whisky handelt. Mit Johnnie Walker Black Label und Gold Label sind auch Scotch Blends im Angebot, die den Alkohol nicht ganz so durchscheinen lassen. Johnnie Walker Green Label ist demgegenüber ein Blended Malt, kommt also sogar ohne Zusatz von Grain aus. Die Range wird nach oben hin durch Johnnie Walker Blue Label abgerundet, der mit rund 130 Euro für die Flasche auch preislich weit oben mitspielt.

Platz 4: Imperial Blue Whisky

Und schon geht es mit Platz 4 wieder nach Indien. Seagram’s Imperial Blue nennt sich ein lokal vermarkteter Whisky von Pernod Ricard, der aus indischem Grain Spirit und importierten Scotch Malts besteht. Mit über 157 Millionen verkauften Litern ist Imperial Blue zugleich die meistgetrunkene Marke des Spirituosenkonzerns überhaupt.

Seit 1997 gibt es den indischen Blend, der sich durch „exceptional smoothness“ auszeichnen soll. Der Whisky kommt mit 42,8 % Alkoholgehalt in die Flasche.

Platz 5: Royal Stag Whisky

Auch Platz 5 wird von einer Whisky-Marke des Spirituosenkonzerns Pernod Ricard belegt. Seagram’s Royal Stag bezeichnet sich selbst als „Deluxe Whisky“, der eine internationale Qualität aufweise. Als erste Marke in Indien habe man auf künstliche Aromen verzichtet.

Ansonsten findet sich auch hier die typische Mischung aus indischen Grain Whiskys und Import-Scotch in der auffälligen Flasche, deren schräg gestellter Schriftzug entfernt an Johnnie Walker erinnert. Mit 155,7 Millionen Liter folgt er dem Imperial Blue auf dem Fuß.

Platz 6: Jack Daniel’s Tennessee Whiskey

Tropfen für Tropfen, eindeutig Jack. Und in diesem Fall sind es ganz schön viele Tropfen: Mit 109,8 Millionen verkauften Litern ist Jack Daniel’s der meistverkaufte American Whiskey der Welt. Der Tennessee Whiskey wird aus 80 % Mais gebrannt und würde damit auch als Bourbon durchgehen.

Eine Besonderheit ist jedoch die Holzkohlefiltration, durch welche sich Jack Daniel’s nicht zuletzt ausgesprochen werbewirksam von anderen Whiskeys absetzen kann. Platz 6 auf der Liste der Best-selling-Whiskys der Welt ist ihm damit sicher.

Platz 7: Old Tavern Whisky

Unser Aufenthalt in den USA ist nur von kurzer Dauer, denn schon sind wir wieder in indischen Gefilden. Im Vergleich zu anderen gezeigten indischen Whiskys sind wir hier noch eine Stufe tiefer unterwegs. Bei Old Tavern handelt es sich um einen Indian Regular Blended Whisky, der mit Aromen und neutralem Alkohol vor allem für einen milden Geschmack und einen ordentlichen Rausch sorgen soll. Auch in einigen afrikanischen Ländern wird Old Tavern wohl gerne getrunken. 107,1 Millionen veräußerte Liter sprechen eine klare Sprache.

Platz 8: Original Choice Whisky

Das Design von Original Choice hat eher handgemachten Charme und am Slogan „Smooth & Satisfying“ könnte man sicher auch noch etwas feilen.

Dafür verschleiert die Webseite relativ geschickt, worum es sich nun eigentlich handelt. Der Whisky Blend offeriert demnach „the same rich experience as that of a malt whisky, and that too at convenient prices“. Ein leicht malziges Aroma und eine Spur weichen Holzcharakters sollen verdeutlichen, dass hier angeblich Malt Whisky in amerikanischen Eichenholzfässern gelagert wurde.

Das hört sich reichlich obskur an, aber immerhin 96,3 Millionen Liter wurden von Original Choice im Jahr 2015 verkauft. Oder wie der Hersteller John Distilleries es ausdrückt: „Original Choice is a people’s champ, the everyman’s only Choice.“

Sie hatten ja keine Wahl…

Platz 9: Bagpiper Whisky

Beim Pfeifen des Dudelsacks denkt man sofort an Schottland. Aber was ist das? Der Mann auf der knallbunten Bagpiper-Flasche trägt eindeutig einen Turban. Auch bei diesem Whisky handelt es sich um ein indisches Erzeugnis.

Genau wie bei McDowell’s No. 1 gab es auch hier Ärger mit der Scotch Whisky Association wegen der schottischen Assoziationen. Während die Marke in Indien weiterhin verkauft wird, soll der Whisky außerhalb des Landes einen neuen Namen bekommen. Mit 72 Millionen Litern ist hier schon etwas Abstand zu den oben genannten indischen Whiskys.

Platz 10: Jim Beam Bourbon Whiskey

Mit 66,6 Millionen Litern schafft es neben Jack Daniel’s noch eine weitere amerikanische Marke in die Top 10 der meistverkauften Whiskys. Während ein großer Anteil sicher auf den bekannten White Label entfällt, hat Jim Beam auch zahlreiche Premium-Bourbons in seiner Range. Der Whiskey wird komplett in Kentucky produziert und gelagert, wovon wir uns letztes Jahr persönlich ein Bild machen konnten.


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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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