Im Jahr 1872 verließen die beiden Brüder Benjamin und Eduardo Camp ihr Heimatland Spanien, um in Santiago de Cuba die Matusalem-Destillerie zu gründen. Im Gepäck hatten sie (neben vermutlich etwas Startkapital) nicht viel mehr als ihr Wissen zur Lagerung von Spirituosen im Solera-System sowie Kenntnisse der Destillation, welche sie sich bei der Herstellung von spanischen Sherry-Weine und Cognac erworben hatten. Schon bald konnten sie sich eine gewisse Reputation erwerben.

Eine der führenden Rum-Marken der 1950er-Jahre

In der heutigen Zeit ist der Matusalem-Rum etwas in Vergessenheit geraten. Doch in den 1950er-Jahren konnte der Premium-Rum aus Kuba im Konzert der ganz großen Namen wie Bacardi und Havana Club mitspielen. Dass diese Erfolgssträhne zu einem jähen Ende kam, liegt vermutlich in den Ereignissen des Jahres 1959 begründet. Im Rahmen der Kubanische Revolution, welche zum Sturz des Diktators Batista durch die Bewegung des 26. Juli, angeführt von Revolutionären wie Fidel Castro und Che Guevara führte, ging die Familien um die Matusalem-Destillerie ins US-amerikanisches Exil.

Familienstreitigkeiten und Relaunch der Marke

In der Folge zersplitterte Matusalem in den 1980er und 1990er-Jahren im Rahmen von Familienstreitigkeiten immer weiter. Erst im Jahr 2002 wurde die Marke schließlich relauncht, kehrte aber nicht an ihren kubanischen Ursprung zurück. Der Rum von Matusalem wird seitdem in der Dominikanischen Republik gebrannt.

Der Name des Rums geht übrigens auf den Methusalem des alten Testaments zurück, welcher der Überlieferung nach ein Alter von 969 Jahren erreicht haben soll. Ganz so alt ist unsere heutige Rum-Kostprobe des Matusalem-Rums nicht. Und der Rum, welcher so verlockend in unseren Tasting-Gläsern schimmert, wird es sicherlich auch nicht mehr.

Unser Tasting des Matusalem Gran Reserva 23 Solera

Wie riecht er?

Was für ein Glück! Trotz der Anlehnung des Rums an das biblische Alter des Methusalem riecht dieser Rum eindeutig schon mal nicht nach Seniorenheim. Wir riechen Eichenholz und Baumharz. Der Geruch des Rums ist eher wenig süß weist aber Aromen wie Vanille, Zitronenschale und Grapefruit auf. Interessant finde ich in Aromen von Salzkaramell und Lakritz. Insgesamt ist der Geruch des Matusalem 23 Solera eher herb-würzig als fruchtig-süß.

Wie schmeckt er?

Im Geschmack präsentiert sich der Matusalem-Rum als rüppeliger Rollator-Opa. Er präsentiert sich recht ernst, würzig, trocken und holzig. Erst dann wird er etwas milder, süßer und zeigt sich von seiner (dunklen) Schokoladenseite. Obendrauf gibt es Aromen von gebratener Banane, Mousse au Chocolat, Vanille und Kakao. Im Nachklang etwas bitterer werdend mit Anklängen von Zitrusschalen.

Zucker im Rum?

Zum Matusalem Gran Reserva 23 Solera liegen derzeit keine Messergebnisse vor. Die anderen getesteten Rums von Matusalem wiesen bisher keine oder nur sehr geringe Hinweise auf Zusätze im Rum auf. Der Matusalem 23 Solera ist daher vermutlich „sauber“, wie auch die restlichen Rums der Destillerie.

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Matusalem Gran Reserva 23 Solera
Gestaltung & Story82
Geruch76
Geschmack82
Preis-Leistung60
75
Fazit
Insgesamt präsentiert sich der Solera 23 von Matusalem mit einem ausgewogenes Spiel zwischen Würze und Süße. Der Abgang ist eher kurz und die Aromen bleiben nicht sehr lange im Mund zurück. Ein gut gelungener klassischer Rum, der vermutlich ohne Zusätze auskommt. Der relativ hohe Preis des Solera-Rums ist ein Wermutstropfen.

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