Whisky

Veröffentlicht am 9. Februar 2017 | Foto: Alkoblog

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Goldkehlchen: Macallan Gold im Test

Als Whiskytrinker kann man sich glücklich schätzen, wenn einem die Destillerien zur Orientierung das Alter des Whiskys auf dem Flaschenetikett angeben, was in den Zeiten von NAS-Whiskys nicht mehr selbstverständlich nicht. Kennt man das ungefähre Alter des Whiskys kann man in den meisten Fällen vorab schon ein wenig einschätzen, was einen geschmacklich erwarten wird.

Macallan im Farbrausch: Gold, Amber und Ruby

Schwieriger wird es da schon, wenn Destillerien die verschiedenen Qualitäten ihrer Abfüllungen nur noch in verschiedene Farbtöne einteilen. So geschehen bei den  Macallan-Whiskys der 1824-Serie. Die Speyside-Destillerie bezeichnet ihre Whiskys nun mit Namen wie Gold, Amber, Sienna oder Ruby. Laut Angaben von Macallan soll so die jeweilige Farbschattierung der (ungefärbten) Whiskys hervorgehoben werden, wobei die Abfüllungen den Angaben zufolge komplexer werden, je dunkler sie sind.

Mehr Farbe im Whisky als Qualitätsmerkmal?

Das ist im Vergleich zur klassischen Altersangabe ein völlig neuer Ansatz, der jedoch meiner Meinung nach auch einige Unsicherheiten birgt. Denn die Farbe eines Whiskys lässt in meinen Augen tatsächlich nur eine ungenaue Einschätzung der  Qualität und des Alters eines Whiskys zu. Die Farbe eines gereiften Whiskys wird maßgeblich durch die Lagerung in Eichenholzfässern bestimmt. Hierbei kommen die unterschiedlichsten Farbfacetten zustande, was darin seine Ursache hat, welche Spirituose zuvor im Fass gelagert wurde und wie oft das Fass bereits für die Lagerung benutzt wurde.

In diesem Zusammenhang spricht man dann häufig vom sogenannten „Fill“, wobei die erste Füllung mit Whisky der „first fill“ und die zweite der „second fill“ usw. ist. Je Älter ein Eichenholzfass ist und für die Lagerung verwendet wurde, umso weniger Aroma und Farbe wird es an den Whisky abgeben können. Ein blasserer Whisky muss allerdings natürlich auch nicht per se schlechter oder unharmonischer sein, als dunklere Whiskys. Zudem sind viele Whiskysabfüllungen ohnehin mit Zuckerkulör nachgefärbt, die Whiskyfarbe ist also sehr häufig nicht besonders aussagekräftig.

Mit dem Macallan Gold haben wir nun also den hellsten und somit vermutlich jüngsten Whisky der 1824-Serie im Glas. Der güldene Macallan wird ausschließlich in Ex-Sherryfässern gelagert und mit runden 40% abgefüllt. Kann der „Goldjunge“ im Tasting-Glas überzeugen?

Unser Tasting des Macallan Gold

Wie riecht er?

Das Goldkehlchen von Macallan startet fruchtig, frisch und mit grasigen Noten in der Nase. Etwas Bienenwachs ist zu riechen bevor es fruchtig säuerlich wird. Da sind Zitrusnoten von Orangenschale und Apfel. Fast wäre ich  versucht zu sagen Jonagold, es ist allerdings eher ein saurer Winterapfel wie Boskoop, weswegen ich mich der Geruch wohl auch an Bratapfel mit Marzipan und Vanille erinnert. Darüber hinaus rieche ich etwas Ingwer, cremig-buttrigen Honig sowie Getreide (Malz).

Wie schmeckt er?

Auch im Geschmack ist der goldige Macallan zu Beginn mild, fruchtig und frisch mit vielen malzigen Noten. Dabei tendiert er wiederum schnell in eine bitter-säuerliche Richtung. Ich schmecke Ingwer, grünen Apfel, Grasnoten sowie etwas Eichenholz. Dazu kommt Bratapfel, Zimt und der Geschmack von Zitrusfrüchten wie Blutorangen und Grapefruit, wobei die Noten wie in einem Fruchtbonbon wirken. Auch Waldkräuter wie Salbei und Lakritze finden sich im leicht pfeffrigen Abgang.

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Alkoblog.de Whisky-Test: The Macallan Gold

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Der goldene Macallan ist der hellste und wahrscheinlich jüngste Whisky der 1824 Edition. Im Tasting ist der Macallan Gold fruchtig-frisch und eher mild, wobei er in eine säuerliche Richtung tendiert. Geschmacklich fallen Apfel-, Zitrus und grasige Noten besonders auf. Der Whisky ist schmackhaft, kann mich im Test jedoch nicht vollends überzeugen, was auch am relativ hohen Preis liegt.

3.4



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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