Bald soll sich bei Port Ellen auf Islay wieder etwas tun... (Foto: Diageo)

Bei dieser Nachricht wird vielen Whisky-Enthusiasten das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen: Die beliebten Kult-Destillerien Brora und Port Ellen sollen wiedereröffnet werden. Beide Standorte sind seit 1983 eingemottet – zum Bedauern vieler Fans. Wie Diageo mitteilte, werde man 35 Mio. Pfund (umgerechnet fast 39 Mio. Euro) in die beiden „lost distilleries“ investieren. Ab 2020 soll bei Port Ellen auf Islay und in Brora an der Ostküste Schottlands wieder neuer Whisky aus den Brennblasen fließen.

In den 34 Jahren ihrer Schließung haben sich die Single Malts aus Brora und Port Ellen zu den gefragtesten Sammlerobjekten entwickelt. Kein Wunder: Von vielen Abfüllungen gibt es nicht mehr viele Exemplare und es wird kein Whisky nachproduziert. Der Vorrat an Malts der beiden „lost distilleries“ ist also endlich.

Die Kehrtwende begründet Diageo zum einen mit dem konstanten Insistieren der Whisky-Fans weltweit. Zum anderen wächst der Scotch-Whisky-Markt weiterhin stark und so auch die Nachfrage nach außergewöhnlichen Single Malts.

„Das ist ein wirklich außergewöhnlicher Moment für den schottischen Whisky. Port Ellen und Brora sind Namen, die eine starke Resonanz bei Whisky-Liebhabern auf der ganzen Welt haben. Die Chance, diese beiden lost distilleries jetzt wiederzubeleben war so selten und besonders, wie das Destillat, welches die beiden Brennereien so berühmt gemacht hat.“
– Dr. Nick Morgan, Diageo’s Head of Whisky Outreach

Die wiedereröffneten Destillerien sollen ihren gewohnten, mittelstark getorften Charakter beibehalten. Ob das so exakt gelingen wird? Schließlich liegen zwischen Schließung und Neubelebung ganze 34 Jahre, in denen sich viel getan hat.

800.000 Liter Whisky pro Jahr und Lagerung auf den Inseln

Die neue Kapazität beider Brennereien soll bei 800.000 Litern Alkohol pro Jahr liegen, Brora und Port Ellen gehören damit zu den kleinsten Whisky-Destillerien von Diageo und etwa auf dem Niveau von Oban an der Westküste.

Auch die Abfüllung in Fässer und die „traditionelle Lagerung“ (vermutlich ein Hinweis auf dreilagige dunnage warehouses) soll direkt auf dem Gelände der beiden Destillerien stattfinden. Für Port Ellen ist das durchaus eine Besonderheit, wird doch viel Whisky der großen Islay-Marke Lagavulin und Caol Ila direkt nach dem Brennen aufs Schiff verladen und auf dem Festland gelagert.

Ein Teil der Millioneninvestition fließt in zwei neue Besucherzentren bzw. „Brand homes“, welche den Whisky-Pilgern die beiden Marken näher bringen sollen. Damit bald noch viel mehr Genießer den besonderen Geschmack der Single Malts von Port Ellen und Brora schätzen lernen können.

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