Gin

Veröffentlicht am 16. November 2016 | Fotos: Alkoblog

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Die Nadelprobe: Wie gut ist der neue Lidl Schwarzwald Gin?

Wer an Köstlichkeiten aus dem Schwarzwald denkt, dem kommt wohl als Erstes der Schwarzwälder Schinken in den Sinn: Schön rauchig und fein im Aroma liegt er (gerne auch doppellagig gefaltet) auf einer robusten Scheibe kräftigen Bauernbrotes. Ich könnte sofort reinbeißen!

Wenn ich hingegen Schwarzwald Gin sage, dann kriegen viele von euch bestimmt das Bild von einem Affen, der mit 47 Gewürzen jongliert, nicht mehr aus dem Kopf. Doch der Monkey 47 ist längst nicht der einzige Gin aus der Region. Einige der besten einheimischen Destillerien brennen im südwestlichsten Zipfel Deutschlands ihre erlesenen Tropfen.

Pünktlich zur Weihnachtszeit hat nun auch der Discounter Lidl einen eigenen Schwarzwald Dry Gin am Start. Und folgt damit einem internationalen Trend: Denn in Ländern wie den USA oder Großbritannien, zählen Cocktails an den Festtagen – gerne auch mit Gin – zum festen Bestandteil der Feierkultur. Wer das nicht glaubt, kann ja mal „christmas cocktails“ googeln – und wird sich vor flüssigen Rezepten für Heiligabend und die Zeit zwischen den Jahren kaum retten können.

Lidl Schwarzwald Dry Gin im Wald

Brennerei Bimmerle brennt den neuen Schwarzwald Gin

Hergestellt wird der  Lidl Schwarzwald Gin von der Edel-Brennerei Bimmerle in Achern-Mösbach, einem kleinen Ort zwischen Karlsruhe und Freiburg. In der Destillerie entstehen auch die bekannten Obstbrände der Marke „Lörch“.

Insgesamt elf Botanicals haben die Mitarbeiter für ihr neuestes Erzeugnis ausgesucht. Einige wie der charakteristische Wacholder oder der aromatische Lavendel wachsen im Schwarzwald, andere wie Ingwer, Zitronen oder Orangen werden importiert und ergänzen das Bouquet um frisch-herbe Noten. Es handelt sich um einen Single Batch Gin – die aus einem Destillationsvorgang gewonnenen Brände werden also separat gelagert. Jedes Batch wird anschließend vom Brennmeister geprüft. Auf diese Weise sollen nur die besten Batches in den Lidl Schwarzwald Dry Gin kommen.

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Was erstaunt ist der niedrige Preis: Die 0,5 Liter-Flasche Lidl Schwarzwald Gin kommt für nur 7,49 Euro in die Aktionsregale des Discounters. Also mal ehrlich:

Wie gut ist der neue Lidl Gin?

Pur verkostet schmeckt der Schwarzwald Dry Gin ziemlich weich und blumig. Die Aromen tendieren dabei nicht stark in eine Richtung – der Gin ist also nicht besonders kräuterig, besonders harzig oder allzu würzig. Er wirkt vielmehr bewusst ausgewogen. Insbesondere der sonst bei vielen Gins so markante Wacholder hält sich angenehm zurück. Wem herkömmliche Gin-Sorten zu stark nach Wacholder schmecken, der findet hier eine Alternative. Mit einem Hauch Melissentee und etwas Zitronenschale bestreitet der Lidl Gin seinen milden Abgang. Alles in allem ein unkomplizierter Gin für Einsteiger mit fairer Preis-Leistung.

Ob er sich geschmacklich auch in Cocktails durchsetzen kann? Genau das wollen wir jetzt ausprobieren!

Cocktail-Rezept: Charred Lemon Gin Sparkler

Dieser moderne Gin-Cocktail ist ein Social-Media-Phänomen: Tausendfach wurde das Rezept in den USA geteilt und durch die Cocktail-Blogs gereicht. In den Beiträgen wir vom unvergleichlichen Aroma verkohlter Zitronen geschwärmt, die das Herzstück des Drinks ausmachen. Verkohlte Zitronen? Ja, das klingt schon reichlich schräg. Vielleicht ist es auch ein Grund, warum es der Drink bisher nicht über den großen Teich zu uns geschafft hat. Bis jetzt. Denn wir machen heute den Charred Lemon Gin Sparkler. In diesem leicht vereinfachten Rezept aus dem GarnishBlog werden die milden Aromen des Schwarzwälder Gins mit würzigem Rosmarin und besagten gerösteten Zitronen zu einem spritzigen Cocktail kombiniert.

Charred Lemon Gin Sparkler Cocktail

Das braucht ihr:

4 cl Lidl Schwarzwald Dry Gin
1,5 cl Charred Lemon Juice / gerösteter Zitronensaft* aus einer frischen Zitrone
2 Teelöffel Zucker
2 Rosmarinzweige
3 cl guter Sekt oder Cava

So wird’s gemacht:

Als erstes stellen wir den gerösteten Zitronensaft her. Wir halbieren dazu eine Zitrone und platzieren sie mit der Schnittkante nach unten in einer heißen Pfanne. Wir wollen schließlich das Fruchtfleisch rösten und nicht die Schale. Nach zwei Minuten sollten die Zitronenhälften ordentlich angeschmurgelt sein und wir nehmen sie heraus.

Der Rosmarinzweig kommt zusammen mit dem Zucker und dem Gin in einen Shaker. Wir zerdrücken ihn mit einem Holzlöffel, um die Aromen des Rosmarins zu lösen. Dann geben wir den gerösteten Zitronensaft hinzu und füllen den Shaker mit etwas Eis. Kräftig shaken und anschließend in ein Tumbler-Glas abseihen. Die zerdrückten Rosmarin-Stückchen sollen nicht im Glas landen. Als Dekoration stecken wir einen Rosmarinzweig mit in den Tumbler und gießen Sekt oder Cava auf. Finito und Prosit!

Hier mehr zum LIDL Schwarzwald Dry Gin erfahren…


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3 Responses to Die Nadelprobe: Wie gut ist der neue Lidl Schwarzwald Gin?

  1. Jerome says:

    Ich habe einige schon verkostet, bilige, teure.
    Aber die Vielfalt ist die Schwierigkeit.
    Hat er eine zu strake Wacholder Note, eignet er sich schwierig als Coktail. Zu Blumig Süß, ist er als Tonic zu klebrig.
    Der Gin aus den Hause Bimmerle im Schwarzwald, welche auch die altbekanen Weinbrände und Liköre herstellt, bekannt unter den Namen Lörch.
    Eine gesamt Komposition von verschiedenen Botanic, wobei keine von diesen zu stark in den Vordergrund rückt.
    Einer der besten die ich je verkostet habe. Nicht zu Blumig nicht zu herb.

  2. Armin says:

    „Ob er sich geschmacklich auch in Cocktails durchsetzen kann? Genau das wollen wir jetzt ausprobieren!“

    Und die Antwort bleibt Ihr schuldig? Oder was übersehe ich? 🙂

    • Lukas Lukas says:

      Hallo Armin, danke für den Hinweis. Wir haben den Lidl Schwarzwald Dry Gin im Charred Lemon Gin Sparkler ausprobiert und dort hat er gut funktioniert. Wenn es nicht lecker gewesen wäre, hätten wir dieses Rezept mit dem Lidl Gin auch nicht empfohlen. 🙂 Letztens hatte ich ihn auch noch mal mit Tonic Water im Glas, das war auch eine gute Kombination – ich würde aber ein Tonic Water empfehlen, dass nicht zu stark im Eigengeschmack ist, da es sonst die feinen Noten des Gins überdeckt.

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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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