Whisky

Veröffentlicht am 10. Juni 2015 | Foto: Alkoblog

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Dreimal gut Holz: Laphroaig Triple Wood im Test

Pommes und Ketchup. Brot und Wurst. Ying und Yang, Single und Malt. Im Leben gibt es Dinge, die sehr gut zusammen passen und für einander bestimmt zu sein scheinen. Schon länger, genauer seit dem Tasting des Laphroaig 18 Jahre, habe ich mich gefragt, ob ein Sherry-Finish nicht auch sehr gut zu den Laphroaig-Whiskys passen würde. Und ganz unverhofft, ok vielleicht doch nicht ganz unverhofft, schließlich habe ich den Whisky selbst an der Bar bestellt, bekam ich den Laphroaig Triple Wood in Glas.

Triple Maturation mit Sherry und Bourbon

Dieser Whisky hat zwar keine 18 Jahre auf dem Buckel, dafür durfte der No-Ager von Islay aber Aromen aus gleich drei Fass-Arten mitnehmen: Ex-Bourbonfässer aus amerikanischer Eiche, Oloroso-Sherryfässer aus europäischer Eiche und Quarter Casks. Zusammen mit der stark getorften Gerste (wie bei Laphroaig üblich 40 ppm) verspricht das ein Geschmacksfeuerwerk zu werden. Doch wie schlägt sich der Triple Cask im Vergleich zu den anderen „Laphi“-Abfüllungen? Erleben wir hier eine legendäre Verbindung oder ein Vermählungs-Desaster?

Es gibt nicht allzu viele Scotch Whiskys, die versuchen mit einer Triple Maturation zu punkten. Ein gelungenes Beispiel für eine Reifung in drei verschiedenen Fässern ist übrigens der Auchentoshan Three Wood aus den Lowlands. Für ihn kommen ebenfalls Ex-Bourbon und ehemalige Oloroso-Sherry-Fässer zum Einsatz. Abweichend von unserem Laphroaig Triple Wood spielen aber auch Pedro-Ximenez-Sherry-Fässer eine große Rolle. Aber wir schweifen ab, auf zum Tasting!

Unser Whisky-Test des Laphroaig Triple Wood

Wie riecht er?

Fruchtig nach Aprikose, aber auch würzig mit Rauch und Torf eröffnet der No-Age-Whisky den Geruchsreigen, ehe uns ein Duft wie von Tomatensauce mit Fleischeinlage in die Nase kommt. Verwundert schaue ich mich um, wird hier gekocht? Nein, tatsächlich ein warmer, weicher Geruch nach einer mit Gewürzen verfeinerten Sauce verbleibt in der Nase. Kardamon und Zimt, aber auch Vanille lassen sich erkennen. Interessant ist, dass die typische medizinische Laphroaig-Note fehlt und der Whisky milder als die zehnjährige Abfüllung ist. Dafür verstecken sich die Bourbon-Holzfässer mit ihrer Vanillenote nicht, Tabak ist ebenso zu schmecken. Dieser Whisky hat eine intensive Nase mit vielen interessanten Nuancen.

Wie schmeckt er?

Der Triple Wood startet gemächlich in den Geschmacks-Test: Weich und mild rollt er in den Mund und entfaltet dann sein intensives, süßlich-würziges Geschmacksspektrum. Mit viel Holz und einer gewissen Üppigkeit in der Mitte zeigt er hier Struktur. Auch der Geschmack der von uns schon oft bemühten S-Bahnbremse (reguläre Leser kennen den Begriff) ist wieder dabei. Dazu gesellen sich Grillkolle, Erde und Datteln. Der Geschmack lässt sich gut als Kampf zwischen Sherry-Fruchtigkeit auf der einen Seite und Torfrauch auf der anderen beschreiben. Am Ende gibt es keinen klaren Sieger, obschon der Sherry sich nicht recht durchsetzen kann. Im Abgang tendiert der Whisky ins Herbe und verliert etwas an Tiefe.

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Alkoblog.de Whisky-Test: Laphroaig Triple Wood

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Lukas: Der Geruch ist das Highlight dieses Laphroaig: Die dreifache Reifung sorgt mit ihren fruchtigen und würzigen Noten für viel Spannung in der Nase. Im Geschmack wird der Kampf zwischen Sherry und Torfrauch dann heiß: Eine Mischung, die wir insgesamt nicht ganz rund fanden. Passen Sherry und Laphroaig eben doch nicht zusammen?

3.9



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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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