Whisky

Veröffentlicht am 12. Mai 2015 | Quarter Casks sind kleiner als diese normalen Fässer

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Aus dem Viertelfass: Laphroaig Quarter Cask im Test

Laphroaig ist bekannt dafür, mit seinem 10 Jahre alten Single Malt einen der kompromisslosesten Islay-Whiskys zu produzieren. Der 10er ist mit seinen intensivem Torfnoten und seinen medizinischen Aromen alá Mullbinden und Jod schon jetzt eine lebende Legende. Schwer bei so einem Whisky im Portfolio noch einen oben drauf zu setzen. Und doch hat man sich bei Laphroaig getraut und 2004 den Quarter Cask herausgebracht.

Was hat es mit dem Quarter Cask auf sich?

laproaig-quarter-cask-aDie Besonderheit dieses Single-Malt-Whiskys: Er lagert in kleineren Fässern mit nur ca. 50 Litern Inhalt. Noch mehr von der jungen Spirituose kommt so in kurzer Zeit mit dem Holz in Kontakt. Die so genannte Extraktion läuft schneller ab, im Falle des Quarter Cask soll die Reifungsgeschwindigkeit angeblich um 30 % erhöht worden sein. Das ist auch nötig: Denn der Laphroaig Quarter Cask lagert nur zwischen 5 und 11 Jahren im Fass und wird dann als No-Age-Statement in Flaschen gefüllt. Die Destillerie spart dadurch Lagerzeit ein und kann mehr Whisky schneller unters Volk bringen.

Der Quarter Cask war einer der ersten Single Malts ohne Altersangabe auf dem Etikett – und ist bis heute einer der erfolgreichsten: Unter den Islays ist er sogar der drittmeistverkaufte Whisky (Platz 1 wird durch den Laphroaig 10 Jahre belegt). Höchste Zeit also für uns, dem beliebten Malt auf den Zahn zu fühlen.

Unsere Verkostung des Laphroaig Quarter Cask

Wie riecht er?

Dunkel, intensiv torfig und rauchig steht der Quarter Cask seinem großen Vorbild, dem 10er, im ersten Atemzug in nichts nach. Aschenbecher und Grillkohle lassen grüßen. Schärft man die Sinne dann fällt aber auf, dass der Whisky jünger wirkt. Der Duft von Apfelschalen und Vanille schiebt sich zwar positiv ins Bild, zugleich ist der Alkohol schärfer als beim 10-jährigen Laphroaig. Mit Röstnoten alá Croutons wirkt er dennoch komplexer als manch anderer No-Ager. Liebhaber des 10ers werden die robusten Medizinnoten vermissen, nur etwas Jod hat seinen Weg in die Flasche gefunden.

Wie schmeckt er?

Auch hier gibt sich der Quarter Cask keine Blöße: Ganze Kaskaden von Rauch und Torf qualmen den Mund zu. Dieser Whisky wirkt, dunkel, düster und herb. Statt Früchten gibt es nur verdorrte Stiele und Zitronenschalen. Mit Karamell, dunkler Schokolade und Kaffeebohnen betont der Malt erneut seine dunkle Seite. Hinten pfeffrig und alkoholisch mit etwas Salz, aber ohne Medizin. Schon der Laphroaig 10 ist kein Musterbeispiel in Sachen Komplexität, der Quarter Cask ist noch eine Spur schmaler. Ein Whisky, der nicht lange fackelt, sondern gleich alles in Flammen aufgehen lässt.

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Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Lukas: Der Laphroaig Quarter Cask kommt direkt auf den Punkt: Wild und unversöhnlich qualmt er Mund und Nase zu. Noch etwas mehr als beim 10er bleibt dabei die Komplexität auf der Strecke, der Quarter Cask wirkt jünger. Dennoch ein empfehlenswerter No-Ager für Islay-Fans!

4.1



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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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