Whisky

Veröffentlicht am 3. April 2017 | Foto: Alkoblog

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Lagavulin 8 Jahre im Test • Halb so alt, doppelt so gut?

Der Whisky und das Alter – ein Thema welches uns Scotch-Genießer wohl immer bewegen wird. Gerade in einer Zeit, in der immer mehr Altersangaben von Flaschen verschwinden, freut man sich ja über jeden Age-Statement, der neu herauskommt.

Lagavulin traut sich mit seinem neuen 8-jährigen: Das junge Alter des Whiskys wird einfach selbstbewusst auf die Flasche gedruckt. Das finde ich sehr gut! Denn ist doch einfach nur ehrlich uns Genießern und Fans gegenüber. Wir legen für einen Single Malt schließlich häufig viel Geld auf den Tisch und wollen gerne wissen, was wir da eigentlich trinken. Es bleibt zu hoffen, dass noch mehr Destillerien in Zukunft den Mut finden, auch ein jüngeres Alter ihrer Abfüllungen klar zu benennen.

Kräftig getorfter Islay-Smoker mit 48 %

So genug NAS-Bashing, es geht uns hier ja um einen Whisky. Und um was für einen: Lagavulin hat sich den 8 Jahre alten Malt als limitierte Edition zum 200-jährigen Jubiläum spendiert. Wie der bekannte Lagavulin 16 Jahre ist auch er kräftig getorft (35 ppm ist der typische Torfigkeitsgrad bei Lagavulin), lagert überwiegend in Ex-Bourbon-Casks und kommt mit kräftigen 48 % in die Flasche (Laga 16 mit 43 %).

Nun ist bekannt, das der Torfgehalt eines Whiskys sich bei der Lagerung im Holzfass über die Jahre verringert. Wie genau das abläuft und welche komplexen Prozesse dahinter stecken, beschäftigt die Whisky-Wissenschaftler allerdings noch immer.

So heißt es in einem Blog-Artikel von Whisky Science:

„Phenols decrease during maturation, but the exact mechanism has not been described. It is estimated that 25 ppm phenol content in a new make becomes 10 ppm after 10 years, 8 ppm after 15 years and 6 ppm after 30 years of cask maturation.“

Da kommt man schon ins Grübeln, wenn man wieder mal einen Laphroaig 30 Jahre genießt… Für den Lagavulin 8 Jahre bedeutet das junge Alter im Gegenzug, dass jede Menge Torf im Whisky vorhanden sein müsste. Und den wollen wir jetzt schmecken!

Wir verkosten den Lagavulin 8 Jahre beim Whisky+Festival auf Fehmarn (Foto: Alkoblog)

Unsere Verkostung des Lagavulin 8 Jahre

Wie riecht er?

Eine dichte Wand aus Torf hüllt unsere Nasen sofort ein, nimmt sie gefangen in den typischen Islay-Noten. Der Lagavulin 8 Jahre erinnert an die Fahrt mit einer Dampflok, dichter Qualm weht uns ins Gesicht. Kieselsteine spritzen zur Seite weg, ein mineralischer, dunkler Geruch zieht vorbei. Er erinnert uns zudem an Kakao und Herrenschokolade mit feiner Mandarinenschale, sowie Borke. Ein herb-würziger Gegenpol zu den Grillfeuer-Aromen.

Wie schmeckt er?

Viel Rauch und Torf auch hier: Holla, die Torffee! Da sind wieder die Aromen, die man bei Lagavulin so liebt und die ewig im Mund zurückbleiben: Der 8-jährige schmeckt erdig-mineralisch, erinnert wie schon im Geruch an dunkle Schokolade, diesmal mit Meersalz und gerösteten Haselnüssen. Borke und Moos weisen den Weg zum Wald. Am prägendsten aber bleiben die rauchigen und torfigen Akzente. An keiner Stelle scheint der New Make durch, dieser Whisky wirkt reif so wie er ist.

Lagavulin 8 Jahre vs. Lagavulin 16 Jahre – welcher ist besser?

Der junge Lagavulin 8 Jahre ist frischer und spritziger als der 16-jährige Altvater. Der Torf zieht viel stürmischer auf und bringt starke Aromen in Nase und Mund. Manchem könnte das schon zu viel sein. Wer den etwas gesetzteren Lagavulin 16 schätzt, der wünscht sich bisweilen dessen Gelassenheit und größere Vielschichtigkeit zurück. Der Jungspund gibt derweil Vollgas auf dem Torf-Motorrad und macht jede Menge Spaß im Glas!

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Alkoblog.de Whisky-Test:

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Lukas: Wieso trauen sich so wenige Destillerien einfach mal ein ehrliches Alter auf ihre jungen Whiskys zu schreiben? Lagavulin tut es mit dem 8-jährigen - und es klappt! Der Malt ist allerdings auch wirklich ausgezeichnet: Kräftige, fast stürmische Noten von Rauch und Torf prägen das Aroma. Gut ausbalanciert mit dunkler Schokolade und einer Spur Waldaromen. Er ist härter und unversöhnlicher als der alte Lagavulin 16 Jahre - und hat gerade deshalb das Zeug zum Klassiker. Unsere Kaufempfehlung für alle, die Islay-Whiskys schätzen. Preis: ca. 55 Euro.

4.5

Torfmonster



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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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