American Whiskey

Veröffentlicht am 19. Januar 2016 | Foto: Alkoblog

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Der Bärentöter: Knob Creek Kentucky Straight Bourbon im Test

Ich schaue leidenschaftlich gerne Filme. Und ich liebe guten Whisky. Beides zusammen ist für mich die perfekte Kombination.

Warum das so ist? Weil guter Whisky und gute Filme beide eine spannende Geschichte erzählen oder zumindest ein tief empfundenes Gefühl ausdrücken.

Ein Beispiel: Letzte Woche war ich in „The Revenant“ von Alejandro G. Iñárritu. In diesem Film spielt Leonardi DiCaprio einen Pelzjäger im Wilden Westen, dem das Schicksal übel mitspielt: Erst werden er und die anderen von Indianern überfallen, auf der folgenden Flucht zerfleischt ihn ein Grizzly-Bär und dann wird auch noch sein Sohn vor seinen Augen ermordet. Doch er gibt nicht auf – er kämpft sich halb tot ins Leben zurück. Mit und gegen die Natur. Ein starker Film mit drastischen Bildern. Es geht rau und blutig zu, man fühlt und fiebert jede Sekunde mit.

Dazu passt sehr gut ein amerikanischer Whiskey wie der Knob Creek Bourbon. Der hat die Power eines ausgewachsenen Bären (und riecht auch ein wenig so). Seine herben, kräftigen, männlichen Aromen spiegeln die Wildnis des Films exzellent wieder. Es ist ein Bourbon, bei dem man richtig spürt, dass er einen eigenen Charakter und Mut zur Kante hat. Ein Whiskey, der kämpft. So wie Leonardo DiCaprio als Pelzjäger in der rauen Natur des Wilden Westens. Kurzum: Ich war echt froh, dass ich eine kleine Flasche des Knob Creeks mit ins Kino geschmuggelt hatte.

Meine Verkostung des Knob Creek Bourbon

Wie riecht er?

Die ausgeprägt süßliche Note wie von Hagelzuckergebäck ist nur der Auftakt. Feucht und sumpfig, erinnert an den Duft intensiver Blüten. Tannenharz und Waldhonig. Aber auch Lehm, Erde, feuchter Humus. Erinnert an ein ältliches Eau de Toilette. In jedem Fall tiefgründig und komplex. Hagebutte und Quitte, dann Pancake mit Ahornsirup. Würzig-säuerlich mit Rye-Note und einem guten Schub Holz im Abgang.

Wie schmeckt er?

Einen Fehler darf man sich beim Knob Creek nicht erlauben: Niemals einen großen Schluck in den Mund nehmen! Dann schlägt der Grizzly-Bär erbarmungslos zu und fetzt einem die Geschmacksnerven weg. Dieser Bourbon hat es in sich. Deshalb auf der Hut sein, vorsichtig herantasten!

Dann stellt man fest, dass der Geschmack des Knob Creek sehr gut strukturiert ist. Wie feste Punkte ragen die einzelnen Aromen hervor und lassen sich gut isolieren. Spicy und pfeffrig, aber nicht alkoholisch. Eher eine ingwerartige Schärfe. Kohlig und salzig-ölig wie Räucherfisch und Stockbrot am Lagerfeuer. Wir schmecken Tannennadeln, Walnüsse und ordentlich Holz. So als wenn man ein Blockhaus abschleckt (wir überprüfen diese Geschmacksnote noch mal beim nächsten Baumarktbesuch, versprochen!). Dann Kartoffeln aus dem Grillfeuer. Ein strenger, herber, eigener Geschmack. Großes Kino!

Short Facts zum Knob Creek

Knob Creek wird im Stil eines Pre-Prohibition-Bourbon hergestellt und ist Teil der „Small Batch“-Serie von Jim Beam. Zu der gehören neben dem Knob Creek auch Booker’s, Baker’s und Basil Hayden’s. Also gleich vier Premium-Whiskeys, die sich geschmacklich deutlich von den Supermarkt-Varianten wie dem Jim Beam White Label abheben.

Die Knob Creek Distillery liegt in Clermont in Kentucky. Hier lagert der Bourbon neun Jahre lang in neuen, stark ausgebrannten Eichenholzfässern. Die Lagerhäuser haben nach eigener Aussage neun Etagen. Durch die unterschiedlichen Temperaturverhältnisse reift der Whiskey in den oberen Lagen schneller als am Fuß der Halle. Um einen gleichmäßigen Geschmack hinzubekommen, werden die Fässer aus unterschiedlichen Lagen vor der Abfüllung miteinander geblendet.

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Alkoblog.de Whiskey-Test: Knob Creek Bourbon

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Lukas: Beim Trinken des Knob Creek stellt sich gleich dieses Wow-Gefühl ein. Die Mundwinkel gehen nach oben. Ja, das ist ein Premium-Bourbon, wie wir ihn mögen. Schön kernig, mit Ecken und Kanten und eigenem Charakter. Und dabei doch nicht plump in eine Richtung entwickelt, sondern vielschichtig mit spannenden Aromen. Für 30 Euro eine echte Entdeckung im Bourbon-Lager.

4.5



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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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