Whisky

Veröffentlicht am 14. November 2016 | Foto: Alkoblog

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Der Porsche unter den Blends: Johnnie Walker Green Label

Seitdem ich als kleiner Junge zum ersten Mal Porsche Challenge auf der PlayStation 1 gespielt habe, bin ich ein großer Porsche-Fan. In dem Spiel aus dem Jahr 1996 (mittlerweile 20 Jahre alt!) raste ich mit verschiedenen Fahrern in knallbunten Porsches über die Teststrecke in Stuttgart, durch die Alpen und das nächtliche Tokio. Der Johnnie Walker Green Label erinnert mich an einen Porsche. Kein neuer Panamera oder Caiman, sondern eher ein schöner 911er von früher. Ein Sportwagen mit Geschichte – ein Whisky mit Geschichte.

Was hat der Sportwagen mit dem Johnnie Walker an seinem Gehstock zu tun?

Da ist zunächst die Flasche. Sie strahlt für mich mit ihrer Banderole und dem fein abgesetzten Grünton eine erhabene Eleganz und zugleich eine Zeitlosigkeit aus.

Und dann ist da der Whisky. Er gibt im Glas direkt Gas und wirbelt ordentlich Aromen auf. Dieser Blended Malt hat ordentlich Geschmacks-PS unter der Haube! Süße Vanille, fruchtige Himbeeren, würziges Holz und bunter Pfeffer, dazu Sherrynoten. Zurück bleibt nur ganz feiner Rauch – und natürlich die Bremsspuren auf meiner Zunge.

Einen Unterschied gibt es auch: Während der Johnnie Walker Green Label für sein Alter von 15 Jahren mit gut 40 Euro erstaunlich erschwinglich ist, konnte ich mir meinen Traum vom eigenen Porsche bisher nicht erfüllen.

Aber hey, das kann ja noch werden! Wenn es mit dem Alkoblog weiterhin so gut läuft, kann ich mir bald schon die erste Radkappe leisten… 😉

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Johnnie Walker Green wieder zurück im Rennen

Bis zum Jahr 2012 war es selbstverständlich, dass man den Johnnie Green Label bei jedem Pit Stop am Whisky-Regal einfach mitnehmen konnte. Doch dann kam der Schock: Die Abfüllung wurde ohne Begründung einfach eingestellt. Doch zum Glück nur vorübergehend, denn mittlerweile ist der 15-jährige Blended Malt seit diesem Jahr zurück im Rennen. Es gab einfach zu viele Whisky-Genießer, welche den hochwertigen Blend vermisst hatten. Laut Aussage auf der offiziellen Johnnie Walker-Seite soll es sich nicht nur um eine kurze Stippvisite handeln, der Green Label ist gekommen, um zu bleiben.

Was ist der Unterschied zu den anderen Johnnie Walkers wie etwa dem Black Label?

Beim Green Label handelt es sich um einen Blended Malt. Hier werden also nur Single Malt Whiskys aus Gerstenmalz miteinander geblendet, es wird kein Grain Whisky zugesetzt. Kein Wunder, dass viele Kenner diese Abfüllung mit guten Single Malts der gleichen Altersklasse vergleichen.

Was ist genau drin?

Laut unseren Informationen werden Whiskys aus der Speyside, den Highlands, den Lowlands sowie den schottischen Inseln verwendet. So sollen Single Malts von Talisker, Linkwood, Cragganmore und Caol Ila in ihm stecken. Vermutlich auch noch Whiskys anderer unbekannterer Destillerien. Die genaue Zusammensetzung ist wie immer ein Geheimnis.

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Johnnie Walker Green Label im Aromen-Check

Der Green Label wurde einige Jahre in Eichenholzfässern gelagert, das merkt man direkt. In der Nase sind keine Noten von jungem Alkohol zu bemerken, was man auch auf das Fehlen von Grain-Whisky zurückführen kann. Viel mehr ist da eine tiefe Süße wie von würzigem Honig, grünem Gras,   Vanillepudding und einem schönen Frucht-Cocktail. Es würde mich auch nicht wundern, wenn ein Teil des Whiskys in ehemaligen Sherry-Fässern gelagert wurde.

Im Mund wird der „grüne Johnnie“ schnell breit und entfaltet einen schönen milden und süßen Geschmack. Wieder ist Vanille da, ergänzt um den Geschmack von Himbeeren, Holz und auch Sherryaromen. Im Abgang dann fruchtiger Pfeffer und leichter Torfrauch. Ein unkomplizierter und angenehmer Blended Malt.

Da dieser Johnnie Walker mit 43% abgefüllt wird, kann man ihn im Glas sogar mit etwas Wasser verdünnen und so mit dem Geschmack experimentieren. Aber natürlich kann man mit dem 15-jährigen Johnnie auch exquisite Cocktails mixen, welche Klasse und Stilbewusstsein unter Beweis stellen. Fast so wie der Porsche-Sportwagen, von dem ich immer noch träume…

In diesem Sinne: Don’t drink and drive. Und bleibt geschmacksmäßig beim Whisky immer auf der Überholspur!


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One Response to Der Porsche unter den Blends: Johnnie Walker Green Label

  1. nk says:

    Der Green Label ist mir auch noch mit dem Etikett „Pure Malt“ bekannt.
    Ist meiner Meinung nach der einzige Jonnie, den man trinken kann. Vor kurzem kam ich in den „Genuss“ eines Platinum. Das schüttelt den Hund mitsamt der Hütte.

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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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