Der Johnnie Walker Blue Label beim Picknick unterwegs (Foto: Alkoblog)

Kleine Gewissensfrage zum Einstieg: „Würdest du für 10.000 Euro ein Leben lang nur noch Blends von Johnnie Walker trinken?“ Alle anderen Marken wären verboten, inklusive aller Single Malts. Während ihr noch überlegt – und die Leute bei Johnnie Walker schon mal ihre Portemonnaies zücken – beginnen wir einfach mal mit der Rezension des legendären Blue Label.

Der Blue Label ist nicht nur der hochpreisigste Johnnie Walker, sondern auch einer der teuersten Scotch Blends überhaupt. Er ist das Aushängeschild der bekannten Marke und soll zugleich die höchste Qualität des Blending-Handwerks zeigen. Zum Blue Label greift, wer sich etwas Besonderes leisten, aber auch wer beeindrucken möchte. Bei den Kleinen wohnt ihr nicht, Geld spielt keine Rolle, warum soll man nicht zeigen, wenn’s einem gut geht!

Einer der hochpreisigsten Blends der Welt

Das hat Johnnie Walker Blue ein bisschen das Image einer Poserflasche für Gutbetuchte (oder alles die es sein wollen) eingebracht. Wer sich nicht gut mit Whisky auskennt und etwas teures bestellen möchte, der ordert in einer Bar einen Royal Salute von Chivas Regal oder eben den Johnnie Blue. Das sagt über die Qualität des enthaltenen Whiskys natürlich noch nichts aus, aber man muss nicht in die Kristallkugel gucken, um festzustellen, dass die meisten hartgesottenen Scotch-Fans sich für 130 bis 140 Euro wohl eher einen alten Single Malt ins Haus holen würden, als einen Scotch Blend ohne Alter.

Viele Anhänger des Blue Label pflegen eine sehr innige Beziehung zu der Marke (Foto: evanzegiel/Instagram).

Kein Age Statement wie beim Green Label

Denn es stimmt, anders als beim Johnnie Walker Green Label 15 Jahre (30-40 Euro) steht auf der edlen blauen Hülle des Blue Labels kein Age-Statement. Und wo der Green Label ein Blended Malt ist, also nur aus Single Malts besteht, können im Blue Label Scotch sehr wohl auch Grain-Whiskys enthalten sein.

Nun ist davon auszugehen, dass Johnnie Walker für den Blue Label schon keine dreijährigen Malts verblendet und mit einem hohen Anteil Grain auffüllt. Dennoch gehört schon Mut dazu, einen Whisky in dieser Preislage ohne Altersangabe herauszubringen. Mut oder die Überzeugung, dass hier schon ganz besondere Malts vom Master Blender miteinander vermählt werden.

Was ist drin, wo Blue Label draufsteht?

In unserer Liste zu Single Malts in Blends haben wir einige an Johnnie Walker Blends beteiligte Destillerien entschlüsselt und erfasst. Aber natürlich gibt es keine Garantie, welche davon auch im Blue Label enthalten sind. Im Pressematerial heißt es reichlich nebulös: „Der Meister-Blender kombiniert kleinere Mengen von etwa 16 schwer zu fassenden Malts, wie Royal Lochnagar, um den Geschmack der Whiskys aus dem 19. Jahrhundert nachzuahmen.“ Mehrfach wird zudem erwähnt, dass sich sehr rare und seltene Malts im Johnnie Blue befinden sollen.

Bei derart spärlichen Aussagen verwundert es kaum, dass im Internet eifrig über das Alter des Johnnie Walker Blue Label spekuliert wird. Immer wieder liest man die Vermutung, dass einige der enthaltenen Malts bis zu 50 Jahre oder sogar noch älter sein sollen. Dabei wird es sich aber wohl um eher kleine Anteile handeln. Der Großteil der Whiskys soll gerüchteweise immerhin mindestens 21 Jahre im Holzfass verbracht haben. Ob das stimmt und wie alt der Blue Label wirklich ist, das wissen wohl nur wenige Eingeweihte, die sich natürlich nicht an den Diskussionen beteiligen. Denn schließlich macht es auch einen Teil des Mythos aus, dass man eben nicht genau weiß, was drin ist in der blau getönten Flasche.

Am Ende kulminiert sich aber dann doch alles auf die eine Frage: Lohnt sich der Johnnie Walker Blue Label?

Auch auf Reisen eine stilsichere Begleitung: Johnnie Walker Blue Label (Foto: Alkoblog)
Auch auf Reisen eine stilsichere Begleitung: Johnnie Walker Blue Label (Foto: Alkoblog)

Unser Tasting des Johnnie Walker Blue Label

Wie riecht er?

Ein echter Gentleman gibt einem Whisky etwas Zeit sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Nachdem sich der Blend im Nosing-Glas entfaltet hat, kann es losgehen. Auffällig ist die milde und ausbalancierte Struktur die der Johnnie Walker Blue an den Tag legt. Wir riechen Getreide, Cornflakes und eine leichte Honignote. Im Hintergrund wabern deutliche Spuren von Eichenholz, etwas Rauch, Leder und Schokolade durch die ausgewogene Mischung. Auch Aromen von getrockneten Früchten wie Aprikosen, Rosinen, Cranberries und Kirschen sind zu riechen. Ein reifer, ein gesetzter Duft.

Wie schmeckt er?

Auch im Mund ist der Blue Label ausgesprochen elegant und samtig. Deutlicher als im Geruch drücken nun würzige Aromen von Eichenholz und Rauch dem Whisky ihren Stempel auf. Weiterhin schmecken wir Vanille und Kakao und dunkle Schokolade, Zimt sowie geröstete Haselnüsse und Nougat. Im Abgang bleiben die Aromen von Eichenholz und Rauch am längsten zurück. Ein ausgewogener und ungemein angenehm zu genießender Blend. Kein Vergleich zu günstigeren Blends und einem alten Single Malt absolut ebenbürtig.

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Johnnie Walker Blue Label
Gestaltung & Story93
Geruch92
Geschmack90
Preis-Leistung80
89
Fazit
Beim Johnnie Walker Blue Label waren wir zunächst skeptisch: Ein Blend ohne Age-Statement zu so einem hohen Preis? Im Tasting konnte uns der Blue Label aber rasch von seinen Qualitäten überzeugen. Es handelt sich um einen sehr ausgewogenen, fein ausbalancierten Whisky, der seine Aromen gekonnt ausspielt. Da spielt das Alter am Ende keine Rolle mehr - dieser Blend ist Single Malts absolut ebenbürtig. Alles in allem ist der Blue Label das perfekte Dram für besondere Anlässe und Festtage.
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