American Whiskey

Veröffentlicht am 9. Mai 2016 | Foto: Steve Hosford / Flickr

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Die wichtigsten Fragen zu Jim Beam – und unsere Antworten

Auf Partys,  in Bars und Clubs gehört der Bourbon-Whiskey Jim Beam White Label zum festen Barbestand. Doch es gibt auch viele offene Fragen zu diesem amerikanischen Whiskey. Wir haben uns im Netz umgeschaut und geben Antworten auf häufige Fragen wie „Kann ich meinen Jim Beam im Eisfach lagern?“ oder „Wird Jim Beam besser wenn man ihn in der Flasche lagert?“

Kann man Jim Beam in die Tiefkühltruhe / ins Eisfach legen?

Wann Spirituosen in der Tiefkühltruhe oder dem Eisfach gefrieren, hängt vom ihrem Alkoholgehalt ab. So gefriert Bier zum Beispiel schon bei -2 bis -3 Grad. Der Jim Beam White Label wird mit einem Alkoholgehalt von 40% abgefüllt und würde erst bei einer Temperatur von etwa -20 Grad anfangen zu gefrieren. Handelsübliche Kühltruhen und Eisfächer erreichen in der Regel etwa -18 Grad. Jim Beam kann also gefahrlos auch längere Zeit in der Tiefkühltruhe oder im Eisfach aufbewahrt werden.

Warum wird Jim Beam trüb, wenn man ihn längere Zeit ins Eisfach legt?

Nach längerer Lagerung im Eisfach kann der Jim Beam in der Flasche leicht trüb werden. Dies ist bei Spirituosen nichts ungewöhnliches und zum Beispiel bei Anis-Spirituosen wie Ouzo oder Raki als Louche-Effekt bekannt. Beim Jim Beam sorgen wahrscheinlich enthaltene Schwebeteilchen und eine Entmischung der Spirituosenbestandteile für die Trübung. Der Konsum des Jim Beam Bourbon ist weiterhin bedenkenlos möglich. Wird er wieder wärmer sollte die Eintrübung  auch wieder verschwinden.

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Oft gemeinsam auf Partys: Jim Beam und Jack Daniels. (Foto: Thomas Helbig / Flickr)

Mit was kann man Jim Beam am besten mischen?

Der Klassiker unter den Party-Longdrinks ist Jim Beam mit Cola. Hierfür einfach die gewünschte Menge Jim Beam mit Eis in ein Glas geben und mit Cola aufgießen. Für etwas mehr Spannung kann ein Schuss Zitrone sorgen.

Doch neben der Klassiker-Mische mit Cola funktioniert Jim Beam auch in klassischen Cocktails wie dem Old Fashioned oder einem Whisky Sour ganz passabel.

Jim Beam Old Fashioned

Für einen Old Fashioned braucht ihr einen Orangen- und einen Zitronenschnitz, ein Stück Würfelzucker sowie 3-4 Spritzer Bitters (z. B. Angostura, The Bitter Truth etc.). Alle Zutaten in einem Glas gut zerdrücken, Eis hinzugeben und mit 6 cl Jim Beam auffüllen.

Jim Beam Whisky Sour

Für einen Whisky Sour braucht ihr 6 cl Jim Beam, 1,5 Esslöffel frischen Zitronensaft und 1 Esslöffel Zuckerlikör (zur Not Zucker). Alle Zutaten mit ordentlich Eis in einen Shaker geben, gut schütteln und in ein Glas abseihen.

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Sean Connery (der damalige James Bond) wird dem geschütteltem Martini untreu. (Foto: Jim Beam)

Was ist besser – Jim Beam oder Jack Daniel’s?

Jim Beam und Jack Daniels stehen sich konträr gegenüber. Auf der einen Seite heißt das Flaggschiff White Label auf der anderen Black Label. Welcher dieser beiden Whiskeys besser ist? Schwer zu sagen. Möchte man den Geschmack bewerten, liegt es an den persönlichen Vorlieben welcher einem besser gefällt. Halten wir uns also an die Fakten.

Jim Beam White Label wird als Kentucky Straight Bourbon verkauft und lagert mindestens 4 Jahre in frisch ausgebrannten amerikanischen Eichenholzfässern. Jack Daniels Black Label (Old No. 7) wird als Tennessee Whiskey verkauft. Ist aber strenggenommen eine Variante des Bourbon. (Mehr zum Thema Whisky-Sorten findet ihr hier.) Auch der Black Label lagert 4 Jahre in frisch ausgebrannten amerikanischen Eichenholzfässern. Sowohl Jim als auch Jack werden mit 40% Alkoholgehalt abgefüllt. Gleichstand also?

Einen kleinen Unterschied gibt es doch. Bei Jack Daniels wird der Lincoln County Process zur Filterung eingesetzt. Der Lincoln wie? Der Lincoln County Process ist ein Filterungsprozess. Der ungereifte Whiskey wird vor der Abfüllung in die Fässer durch eine dicken Schicht aus Holzkohle (Ahornholz) filtriert. Der Prozess ähnelt den Vorgängen die auch während der Fasslagerung stattfinden. Dies soll den Jack Daniels noch feiner, weicher, milder machen und für einen besseren Geschmack sorgen. Womit wir wieder beim Thema wären.

Welcher der beiden euch dann letztendlich besser schmeckt, probiert ihr am besten bei einem gemeinsamen Whiskey-Tasting mit einem direkten Vergleich von Jim & Jack heraus.



Wie lange ist eine Flasche Jim Beam haltbar? (geöffnet / ungeöffnet)

Eine Flasche ungeöffneter Jim Beam ist fast unbegrenzt haltbar. Vorausgesetzt die Lagerungsbedingungen schaden der Spirituose nicht. Schlecht für Spirituosen sind zum Beispiel große Hitze, direkte Sonneneinstrahlung oder eine feuchte Umgebung. Dann könnte der Inhalt geschmacklich nachgelassen haben, sollte aber dennoch auch nach Jahren bedenkenlos konsumiert werden können. Eine kleine Kostprobe klärt auf.

Bereits geöffnete Spirituosenflaschen verderben allerdings allmählich. Keine Sorge: Dein Jim Beam wird nicht tatsächlich schlecht. Doch mit der Zeit wird insbesondere durch Luftkontakt (Oxidation) aber auch andere Einflüsse der Geschmack des Bourbons abnehmen. Dies hängt jedoch wie bereits erwähnt stark von den jeweiligen Lagerungsbedingungen ab. Ein schmeckbarer Qualitätsverlust sollte sich bei einem angebrochenen Jim Beam nicht vor einem Jahr einstellen. Bei geringem Luftkontakt und guten Bedingungen ist er auch weitaus länger geöffnet lagerfähig.

Als einfache Faustregel gilt: Je mehr Spirituose noch in der Flasche ist (weniger Lufteinfluss) desto länger wird sie auch noch unbeeinflusst gut schmecken.

Wie viele Kalorien hat Jim Beam?

Um die in Jim Beam und anderen Whiskys enthaltenen Kalorien zu berechnen, muss man zuerst herausfinden wie viel Gramm Alkohol in der Spirituose enthalten sind. Der gewöhnliche White Label wird mit 40% Alkoholgehalt abgefüllt. Dies heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass in 100 ml Jim Beam gleich 40 Gramm Whisky drin sind. Denn Alkohol hat lediglich eine Dichte von 0,8 Gramm pro Milliliter. In den 100 ml Jim Beam sind also insgesamt 32 Gramm Alkohol enthalten. Alkohol hat pro Gramm 7,1 Kalorien.

Jim Beam White Label enthält in 100 ml also ganze 227,20 Kalorien. Ein Shotglas mit 40 ml Jim Beam kommt immerhin noch auf fast 91 Kalorien. Mehr zur Berechnung von Whisky-Kalorien findet ihr hier.

Welcher Bourbon ist billiger als Jim Beam und schmeckt so ähnlich?

Da Jim Beam schon am unteren Ende der Preisspanne befindet, ist es nicht ganz leicht einen vergleichbaren Bourbon für weniger Geld zu bekommen. Preislich und geschmacklich befindet man sich ohnehin im unteren Segment. Am günstigsten sind  die Discounter-Whiskeys von Aldi, Lidl, REWE, Penny und Co. zu haben. Diese steigen bei Preisen von etwa 7 Euro ein, weisen allerdings keine besondere Qualität auf. Preislich vergleichbar und von ähnlicher Qualität sind Bourbon-Whiskeys wie Four Roses, Wild Turkey 81 Proof oder PennyPacker.

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Ein klassischer Liquor-Store in Amerika. (Foto: Thomas Hawk / Flickr)

Ich suche einen Bourbon der besser ist als Jim Beam White Label – was könnt ihr mir empfehlen?

Der Jim Beam White Label ist ein klassischer Einsteiger-Bourbon. Die Preisspanne zwischen Einsteiger- und Premium-Flaschen ist jedoch nicht sehr weit. Für ein paar Euro mehr kann man bereits geschmacklich höherwertige Whiskeys erhalten. Grundsätzlich ist guter Bourbon nämlich nicht unbedingt besonders teuer. Damit unterscheidet er sich von teilweise sehr hochpreisigen Scotch Whiskys, die bei höherem Alter schnell die 100 Euro-Marke knacken.

Wer geschmacklich eine Stufe aufsteigen will, aber Jim Beam die Treue hält, kann es mit dem Jim Beam Double Oak versuchen. Dieser Bourbon wird nach einer 4jährigen Lagerung in frischen Eichenholzfässern für eine weitere Zeit in neuen Fässern gelagert und erhält hierdurch mehr Geschmack und Struktur. Er ist sowohl zum pur trinken, als auch zum mischen geeignet und ein guter Start in den Premium-Bereich.

Ein weiterer Premium-Bourbon ist der Jack Daniels Single Barrel. Normalerweise werden Whiskeys einer Charge aus vielen Fässern verschnitten. Der Whiskey dieser Flaschen stammt allerdings tatsächlich nur aus einem Fass und weist daher seine ganze eigene Charakteristik auf. Ein spannender Genuss und ein gutes Geschenk für Bourbon-Genießer.

Aber auch Whiskeys wie Bulleit Bourbon, Four Roses Single Barrel, Knob Creek oder Makers Mark sind einen Versuch wert und geschmacklich oberhalb des White Label anzusiedeln.

Wird Jim Beam besser, wenn man ihn lange lagert?

Nach der Abfüllung des Jim Beams von den Eichenholzfässern in die Flaschen ist die Lagerung und die geschmackliche Entwicklung der Spirituose abgeschlossen. Jim Beam wird nicht besser wenn man ihn in der Flasche weiter lagern würde. Die Reifung von Whiskeys wie Jim Beam findet ausschließlich durch eine Lagerung in Eichenholzfässern statt.

Standardgemäß muss Bourbon-Whiskey mindestens 2 Jahre lagern. Jim Beam White Label lagert sogar mindestens 4 Jahre. Der Jim Beam Double Oak wird sogar zweifach in Eichenholzfässern gelagert und erhält dadurch einen runderen und intensiveren Geschmack. Andere Premium-Bourbons werden sogar noch weitaus länger in Eichenholzfässern gelagert.

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Premium-Bourbon für Einsteiger: Der Jim Beam Double Oak (Foto: Alkoblog)

Wieviel Alkohol hat Jim Beam?

Wie für Bourbon-Whiskeys mindestens erforderlich, enthält Jim Beam White Label einen Alkoholgehalt von 40%. Nach dem Brennen des Whiskeys ist der Alkoholgehalt jedoch deutlich höher, darf 80 Volumenprozent jedoch nicht überschreiten. Zu Beginn der Lagerung in Eichenholzfässern ist ein Wert bis maximal 62,5% vorgeschrieben. Der Whiskey wird also schon vor der Lagerung mit Wasser verdünnt. Während der Lagerung verliert der Whiskey einen weiteren Teil seines Alkohols. Jim Beam White Label wird vor der Abfüllung durch die Zugabe von Wasser auf die gewünschte Trinkstärke verdünnt 40% und hat dann einen Alkoholgehalt von 40%.

Ab welchem Alter kann ich Jim Beam kaufen?

In Deutschland ist (Stand 2016) der Verkauf von branntweinhaltigen Produkten an unter 18jährige verboten. (Branntwein meint hier gemäß  des Deutschen Jugendschutzgesetzes alle durch Destillation gewonnenen Spirituosen.) So dass Spirituosen wie Jim Beam erst ab einem Alter von 18 Jahren gekauft und verzehrt werden dürfen.

Ab welchem Alter kann ich Mischgetränke wie Jim Beam Cola Mix oder Jim Beam Lime Splash kaufen?

Auch Mischgetränke mit Jim Beam Whiskey, wie der Cola Mix oder der Lime Splash enthalten Branntwein im Sinne des Deutschen Jugenschutzgesetztes. Sie dürfen daher ebenfalls erst ab einem Alter von 18 Jahren gekauft und konsumiert werden.


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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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