American Whiskey

Veröffentlicht am 19. April 2016 | Foto: Alkoblog

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Doppelte Eiche: Jim Beam Double Oak im Test

Wer an Jim Beam denkt, hat häufig direkt ein Bild im Kopf – und das zeigt eine eckige Flasche mit weißem Etikett. Der White Label. Kein Stoff für Legenden, aber einer der Geschichten schreibt – nämlich die des Lebens. Gemischt als „Jimmy Cola“ ist er auf Partys ein gerne gesehener Gast. Glaubt man den Statistiken werden jedes Jahr über 45 Millionen Liter des White Labels verkauft. Kaum ein Land auf der Welt, wo es den Mainstream-Bourbon nicht zu kaufen gibt.

Was viele nicht wissen: Mit Maker’s Mark, Knob Creek, Booker’s und Baker’s mischt Jim Beam bzw. Beam Suntory auch im Premium-Bereich kräftig mit. Und die genannten sind definitiv keine schlechten Bourbons. Der Spagat zwischen Masse und Qualität soll jetzt auch bei der Hausmarke gelingen. Neben den Bestsellern White Label (4 Jahre Lagerung, 40 %) und Black Label (6-8 Jahre Lagerung, 43 %) soll der neue Jim Beam Double Oak für mehr Spannung im Glas sorgen. Das Versprechen: Dieser Bourbon soll in klassischen Cocktails ebenso überzeugen wie pur im Whiskey-Tumbler.

Doch was steckt drin wo Double Oak drauf steht?

Doppelte Lagerung in frisch ausgebrannten Eichenholzfässern

Wie der White Label lagert auch der Jim Beam Double Oak zuerst vier Jahre in frischen Eichenholzfässern aus amerikanischerjim-beam-double-oak-rocks Eiche. Die Fässer werden vor dem Befüllen mit Whiskey ausgebrannt („charred“). Nach dieser ersten vierjährigen Lagerung wird der Double Oak aus dem Fass genommen und anschließend erneut in frisch ausgebrannte Eichenholzfässer gegeben. Wie lange der Bourbon-Whiskey weiter in diesem Fässern verbleibt und reifen darf, hängt von den äußeren Umständen, wie zum Beispiel der Temperatur in Kentucky ab. Durch die doppelte Fasslagerung soll der Whiskey mehr Aromen aufnehmen, runder und angenehmer im Mund werden. Hat das geklappt und ist der mit 43% abgefüllte Double Oak ein gelungenes Upgrade zum Party-Klassiker White Label? Wir haben beim Auftaktevent in München einen Schluck riskiert.

Unser Tasting des Jim Beam Double Oak

Wie riecht er?

Mit seinem cremig-würzigen Geruch nach Karamell steigt der Jim Beam Double Oak schon mal nicht schlecht ein. Die „doppelte Eiche“ macht sich in Form von einer prägnanten Holznote bemerkbar, auch Harz ist zu riechen. Hinzu kommen auch Geruchsnoten nach trockenem Heu, Zitrusaromen, Vanille, Marshmallows und Laub. Auch leicht kohlig wirkt er bisweilen. Der Jim Beam Double Oak sticht nicht stark in der Nase, Klebstoff- oder Alkoholnoten nehme ich nicht wahr. Der Geruch des Double Oak ist nicht extrem komplex, dennoch bietet er in der Nase ein solides Gesamtpaket.

Wie schmeckt er?

Mit viel Würze im Geschmack schafft der Double Oak ein dicht strukturiertes Mundgefühl. Sirupartig mit Waldhonig und dem starken Geschmack von Zitronenschalen. An Früchten sind Spuren von Himbeere und Pflaume dabei. Außerdem in meiner Probe: Harz, Kerzenwachs, Vanille und helles Karamell. Auch das Holz ist präsent und im kurz-knackigen und trockenem Abgang am stärksten ausgeprägt.

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Alkoblog.de Whiskey-Test: Jim Beam Double Oak

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Die doppelte Lagerung in Eichenholzfässern hat dem Jim Beam Double Oak gut getan. Im Vergleich zum White Label hat er deutlich an Aromen hinzugewonnen und ist milder. Die Aromen wie Karamell, Vanille und Eichenholz ergänzen sich gefällig. Auch wenn der Double Oak kein Wunder an Komplexität ist, kann man ihn doch gut pur oder on-the-rocks trinken. Eingefleischten Bourbon-Fans könnte aber etwas der "Wumms" fehlen. Der Preis von rund 23 Euro ist am oberen Ende, aber angemessen.

3.8



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One Response to Doppelte Eiche: Jim Beam Double Oak im Test

  1. Proof120 says:

    Nach viel Promo-Grütze und Amazon Vine Produkt-Tester endlich mal eine ausführliche Rezension. Musste echt lange danach suchen.

    Klingt vielversprechend da ich mir absolut nichts unter dem Double Oak vorstellen konnte. Bin kein besonderer Fan vom Devil’s Cut, dafür aber umso mehr vom Black der in dem Preissegment eigentlich unschlagbar ist (unter 20 Euro). Bin auch sehr begeistert vom Knob Creek und auch der Maker’s Mark konnte noch gut überzeugen. Bin mal gespannt, wo sich der Double Oak einreihen wird.

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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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