Jameson Black Barrel im Tasting beim Whiskyherbst 2017 in der Malzfabrik Berlin (Foto: Alkoblog)

„Also den normalen Jameson kenne ich, der ist der Knaller!“ Die Dame im besten Alter, welche beim Whiskyherbst in der Tempelhof-Schöneberger Malzfabrik in der Reihe vor mir steht, macht aus ihrer Begeisterung für den Irish Whiskey keinen Hehl. „Den Black Barrel habe ich noch nie probiert. Was ist denn da der Unterschied?“

Doppel ausgebrannte Fässer: Die besondere Lagerung des Jameson Black Barrel

Ob die Qualität des Jameson Original (NAS), welcher vor einiger Zeit den Platz des Jameson 12 Jahre eingenommen hat, wirklich so außergewöhnlich ist, sei mal dahingestellt. Für den Black Barrel hat sich die irische Destillerie aber zumindest etwas Besonderes einfallen lassen.

Wie bei der Standard-Abfüllung von Jameson, handelt es sich zwar auch beim Black Barrel um einen Blend von Grain und Pot Still Whiskeys. Der Unterschied liegt in der Lagerung: Diese erfolgt nämlich in Holzfässern aus amerikanischer und europäischer Eiche sowie in doppelt ausgebrannten Ex-Bourbonfässern. Durch die Lagerung in drei verschiedenen Fässern und insbesondere die namensgebenden doppelt ausgebrannten „Black Barrels“ soll dieser Irish Whiskey noch tiefer und komplexer im Geschmack werden. Wird so aus dem milden irischen Whiskey am Ende noch eine richtige Rauchbombe? Wir sind zumindest gespannt auf das Tasting!

Der Jameson Black Barrel reifte in drei Fassarten: American Oak, European Oak und zweifach ausgebrannte Ex-Bourbon-Barrels (Foto: Alkoblog)
Der Jameson Black Barrel reifte in drei Fassarten: American Oak, European Oak und zweifach ausgebrannte Ex-Bourbon-Barrels (Foto: Alkoblog)

Unser Tasting des Jameson Black Barrel

Wie riecht er?

Wer beim Black Barrel die schwarze Seele des Whiskeys sucht, wird zunächst enttäuscht. Denn der Irish Whiskey tritt seine Reise in der Nase zunächst mild mit süßlichen Anklängen an. Wir riechen Marzipan und Aprikosen, erst danach den würzigen Duft von angebranntem Holz. Auch etwas Vanille darf bei einem in Ex-Bourbonfässern gelagerten Whiskey natürlich nicht fehlen. Eher ungewöhnlich sind hingegen die Aromen von Joghurt, Erdbeerquark („Leckermäulchen“) und Spanplatte aus dem Baumarkt, welche wir während der Geruchsprobe wahrnehmen. Trotz des vermutlich eher jungen Alter des Whiskeys trüben keine scharfe Alkoholnoten das Bild.

Wie schmeckt er?

Auch im Mund ist der Jameson Black Bottle mild und süßlich, mit eher leichtem Charakter und wenig Körper. Der Geschmack erinnert uns im ersten Moment an Esspapier. Auch wenn der Black Barrel nicht ausgeprägt fruchtig ist, können wir dennoch Aprikosenkompott und Erdbeeren schmecken. Das Mundgefühl des Whiskeys ist leicht trocken mit holzigen Anklängen. Es ist ein eher heller, eindimensionaler Holzton, welcher ein junges Alter der Spirituose andeutet. Die Lagerung in den „schwarzen Fässern“ macht sich mit gegerbten Aromen, sowie dezent kohligen Holznoten und einem Hauch Asche bemerkbar. Diese rauchigen Noten sind aber sehr leicht angelegt und dominieren den Geschmack nicht. Neben süßen Aromen wie Vanille und Griespudding kommt im Tasting gegen Ende etwas alkoholische Bitterkeit durch. Der Irish Whiskey bleibt mit einer angenehmen Holznote im Mund zurück.

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Jameson Black Barrel
Gestaltung & Story70
Geruch73
Geschmack69
Preis-Leistung78
73
Gut
Fazit
Für die Lagerung des Jameson Black Barrel werden Ex-Bourbonfässer doppelt ausgebrannt. Im Geruch und Geschmack schlägt sich dies in leicht holzigen, kohligen und rauchigen Noten wieder. Diese sind aber viel dezenter als etwa bei typischen Islay-Whiskys. Der Ire bleibt immer mild und süß, ist allerdings auch nicht sonderlich komplex. Wer milde Irish Whiskeys mag und dennoch eine Spur Rauch schnuppern möchte, kann beim Black Barrel zuschlagen. Mit rund 25 Euro ist die Flasche nicht zu teuer. Wer Irlands rußgeschwärzte Whiskey-Seele sucht, wird hingegen eher enttäuscht werden – dafür hat der Black Barrel dann doch zu wenig Kante und Tiefgang.

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