Whiskey

Veröffentlicht am 1. März 2016 | Foto: Alkoblog

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Showmaster: Jack Daniel´s Sinatra Select im Test

„I’m for anything that gets you through the night, be it prayer, benzedrine or a bottle of Jack Daniel’s.“ – Frank Sinatra

Leicht angetrunkene Entertainer kennt man heutzutage eigentlich nur noch aus dem Karnevalsprogramm der öffentlich rechtlichen Fernsehsender, sie sind ein Grund den Fernseher besser gar nicht erst einzuschalten. Bei den legendären Auftritten des Rat Pack in den 1950er- und 1960-Jahren gehörte das Glas Whiskey in der einen und die Zigarette in der anderen Hand hingegen zum festen Bestandteil der Show. Die Kombination von Kabarett, Gesang und Alkohol sorgte für beste Unterhaltung sowie ausverkaufte Häuser.

Neben Dean Martin und Sammy Davis Jr.,  stach Frank Sinatra mit seiner markanten Stimme und den strahlendblauen Augen aus der „Rattenmeute“ noch hervor. Sinatra soll zeitlebens eine Vorliebe für amerikanischen Whiskey, insbesondere Jack Daniel’s, gehabt haben. Mit dem Jack Daniel’s Sinatra Select wird diese jahrelange Verbindung zum 100. Geburtstag des Entertainers geehrt.

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Oben ein normales Fass, unten das Sinatra-Select-„Spezialfass“. (Foto: Alkoblog)

Für den Sinatra Select wurden spezielle Fässer mit Einkerbungen hergestellt, welche es dem Whiskey ermöglichen sollen noch intensiver mit dem Eichenholzfass zu arbeiten. Und auch Master Distiller Jeff Arnett hat bei der Auswahl der Fässer ein gewichtiges Wort mitzureden. So soll sich auch dieser Tennessee-Whiskey (wie zum Beispiel auch der Jack Daniel’s Single Barrel Select) von der Standardabfüllung Jack Daniel’s No. 7 abheben und den Genuss zu etwas besonderem machen. Hat das geklappt? Oder handelt es sich hier nur um einen Marketing-Gag?

Unser Tasting des Jack Daniel´s Sinatra Select

Wie riecht er?

„Ein Whiskey wie frisch von der Weide.“ Ein dichter Duft von trockenem Heu und Gras strömt mir entgegen. Auch die typische süßliche Note von american whiskey ist so klar vorhanden, wie Country-Musik es in Nashville/Tennesse ist. Zusätzlich rieche ich, neben Eichenholznoten, würzigen Honig, Karamell und Vanille. Aber auch etwas fruchtige Noten wie Kiwi und Orangenschale sowie Kräuternoten wie Salbei verstecken sich nicht. Nicht zuletzt nehme ich  eine leicht kohlige Note wahr.

Wie schmeckt er?

Das wäre wohl ein Whiskey ganz nach Sinatras-Geschmack gewesen (er soll sogar mit einer Flasche Jack beerdigt worden sein), kräftig und mit viel Wucht tritt er bei mir offene Türen ein, wie Cowboys Saloon-Türen. Anschließend zeigt sich die ganze Würze des Sinatra Select, Eichenholz und Muskat sowie getreidige Cerealien werden von Vanille und Zitrusfrüchten abgerundet. Fruchtige Aromen wie Honigmelone, Banane und Pfirsich zeigen sich, wenn die wuchtigen Aromen verflogen sind. Der lange Abgang macht Frank Sinatra alle Ehre und wird neben den genannten Fruchtnoten von Vanille und Panna Cotta ergänzt.

Alkoblog.de Whiskey-Test: Jack Daniels Sinatra Select

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Sam: Der Jack Daniel's Sinatra Select ist ein Whiskey der Spaß macht. So elegant im Geschmack wie ein gut sitzender Smoking. Und durch spannende, tiefe Aromen sowie Komplexität unterhaltsam wie eine Rat Pack-Show. Mit dem derzeitigen Preis von rund 130 Euro für die 1-Literflasche zwar kein Schnäppchen, dennoch ein ausgezeichneter Whiskey mit Hit-Potenzial.

4.5



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2 Responses to Showmaster: Jack Daniel´s Sinatra Select im Test

  1. graf,dietmar says:

    wäre noch interessant, zu erfahren, wie lange er gelagert wurde!

    • Sam Sam says:

      Hallo Herr Graf,

      wie bei amerikanischen Whiskeys meistens üblich, wird auch hier leider kein exaktes Alter angegeben. Wenn ich mich recht erinnere, soll der verwendete Whiskey für den Jack Daniel’s Sinatra Select jedoch mindestens ein Alter von 6 Jahren haben. Die Besonderheit liegt aber ganz klar, bei den speziell angefertigten Fässern für die Lagerung.

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Über den Autor

Sam

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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