23. August 2007 — Medienblick

Eigentlich wurde ja schon alles geschrieben zum Thema Pub-Crawl, also über jene geführten Kneipentouren durch Berlin in denen sich vor allem Touristen für einen Pauschalbetrag (um die zehn Euro) ordentlich die Kante geben. Doch der Berliner Tagesspiegel springt, wohl anlässlich der Zitty-Titelstory “Ballermann Mitte” von Anfang August (wir erinnern uns), einfach nochmal auf den Saufreportagen-Zug auf. Neues gibt es erwartungsgemäß nicht zu berichten, was wohl auch daran liegt, dass der Tagesspiegel das Thema bereits im Februar 2006 komplett durch hatte. Es handelt sich also um schnödes Sommerloch-Recycling einer bereits bekannten Geschichte. Nebenbei bemerkt ist auch der Titel “Die Saufkundschaft von Mitte” nur mäßig komisch. Aber na gut, wir wollen mal nicht so sein: Hier ist der Link dazu.
Auch die Zeitung WELT ist jetzt, leicht verspätet, endlich beim Pub-Crawling durch Berlins Mitte dabei, schließlich sei das “zurzeit der letzte Schrei”. Na wer’s glaubt: “Beim Pub-Crawl bleibt keiner nüchtern”, heißt der gleichfalls nüchterne Titel dieser Abklatsch-Story - und wir sind weiterhin gespannt, welche Geschichten noch aus dem Pub-Crawl-Sommerloch hervorgezaubert werden.
Nachtrag: Der Spiegel hatte das Thema natürlich im Juni letzten Jahres ebenfalls schonmal behandelt gehabt: Kneipentour für Backpacker: Betrunken in Berlin
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9. August 2007 — Medienblick
Das Stadtmagazin Zitty hat die alte Geschichte vom Pub-Crawling (siehe Februar 2006 im Tagesspiegel, März 2007 im Spiegel) nochmal wiederbelebt und sich selbst auf eine hochprozentige Tour durch Berlins Feierzentrum begeben. Ballermann Mitte heißt die Titelstory und obwohl die Autorin mit unvoreingenommenem Blick an die Geschichte herangehen will, werden die Erwartungen natürlich erfüllt: Britische, kanadische und spanische Touristen geben sich gemeinsam ordentlich die Kante. Der Vodka fließt in Strömen und alle werden sehr locker. Schön wird das verbindende Element des Alkohols hervorgehoben, auch die illustrierenden Fotos von Nick Ash (der sich auf Partyfotos spezialisiert zu haben scheint) verraten viel über die Stimmung des Abends. Allerdings kann die Reportage kaum mit Neuem aufwarten, die Geschichte wirkt nach der ganzen Medienhysterie um Flatrate-Parties und Komasaufen ein wenig verspätet. Die saufenden Touristen gehen allenfalls den Anwohnern auf die Nerven, sind ansonsten aber über 18 Jahre alt und haben somit die Lizenz zum Kante geben. Ein Skandal ist also nicht in Sicht. Einen Blick auf die Berliner Clubszene bieten die durchgeführten Pub-Crawls nur sehr bedingt: Die besuchten Locations sind keine heißen Insidertipps, sondern bestenfalls durchschnittliche Bars und Discotheken- aber das stört die trinkenden Teilnehmer ohnehin nicht. Dies ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis die man aus “Ballermann Mitte” gewinnen kann.
Artikel im Volltext gibt es hier: http://magazin.zitty.de/2773/berlin_-_massentourismus.html
Pub-Crawling für 12 Euro (ermäßigt 10 Euro) in Berlin: http://www.pub-crawl-berlin.com/index.html
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